Umweltinfo aktuell

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Plastikfrei? Es geht! / Nachhaltige Schülergenossenschaften werden weiter gefördert

 

Plastikfrei- das geht nicht? Irrtum, es geht doch, wie die Drogeriekette dm jüngst belegt hat.  Seit kurzem können in den dm-Filialen fünf unterschiedliche Nudelsorten plastikfrei eingekauft werden.  Die Hartweizenprodukte der Marke Alb-Gold sind in Papiertüten verpackt und Naturland-zertifiziert. Laut dm stammt das Papier von Bäumen aus FSC-zertifizierter Forstwirtschaft und ist mit „wasserlöslicher, naturverträglicher Farbe“ bedruckt. Soviel Nachhaltigkeit ist allerdings nicht zum Schnäppchenpreis zu bekommen, sondern hat durchaus seinen ordentlichen Preis.

khg

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„Gemeinsam Großes leisten: nachhaltig, sozial, verantwortungsbewusst und dabei entdecken, was sie alle verbindet“, das ist nach den Worten von Siegfried Mehring, Vorstandsmitglied des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems, das hohe Ziel der Nachhaltigen Schülergenossenschaften, von denen in Niedersachsen inzwischen 70 gibt. Diese besonderen Schülergenossenschaften sollen auch weiterhin mit Unterstützung des Landes Niedersachsen gegründet werden, wie Kultusminister Grant Hendrik Tonne, der Genossenschaftsverband – Verband der Regionen und der Genossenschaftsverband Weser-Ems am vergangenen Montag in Hannover vereinbarten. Die Kooperation wird bis Jahresende 2022 verlängert.

Nachhaltige Schülergenossenschaften sind besondere Unterrichtsprojekte, in denen die Schülerinnen und Schüler eigenständig agieren können. Die Lehrkraft nimmt hier zunehmend eine Moderatorenrolle ein. Die Verantwortung für die Schülerfirma wird von Anfang an weitgehend an die Jugendlichen abgegeben, die später selbstständig Entscheidungen treffen. Die Schülerinnen und Schüler lernen durch die Tätigkeit in einer Nachhaltigen Schülerfirma verschiedene Bereiche der Berufs- und Arbeitswelt kennen und kooperieren auch mit realen Unternehmen. Bei den Schülergenossenschaften bekommen sie zudem fachliche Unterstützung von ihrer Partnergenossenschaft.

„Das Projekt Nachhaltige Schülergenossenschaften hat sich einerseits seit seinem Start im Jahr 2006 als wertvolles pädagogisches Modell bewährt und andererseits sehr gut weiterentwickelt. Die Schülerinnen und Schüler lernen verantwortungsbewusst und eigenständig zu wirtschaften und das bereits in jungen Jahren“, sagte Minister Tonne während der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung. Er stellte vor allem heraus, dass in einer Genossenschaft die Gemeinschaft, der Mensch und die gesellschaftliche Teilhabe vorn anstehen und nicht der Gewinn oder die Dividende. Das Land Niedersachsen unterstützt die Gründung von Nachhaltigen Schülergenossenschaften seit 2006.

„Das Projekt der Nachhaltigen Schülergenossenschaften zeichnet sich im Gegensatz zu herkömmlichen Schülerfirmen insbesondere durch die enge Begleitung durch regionale Partnergenossenschaften aus“, betonte Verbandsdirektor Johannes Freundlieb, Vorstandsmitglied des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems, die Bedeutung der Verzahnung von Schulunterricht und Praxis. „Die Partnergenossenschaft steht der Schülergenossenschaft rund um die Unternehmensform und die Geschäftsführung als Ansprechpartner zur Seite. In der Regel werden die Schülergenossenschaften durch ihre Partner sogar durch die Übernahme eines Aufsichtsratsmandats aktiv im Tagesgeschäft unterstützt.“ Des Weiteren ist sich Freundlieb sicher, dass sich eine aktive Teilnahme der Schülerinnen und Schüler für ihre persönliche Zukunft in jedem Fall auszahlen wird, wenn es um die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz geht: „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer profitieren auch nach ihrer Schulzeit für das Berufsleben in hohem Maße von ihrem Engagement in Nachhaltigen Schülergenossenschaften“, sagte er.

Für Siegfried Mehring, Vorstandsmitglied des Genossenschaftsverbandes, sind Schülergenossenschaften „eine wertvolle Erfahrung für unsere Fachkräfte von morgen. Sie erleben etwas, was sonst nur im späteren Arbeitsleben möglich ist: eine eigene Firma zu gründen, diese zu führen, selbst Produkte oder Dienstleistungen anzubieten und auch deren Preise zu kalkulieren.“ Dabei scheint das Spektrum schier grenzenlos: von Schul-Imkereien über Ökostrom-Vertrieb bis hin zu Fair-Trade-Pausensnacks. Die Produkte und Dienstleistungen werden sowohl schulintern als auch extern angeboten und verkauft. Zudem werden „Teamgeist, Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein der Schülerinnen und Schüler gefördert“, erklärte Mehring die Vorteile der Schülergenossenschaften.

Niedersachsen war das erste Bundesland, das die Idee der Nachhaltigen Schülergenossenschaften umgesetzt hat. Inzwischen wurde es als „Blaupause“ von anderen Bundesländern übernommen. Die Genossenschaftsverbände unterstützen die Gründung von Schülergenossenschaften pädagogisch und fachlich mit einem eigenen Projektteam.

Ge/Dr.

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