Fraunhofer IWKS: Zwei neue Forschungsgebäude auf einen Schlag

Fraunhofer IWKS: Zwei neue Forschungsgebäude auf einen Schlag

Fraunhofer IWKS: Zwei neue Forschungsgebäude auf einen Schlag 150 150 Klaus Henning Glitza

 

Einrichtung für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie ist in Hanau und Alzenau optimal aufgestellt

 

 

In markanter siebeneckiger Form. Der Neubau in Alzenau. Foto: Fraunhofer IWKS/ Architekturfotografie Rainer Taepper

Hanau, die  Brüder-Grimm-Stadt, und Alzenau, die Spessart-Stadt im Grünen, könnten künftig auch im wissenschaftlichen Zusammenhang in Deutschland und Europa noch  bekannter werden. Denn beide Städte sind seit kurzem Sitz von neuen Büro-, Labor- und Technikumsgebäuden der  Fraunhofer-Einrichtung für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie (IWKS). Für die Forscher werden damit noch optimalere Bedingungen geschaffen.

Das neue Gebäude an der Aschaffenburger Straße in Hanau-Wolfgang bietet rund 2600 Quadratmeter Nutzfläche. An der Alzenauer Brentanostraße stehen rund 2.400 Quadratmeter zur Verfügung. An beiden Standorten werden jeweils zirka 80 Mitarbeitende ihrer Forschungsarbeit nachgehen.

Während in Hanau wird das Themengebiet Rezyklate für Anwendungen aus der Elektromobilität mit den Bereichen Batterien und Brennstoffzellen, Leichtbau, Elektromotoren sowie Hochleistungselektronik mit Industriepartnern aus der Region weiter ausgebaut werden, wird sich die Forschungsarbeit in Alzenau auf die Themenschwerpunkte Digitalisierung und Ressourcen, darunter Ökonomie und Ökologie in der Kreislaufwirtschaft, konzentrieren,

Auf die großen Zukunftsfragen, mit denen das Fraunhofer IWKS befasst ist, ging Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier in Hanau ein. „Wie gehen wir möglichst schonend mit der Natur um, so dass wir noch lange etwas davon haben? Und dies nicht nur im Hinblick auf die technologische, sondern auch unsere gesamte Entwicklung. Wir haben jetzt in Hanau die Chance, in diesem weltweiten Wettbewerb eine ganz wesentliche Rolle einzunehmen“, sagte er.

„Die Fraunhofer-Forschung leistet einen wichtigen Beitrag, um neue nachhaltigere Technologien zu entwickeln, bestehende zu optimieren und im Sinne optimierter Ressourceneffizienz eingesetzte Materialien im Wirtschafts- und Wertstoff-Kreislauf zu halten«“, erläuterte Professor Dr. Raimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Dies seien genau die Schnittstellen, an der die IWKS forsche. Mit den beiden Neubauten in Alzenau und Hanau werde die Forschungsinfrastruktur für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor Ort erheblich verbessert und vergrößert, so Neugebauer.

Eröffnung in Alzenau: Das symbolische Band wird von Institutsleiterin Professor. Dr. Anke Weidenkaff (links) und ihrer Stellvertreterin, Dr. Andrea Gassmann, zerschnitten. Unmittelbar nach der Eröffnungszeremonie begann der Regelbetrieb. Foto: Fraunhofer IWKS

»Es gehört  zu unseren zentralen Zukunftsaufgaben, nachhaltig mit Materialien und Ressourcen umzugehen“, betonte  Angela Dorn, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst.  Das gelte vor allem für die Elektromobilität. „Hier müssen wir dringend die Lebensdauer von Batterien signifikant erhöhen und das Batterierecycling verbessern. Mit dem Hanauer Zentrum für Demontage und Recycling für die Elektromobilität haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer IWKS nun dafür noch bessere Forschungsbedingungen“, so die Ministerin.

Als „Meilenstein für das Fraunhofer IWKS“ bezeichnete IWKS-Institutsleiterin, Professor Dr. Anke Weidenkaff, das neue Gebäude in Hanau. „Durch die verbesserte Infrastruktur können wir nun den Unternehmen und Partnern in der Region und darüber hinaus ein noch größeres Forschungsangebot bereitstellen“, freute sie sich.

Im nicht weit von Hanau entfernten, aber schon zu Bayern gehörende Alzenau, wies Ministerpräsident Dr. Markus Söder auf die wichtige Rolle der IWKS bei der Entwicklung zukunftsfähiger Technologien hin. Die IWKS stärke die außeruniversitäre Forschungsinfrastruktur in Unterfranken und mache Alzenau „zu einem modernen und leistungsfähigen Standort der Zusammenarbeit in der Rhein-Main-Metropolregion“. Damit werde die Einrichtung in Alzenau zu einem „Leuchtturmprojekt, das von der Region Bayerischer Untermain nach ganz Europa ausstrahlt“.

„Die Erweiterung des Fraunhofer IWKS in Alzenau ist deshalb der richtige Schritt in die richtige Richtung“, erklärte Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach. Denn eine umfassende Digitalisierung funktioniere nur, „wenn wir sorgsam mit Ressourcen umgehen“. Die so genannten „seltenen Erden“ etwa seien für den Bau von Smartphones entscheidend und sollten mehr wiederverwendet werden. „Dass hier bei uns Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammengebracht werden, ist ein gutes Signal für die gesamte Region. Und es ist auch ein Modell für die Zukunft“, so die Ministerin.

Um Wertstoffe erfolgreich im Kreislauf zu halten, würden nicht nur fortschrittliche Recyclingtechnologien, sondern auch digitale Tools zur Ressourcenerfassung und -berechnung sowie für ein Design für Recycling benötigt, machte IWKS-Institutsleiterin, Professor Dr. Anke Weidenkaff deutlich.

Das neue Gebäude in Hanau, geplant von hammeskrause architekten bda aus Stuttgart, weist den  innovativen Ansatz einer »Forscherstraße« (Raum für spontane Treffen, informelle Kommunikation und wissenschaftlichen Austausch) auf. In Alzenau (Architekt Bruno Vennes vom federführenden Planungsbüro BHBVT in Berlin) ist ein optisch einzigartiger, in siebeneckiger Form errichteter Forschungsneubau entstanden.

Platz für 80 Mitarbeitende: Der Neubau in Hanau. Foto: Fraunhofer IWKS/ Architekturfotografie Rainer Taepper

Beide Gebäude sind nach den Richtlinien für Nachhaltiges Bauen erstellt worden. Dabei wurden gemäß des Bewertungssystems verschiedene, ökonomische, ökologische und soziokulturelle Parameter bei der Bauplanung und -ausführung berücksichtigt und geprüft. Insbesondere wurde beim Bau auf eine nachhaltige Wärme- und Kälteerzeugung sowie die Nachhaltigkeit und Schadstofffreiheit aller zum Einsatz kommenden Bauteile und -materialien geachtet.

Die Fraunhofer-Einrichtung für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie wurde im Jahr 2011 gegründet. In den Geschäftsbereichen Ressourcenstrategie, Recycling und Wertstoffkreisläufe und Substitution wird daran gearbeitet, die Rohstoffversorgung unserer Industrie langfristig zu sichern und damit eine führende Position in der Hochtechnologie auch zukünftig zu ermöglichen. Dafür werden zusammen mit Industriepartnern innovative Trenn-, Sortier-, Aufbereitungs- und Substitutionsmöglichkeiten erforscht.

JO/rd

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