Zweites Leben für Arbeitskleidung, neue Plastikstrategien, „rent a Strampler“ und vieles anderes mehr

Zweites Leben für Arbeitskleidung, neue Plastikstrategien, „rent a Strampler“ und vieles anderes mehr

150 150 Klaus Henning Glitza

„Nachrichten aus der Entsorgungsbranche“. Unter dieser Rubrik wird EM.  künftig über interessante Neuigkeiten aus den Themenbereichen Entsorgung und Recycling berichten.

 

 

Ex und hopp? Nicht in Bonn am Rhein!  bonnorange, das für Abfallwirtschaft und Straßenreinigung zuständige Kommunalunternehmen in der

So etwas gibt es garantiert nicht im Kaufhaus oder Fachgeschäft: Ein Handtasche, die aus ausgemusterter Arbeitskleidung hergestellt wurde, Foto: bonnorange AöR

ehemaligen Bundeshauptstadt, geht dabei mit gutem Beispiel voran.  Muss in diesem Entsorgungsbetrieb (rund 300 Beschäftigte) Arbeitskleidung ausgemustert werden, weil sie alters- und abnutzungsbedingt nicht mehr den strengen Vorschriften entspricht, wird sie nicht einfach entsorgt. Vielmehr startet sie in ein zweites Leben. Und das funktioniert so: Seit einiger Zeit werden die für den Dienstalltag nutzlos gewordenen Hosen und Jacken nach gründlichem Waschen dem Verein Ermekeilinitative e.V. überlassen. Getreu dem Motto „Nutzen statt Wegwerfen“ werden die Kleidungsstücke anschließend „upgecycelt“, also stofflich aufgewertet. Flüchtlinge stellen mithilfe einer von bonnorange gestifteten Industrienähmaschine Taschen für Notebooks, Handyhüllen und andere Accessoires her.  Die Unikate werden zu Preisen zwischen fünf und 30 Euro verkauft. Der Erlös wird von der Ermekeilinitiative für gemeinnützige Arbeit verwendet.- khg

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Plastik ist bekanntermaßen nicht Plastik. Diese Tatsache ist eine der größten Herausforderungen für das Recycling. Denn etliche Kunststoffe sind minderer Qualität oder ein Gemisch aus unterschiedlichen, nicht trennbaren Grundstoffen. Sie wiederzuverwerten, wäre zu aufwändig, würde zu wenig bringen beziehungsweise wäre überhaupt nicht möglich. Das Ergebnis: Vieles davon, was im gelben Sack oder der gleichfarbigen Tonne landet, wird nicht recycelt, sondern verbrannt. Das Hauptproblem ist dabei, dass bei vielen Verpackungen Marketingaspekte dominieren, während die Recyclingsfähigkeit eine untergeordnete Rolle spielt- wenn überhaupt.

Doch allmählich setzt ein Umdenken ein. Einige Unternehmen arbeiten bereits an der ökologisch wirksamen Optimierung ihrer Verpackungen. So will der Markenhersteller Henkel weltweit bis 2025 alle Wasch- und Reinigungsmittelverpackungen so recyclingfähig gestalten, dass sie nach Gebrauch und der Erfassung als Rohstoffe erneut für den Wirtschaftskreislauf zur Verfügung stehen.  „Unser Ziel ist, die Menge an Verpackungsmaterial im gesamten Produktlebenszyklus zu reduzieren, ohne die Qualität, Leistung oder Sicherheit unserer Produkte zu beeinträchtigen“ heißt es auf der Henkel-Website. Darüber hinaus plant das Unternehmen, den Einsatz von Recyclingkunststoff für Verpackungen auszuweiten. Begleitende Partner sind das Institut cyclos/HTP und der Grüne Punkt.

Auch der Einzelhandel ist in Sachen Reduktion von Verpackungsmaterial aktiv geworden. So kündigte Aldi Nord laut Münchner Merkur an, „den

Bei Wasch- und Spülmitteln dominieren Plastikverpackungen, die sich nicht immer wiederverwerten lassen. Das Unternehmen Henkel arbeitet daran, die Recyclingfähigkeit der Behältnisse zu optimieren. Foto: _siepmannH/pixelio.de

Anteil unverpackter Obst und Gemüseartikel sukzessive zu erhöhen“. In den zurückliegenden fünf Jahren sei es bereits gelungen, acht Prozent der Verpackungen einzusparen- trotz gestiegener Umsätze.   Auch Edeka, Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka, betonte gegenüber dpa-Anfrage, „die Reduzierung von Verpackungen sei ein Schwerpunktthema bei den Nachhaltigkeitsbemühungen des Unternehmens und er Anteil ökologisch vorteilhafterer Verpackungen werde ‚kontinuierlich erhöht‘“.

Bei Rewe ist Plastikvermeidung ebenfalls  ein Thema. Ein erster Schritt: Seit Oktober 2017 werden Bananen nur noch unverpackt verkauft. Außerdem testete das Unternehmen „die Kennzeichnung von Bio-Avocados und Bio-Süßkartoffeln mit Laser-Logos, um unnötige Verpackungen zu vermeiden“, berichtet der Münchner Merkur.

Auch Lidl bietet immer mehr unverpacktes Obst und Gemüse an. Außerdem teste der Discounter seit über einem halben Jahr Zellulosenetze aus zertifiziertem Buchenholz für Bio-Kartoffeln und Bio-Zwiebeln, sowie eine gartenkompostierbare Folie auf Zellulose-Basis für Bio-Tomaten und Bio-Paprika, ist dem Münchner Merkur zu entnehmen.

Die Schwarz-Gruppe, zu der neben Lidl auch die „Großverkaufsschiene“ Kaufland gehört, will zudem Verpackungen aus Kunststoffen recyclingfähiger machen.  Der Branchendienst EUWID meldet, dass bis 2025 der Plastikverbrauch bei Lidl in Deutschland um mindestens 20 Prozent reduziert werden soll. Dieses Ziel wolle das Unternehmen „mit Maßnahmen bei Produkt- und Umverpackungen für Eigenmarken erreichen, die rund 70 Prozent des gesamten Sortimentes ausmachen“. Laut EUWID kündigt Lidl an, „auch bis 2025 100 Prozent Recyclingfähigkeit seiner gesamten Kunststoffverpackungen für Eigenmarken sicherzustellen und unterstützt damit die jüngst von der EU-Kommission vorgestellte europäische Plastikstrategie“. Nach Eigenangaben hat die in Neckarsulm ansässige Schwarz-Gruppe in 2017 rund 150.000 Tonnen Plastik dem Recycling zugeführt. Eine wirksame Reduzierung hätte folglich einen deutlichen Effekt. – khg

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Die Sorge über eine mögliche „Elefantenhochzeit“ (Übernahme des Dualen Systems Deutschland durch REMONDIS) geht auch im Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V.(BDE) um. Nach EM-Informationen hat ein

Das Logo des BDE. Bild/Repro: BDE

Mitgliedsunternehmen beim BDE und dessen Regionalverband Verband der Bayerischen Entsorgungsunternehmen e.V. (VBS) angefragt, „ob und wie sich unser Verband aktiv am Protest gegen die Übernahme beteiligt“.  Angesichts dessen, dass es noch viele Mittelständler gebe, wäre bei einem Aufkauf ein Unternehmenssterben vorprogrammiert. „Es sollten auf alle Fälle auch von unserer Seite auch Einsprüche an die Politik und das Kartellamt erfolgen. Bitte dazu um Information.“

Während die an BDE-Geschäftsführer Dr. Andreas Bruckschen gerichtete Mail bislang unbeantwortet blieb, hat der VBS reagiert. Es gebe im Blick auf eine mögliche Übernahme ein Für und Wider. Das Thema werde aber erneut auf die Tagesordnung der nächsten Vorstandssitzung kommen. Intern heißt es aus VBS-Reihen, dass ein Megadeal gerade für den Mittelstand viele Risiken berge, aber immerhin ein deutsches Unternehmen einem ausländischen Investor vorzuziehen sei.

Für den BDE ist der Umgang mit dem Thema REMONDIS und somit eine Antwort offenbar kein leichtes Unterfangen. „Ein olympiareifer Spagat“, bilanziert ein Insider. Denn es gibt gewissermaßen zwei Seiten der Medaille. Zum einen ist REMONDIS aktuell Mitgliedsunternehmen und Topmanager Herwart Wilms gehört als Vizepräsident dem Präsidium des Verbandes an. Andererseits gibt es gleich mehrere Mitglieder, die einer „Elefantenhochzeit“ mehr als skeptisch gegenüberstehen. Ob sie auch mit Mails oder auf anderen Wegen an die Geschäftsführung gerichtet haben, ist allerdings nicht bekannt.

Auf eine EM-Anfrage an den BDE gab es ebenfalls keine Reaktion. – pm/khg

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Die kreiseigene „Abfallwirtschaft Heidekreis“ plant eine Großbiogasanlage, die 2022 im niedersächsischen Bomlitz in Betrieb gehen soll. Wie der NDR und „energate“ meldeten, will, der Entsorgungsträger für den Heidekreis künftig selbst Biomethan herstellen und dann ins Gasnetz einspeisen oder daraus Strom gewinnen“. Nach Angaben des kommunalen Unternehmens sollen durch Verwertung von jährlich etwa 25.000 Tonnen Bioabfällen aus der Region elf bis 15 Millionen Kilowattstunden Methan produziert werden. – hage

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Die Biomasseanlage Essenheim (Landkreis Mainz-Bingen) ist nach mehrjähriger Unterbrechung wieder im Normalbetrieb. Wie die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) mitteilte, sind die neu errichteten Anlageteile behördlich abgenommen und für die

Das neue Blockheizkraftwerk von Essenheim. Foto: Veolia

Regelinbetriebnahme seit dem 12. Februar dieses Jahres zugelassen worden. Erforderlich wurden die Neubaumaßnahmen nach einem verheerenden Großbrand im April 2015, bei dem mit einem geschätzten Schaden von 20 Millionen Euro zwei Drittel der Anlage, darunter die Lager- und Rottehalle, zerstört wurden.  Brandursache war aller Wahrscheinlichkeit nach „Selbstentzündung von aus den Bioabfällen abgesiebten Reststoffen“. Ein betriebliches Fehlverhalten wurde nicht festgestellt.

Wie der Betreiber der Biomasseanlage, die Veolia Umweltservice West GmbH,   mitteilt, stand beim Wiederaufbau der Anlage die  Umsetzung eines neuen Brandschutzkonzeptes zur Erhöhung der Sicherheit im Fokus: „Die wesentlichsten Neuerungen betreffen zusätzliche Brandschutzzonen, eine erweiterte Löschwasservorhaltung sowie eine werksweite Brandmeldeanlage und Hydrantenanlage im Innen- und Außenbereich“, erklärt der Betriebsleiter der Anlage, Rolf Gröschel. Neben den erweiterten Brandschutzmaßnahmen wurde die Anlage zum Großteil in gleicher Qualität und technischer Ausstattung wiederaufgebaut, wobei zusätzlich Optimierungen im Bereich der Verfahrenstechnik umgesetzt

Blick in die neue Lagerhalle der Anlage in Essenheim. Foto: Veolia

werden. Unter erweiterter Löschwasservorhaltung ist unter anderem ein riesiger unterirdischer Löschteich zu verstehen, der 600.000 Liter fasst. In der 1994 erbauten Biomasseanlage Essenheim werden mit einer maximalen jährlichen Input-Kapazität von 48.000 Tonnen Bioabfall und Grüngut aus der Stadt Mainz und dem Landkreis Mainz-Bingen in kontrollierten Fermentations- (Gärungs-) und Rotteprozessen zu Kompost verarbeitet. Gleichzeitig wird aus dem im Vergärungsprozess freigesetzten Biogas über ein 1,2-MW-Blockheizkraftwerk erneuerbare Energie in Form von Strom und Wärme produziert. Die Wärme wird für betriebseigene Prozesse sowie für die Sozialgebäude auf dem Werksgelände genutzt und der erzeugte Strom wird zur Versorgung von rund 2.000 Einfamilienhaushalten ins öffentliche Netz eingespeist. -hage

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Kaum ist die Babykleidung gekauft, ist der Säugling auch schon aus ihr herausgewachsen. Die nicht mehr passenden Anziehsachen landen dann längst nicht immer bei anderen Eltern oder Shops, die sich über die Second-Hand-Bekleidung freuen. Sondern oft in

Der Internetauftritt von kilenda. Foto: ALBA Group

Altkleidersammlungen, die zum Teil direkt in den Reißwolf führen- oder sogar in der Abfalltonne. Eine unnötige Vernichtung von Kleidungsstücken, die nach kurzer Tragezeit eigentlich noch top sind.

Solchen Unsinnigkeiten entgegenzuwirken, ist das Anliegen des GreenTec Awards, dem weltweit bedeutendsten Umweltpreis. Aussicht auf einen der

Spitzenplätze hat der in Köln ansässige Online-Mietservice kilenda mit seinem „Sharing Economy“-Ansatz. Darunter ist die Vermietung von Umstandsmoden, Kinderkleidung, Babytragesystemen und der kompletten Erstausstattung für Kinder bis drei Jahre zu verstehen. Nach dem Motto

„Nutzen statt Besitzen“ werden diese Artikel ausgeliehen und -wenn sie nicht mehr passen- gegen größere ausgetauscht.

„Es ist wichtig, der Gesellschaft eine Alternative zu übermäßigem Konsum und ihrer Wegwerf-Mentalität aufzuzeigen. Gutes zu tun, heißt nicht, auf Luxus verzichten zu müssen“, betont Hendrik Scheuschner, Gründer von kilenda und Geschäftsführer der Relenda GmbH, einem Tochterunternehmen des Umweltdienstleisters Interseroh (Tochterunternehmen der ALBA-Gruppe).

Geschont werden beim „Sharing-Econony“-Konzept nicht nur Grundstoffe, die für die Produktion benötigt werden, sondern auch andere Ressourcen: „Durch die Vermietung von Kinderkleidung hat kilenda im vergangenen Jahr bereits rund 327 Millionen Liter Wasser und 169 Tonnen CO2 eingespart“, so Hendrik Scheuschner. -pm/red

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Ein Heißgetränk „to go“ – und trotzdem wenig Müll: Hannoccino, Hannovers erstes Mehrwegbecher-Pfandsystem, macht es möglich. „Der Hannoccino hat Hannover erobert und zeigt: Abfallvermeidung und Umweltbewusstsein sind schon längst im Alltag der Hannoveranerinnen und Hannoveraner angekommen“, freut sich Sabine Tegtmeyer-Dette, Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin.

Praktizierter Umweltschutz für zwei Euro Pfand: der wiederverwendbare Hannoccino-Becher. Das smarte Trinkgefäß besteht aus Bio-Stoffen. Foto: aha

Wie gut das Pfandbechersystem auch überregional ankommt, zeigt das gute Abschneiden beim Online-Voting bei Europas wichtigstem Umweltpreis, dem GreenTec-Award. Aus mehr als 130 Ländern wurden Stimmen für die Favoriten abgegeben. Der Becher zum Mitnehmen und Wiederverwenden belegte bei einer kürzlich durchgeführten Online-Abstimmung in der Kategorie Lifestyle einen Spitzenplatz und kam unter die Top 3.  „Wir drücken unserem Hannoccino-Becher die Daumen und möchten die Auszeichnung für Nachhaltigkeit unbedingt nach Hannover holen“, so aha-Geschäftsführer Thomas Schwarz.

Mit dem Hannoccino-Becher setzt die Stadtreinigung der Abfallwirtschaft Region Hannover (aha)  gemeinsam mit der Stadt Hannover ein Zeichen gegen die umweltschädliche Pappbecher-Flut der Coffee to go-Produkte (EM berichtete). Denn heute machen die to-go-Verpackungen rund 50 Prozent des Abfalls aus. 30 Prozent des anfallenden Mülls in der Stadt werden achtlos weggeworfen. Bis zu 17 Prozent sind ausschließlich Einweg-Becher.

Aktuell sind 50.000 Becher im Umlauf. Hannover mit weit über 500.000 Einwohnern betreibt mit dem Hannoccino das größte kommunale Pfandsystem für to-go-Getränke bundesweit. Auf der Kampagnenseite www.hannoccino.de erfahren Interessierte, welche Partner das System unterstützen und wo es den Hannoccino gibt. – nic/khg

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Umweltfreundlicher Antrieb, eine deutlich geringere Lärmbelastung und lokal emissionsfrei. Das sind bekanntermaßen die Hauptvorteile von Elektrofahrzeugen. Positive Punkte, die auch für den künftigen Einsatz solcher Fahrzeuge im Reinigungsbereich sprechen. Versuch macht klug. Unter diesem Motto hat jüngst die Stadtentsorgung Potsdam GmbH (STEP) eine vollelektrische Kleinkehrmaschine mehrere Tage in der Praxis getestet.  wurde jüngst bei der Stadtentsorgung Potsdam GmbH (STEP) getestet. Eine der Kriterien war dabei, dass solche Geräte „ihre geplanten Tagestouren ohne Extrapausen für ein zusätzliches Zwischenaufladen der Batterien oder eine Zwischenleerung bewältigen können“, wie STEP-Fuhrparkleiter Christian Weiß erläuterte.

Der Leiter Reinigung/Winterdienst/Grünpflege der STEP, Marco Zielinski, ergänzt. „Das Fahrzeug soll von der Leistung her vergleichbar mit

STEP-Fuhrparkleiter Christian Weiß,und der Leiter Reinigung/Winterdienst/Grünpflege der STEP, Marco Zielinski, testeten die vollelektrische Kleinkehrmaschine aus Italien. Foto: STEP.

herkömmlichen Kleinkehrmaschinen sein, was die Saugkraft, das Fassungsvermögen und die Kehrbreite von bis zu 2.660 mm angeht. Wir werden den Test im Stadtgebiet auf Rad- und Gehwegen durchführen. Ideal wären solche Kleinkehrmaschinen unter anderem für die Reinigung von Bahnhof und Innenstadt, wo kleine, wendige Elektrofahrzeuge die Arbeit nicht nur umweltschonend unterstützen, sondern zugleich erleichtern.”

Nachdem bereits die Kehrmaschine eines Schweizer Herstellers einem Test unterzogen wurde, wurde aktuell das Fahrzeug des italienischen Anbieters getestet. -hage/khg

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Die mit der Erfassung von gebrauchter Bekleidung und Schuhen befasste Contec GmbH aus dem thüringischen Wildenbörten ist seit dem 1. Januar dieses Jahres vollständig von der Lorenz Wittmann GmbH, Geisenhausen/Niederbayern, übernommen worden. Wie der Branchendienst EUWID meldet, hat der geschäftsführende Gesellschafter der Lorenz Wittmann GmbH, Martin Wittmann, die Geschäftsführung des Altkleidersammelunternehmens zum 2. Januar dieses Jahres übernommen.

Martina Forbrig, die bisher Geschäftsführerin war, fungiert als Beraterin und bleibt somit dem Unternehmen verbunden.  Als ehemaliges Vorstandsmitglied des bvse-Fachverbandes Textilrecycling und Leiterin des Arbeitskreises Hochwertiges Textilrecycling hat sie einiges an Expertise einzubringen. Betriebsleiter bleibt Andreas Schneider. Die Contec GmbH beschäftigt zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mehr als 1.300 Altkleidercontainer in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt betreuen.

Martin Wittmann ist als Vorsitzender des Fachverbands Textilrecycling und Vizepräsident im bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung ehrenamtlich aktiv. Das Unternehmen Lorenz Wittmann besteht seit 1965. Seniorchef Lorenz Wittmann war ein Pionier auf dem Gebiet des Sammelns und Verwertens von Altkleidern, Altpapier und Kartonagen- lange bevor der Begriff Recycling in den allgemeinen Sprachgebrauch überging. Mit der Übernahme der Firma Contec erhöhte sich die Gesamtzahl der in ganz Deutschland aufgestellten Altkleidercontainer auf rund 6.000 Altkleidercontainer. Die jährliche Sammelleistung liegt nunmehr bei über 30.000 Tonnen. -pm/khg

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REMONDIS SE & Co. KG hat zum 1. Februar 2018 sämtliche Aktivitäten von ‚Containerdienst Happe‘ in Dortmund übernommen und eröffnet im Zuge dessen eine neue Niederlassung in Dortmund. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, wechseln insgesamt 15 Mitarbeiter von Happe zu Remondis. Gleichzeitig werden Spezialfahrzeuge wie Absetzkipper und rund 200 Container von Remondis übernommen. Vom neuen Standort auf dem TSR-Gelände am Kohlenweg 10A werden ab Februar die Kunden des Containerdienstes Happe mit insgesamt 10 Fahrzeugen, darunter Überkopflader, Saugwagen, Absetzkipper und Abrollkipper, im Zweischichtbetrieb versorgt werden. Für die Stadt Dortmund leert Remondis darüber hinaus mit einem Saugwagen die Sinkkästen. Der aktuelle Dortmunder Kundenstamm der Niederlassung Bochum wird zukünftig von der neuen Niederlassung Dortmund übernommen. – Pressebox/red

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Nach Berichten der Westfalenpost hat das regionale Entsorgungsunternehmen AHE mit Sitz in Wetter (Ennepe-Ruhr-Kreis) die Entsorgungsfirma Vorberg in Herdecke erworben.  Gesellschafter von AHE (zirka 160 Mitarbeiter, 35 Millionen Jahresumsatz) sind zu jeweils 50 Prozent die AVU Aktiengesellschaft für Versorgungs-Unternehmen und Remondis GmbH & Co. KG. Mit dem Verkauf der Firma „hat Jürgen Vorberg nach über 30 Jahren das von ihm aufgebaute Unternehmen aus der Hand gegeben“, schreibt die Westfalenpost. Eine der ersten Neuerungen nach der Firmenübernahme ist, dass am Vorberg-Standort in Herdecke kein Bauschutt mehr gebrochen wird. Die damit verbundene Lärmbelästigung hatte zur Gründung einer Bürgerinitiative geführt. -khg

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Veolia hat die Kunststoffrecycler Multipet und Multiport aus Bernburg (Saale) in Sachsen-Anhalt  übernommen. Das Bundeskartellamt gab den Zusammenschluss zum 15. Dezember 2017 frei. Die Multiport GmbH, 1991 in Bernburg gegründet, beschäftigt rund 30 Mitarbeiter, die im Drei-Schicht-Betrieb mit zwei Shreddern und zwei Profilextrudern zirka 38.500 Jahrestonnen PET-Flakes für die kunststoffverarbeitende Industrie erzeugen.  Polyethylenterephthalat, kurz PET, ist ein Kunststoff, der vor allem bei Einweg-Getränkeflaschen Anwendung findet.  Die 2001 gegründete Multipet verarbeitet bis zu 20.000 Tonnen PET-Abfälle pro Jahr auf hochmodernen Anlagen.

Auf der Homepage der Unternehmen heißt es: „Multiport GmbH und MultiPet GmbH setzen am Standort in Bernburg bis zu 70.000 Tonnen Kunststoffabfälle pro Jahr ein. Es werden Hohlkörper aus PET, HDPE sowie PP-Verpackungsabfälle aus Haushaltsammlung und der Industrie europaweit eingesetzt. Unsere daraus hergestellten Compounds, Regranulate und Mahlgüter (Recyclate) werden als Ersatz für Neumaterial in der Kunststoffindustrie eingesetzt.“ -bem

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Die bislang unabhängige Entsorgungsdienste Lang GmbH aus Mühlau in Sachsen (nahe Chemnitz) sind seit Ende vergangenen Jahres zu einem Unternehmen der REMONDIS-Gruppe geworden. Das Bundeskartellamt hat die Übernahme zum 15. Dezember 2017 freigegeben. Das am 1. September 2001 gegründete Entsorgungs- und Recyclingunternehmen beschäftigt 49 Mitarbeiter und verfügt über einen Fuhrpark von 30 Fahrzeugen.  Auf der 65.000 Quadratmeter großen Betriebsfläche befindet sich unter anderem eine 8.000 Quadratmeter große Produktionshalle, in der über 70 Abfallarten für die anschließende stoffliche beziehungsweise energetische Verwertung sortiert und aufbereitet werden. -hage

 

 

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