Zugeständnisse- nur ein Testballon?

Zugeständnisse- nur ein Testballon?

Zugeständnisse- nur ein Testballon? 150 150 Klaus Henning Glitza

Jetzt wird offensichtlich, weshalb in der Führungsetage von REMONDIS bisher keine Aufgeregtheit herrschte

Es war wie die Ruhe vor dem Sturm. In Remondis-nahen Kreisen wunderte man sich schon lange, weshalb in der Führungsetage von REMONDIS trotz der absehbaren Fusionsuntersagung durch das Bundeskartellamt alles andere als Aufgeregtheit herrschte.

 „Es scheint so, als hätten die noch ein Ass im Ärmel“, so ein Insider zu EM.  Der Mann hat Recht, das wurde  jetzt offensichtlich. Die ersten Zugeständnisse, vor allem in Altglasbereich. waren nichts weiter als ein Testballon. Es sollte offenbar gecheckt werden, ob die Übernahme nicht bereits mit „kleiner Münze“, sprich Auflagenzusagen auf niedrigstem Niveau, über die Bühne zu kriegen wäre. Gleichzeitig sollte auch eruiert werden, mit welchen Argumenten das Bundeskartellamt aufwartet.  Durch ständigen Kontakt mit den Wettbewerbswächtern war dem Konzern schon länger bekannt, mit welchen Begründungen die Bonner Kartellbehörde ihre ablehnende Haltung untermauern würde.

Aus unternehmerischer Sicht ist das keine unclevere Strategie. Man testet erst einmal aus, wie sich das Bundeskartellamt zu den Mini-Zugeständnissen positioniert, um dann mit einem passgenauen Nachschlag die Gegenargumente praktisch auszuhebeln. Eine Strategie nach Maß- und absolut REMONDIS-like.

Ob dieses Spiel über Bande aufgeht, bleibt abzuwarten. Nach EM-Informationen sind große Teile der Vierten Beschlussabteilung, die über das Fiusionsvorhaben entscheidet, „not amused“. Anderseits ist es nicht das erste Mal, dass Unternehmen diese Strategie anwenden- und das in einigen Fällen mit Erfolg.

Die Übernahmeoperation „Grüner Punkt“ bleibt mehr als spannend. Und das in einigen Kreisen bereits als vollendet gefeierte Scheitern des Fusionsvorhabens, es ist längst noch keine Realität.

EM bleibt dran.

khg

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