Tonnenweise Abfall auf der grünen Wiese- das muss nicht sein

Tonnenweise Abfall auf der grünen Wiese- das muss nicht sein

150 150 Klaus Henning Glitza

Initiative „Mülltrennung wirkt“ verdeutlicht, wie es besser und umweltfreundlicher geht

 

„Rock am Ring“, „Superbloom“, „Wacken“ und Co.: Nach zwei Jahren Pause läuft jetzt wieder die Sommerfestivalsaison. Was für viele Fans eine Auszeit vom Alltag ist, bedeutet für die Eventorganisationen tagelanges Aufräumen: Auf der grünen Wiese bleibt oft tonnenweise Abfall zurück.

Getränkedosen, Zigarettenkippen, Kunststoffbecher, Einwegverpackungen – nach Festivals bleiben häufig riesige Abfallberge auf dem Festivalgelände liegen. Überraschend ist: Vor allem zu Bruch gegangene Zelte und Campingstühle werden zurückgelassen. Festivalorganisationen reagieren mit Entsorgungsteams, die laufend Abfall einsammeln. Sie verteilen kostenlose Abfallbeutel und richten Recyclingstationen oder Müllpfandsysteme ein. Den wichtigsten Beitrag können allerdings Festivalgäste selbst leisten

Dazu Axel Subklew, Experte der Initiative „Mülltrennung wirkt“: „Auch beim Festival sollten Abfälle getrennt entsorgt werden. Wer leere Konservendosen, Kunststoffverpackungen oder kaputte Zeltstangen aus Metall richtig entsorgt, schützt nicht nur die Umwelt vor Ort. Abfälle wie diese enthalten wertvolle Rohstoffe, die recycelt werden können. Das schont auch das Klima und wichtige Ressourcen.“

Tipps für den ungetrübten Festivalspaß

Um Abfallberge unter Kontrolle zu bringen, ist Mülltrennung zunehmend auch für Festivalorganisationen ein wichtiges Thema. Ins Gepäck sollten also, neben Zelt und Verpflegung, auch einige Mülltüten eingepackt werden. So können Abfälle vor Ort richtig getrennt werden. Kunststoffverpackungen für Lebensmittel und Fertiggerichte, Konservendosen, Kronkorken, Getränkekartons oder Joghurtbecher werden, wie in der Gelben Tonne oder dem Gelben Sack, in einem separaten Abfallbeutel gesammelt. Essensreste, Pappteller, Einwegbesteck, benutzte Papier- oder Hygienetücher und Zigarettenkippen kommen in einen anderen Sack, nämlich in den Restmüllsack. Für Getränke gilt: Nahezu alle Getränkedosen und seit Jahresbeginn auch Einwegflaschen aus Kunststoff sind, unabhängig vom Inhalt, pfandpflichtig. Sie können im Geschäft zurückgegeben werden.

Mit Proviant in Snackboxen und Getränkeflaschen lassen sich im Vorfeld schon viele Abfälle vermeiden. In den mitgebrachten Boxen und Flaschen können auch beim Festival gekaufte Snacks, Mahlzeiten oder Getränke eingepackt und abgefüllt werden.

Was tun mit ausgedienten Zelten und Co.?

Veranstalter schätzen, dass etwa ein Drittel der Zelte auf Campingplätzen von Festivals liegen bleibt und entsorgt werden muss. Metall oder Aluminium sind Wertstoffe, die beliebig oft recycelt werden können. Unbrauchbare Zeltstangen oder Klappstühle sollten zu Hause im Sperrmüll oder auf einem Recyclinghof entsorgt werden. Ausgediente Isomatten und zerrissene Zeltplanen gehören in den Restmüll.

Mehr Umwelt-, Ressourcen- und Klimaschutz

Viele Festivalorganisationen wollen ihre Events nachhaltiger gestalten. Dazu gehören auch effiziente Abfallkonzepte. Einige Festivals haben beispielsweise einen „Müllpfand“ im Ticketpreis. Er wird beim Abliefern zuvor kostenlos ausgegebener Abfallsäcke ausbezahlt. Mit der richtigen Mülltrennung und dem Recycling von Verpackungsabfällen können auch Festivals ihre CO2– und Umweltbilanzen verbessern. Bundesweit sparen die Sammlung, Erfassung und Verwertung von Glas-, Papier- und Leichtverpackungen jährlich 1,95 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ein. Das ist so viel, als würde eine Person 1,38 Millionen Mal von Berlin nach New York fliegen. Gleichzeitig werden durch Verpackungsrecycling im Jahr rund vier Millionen Tonnen Sekundärrohstoffe erzeugt. Sie sind eine wichtige Rohstoffquelle für die Herstellung neuer Produkte. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des Öko-Instituts.

MMa/rd

Oberes Bild:  Mit richtiger Mülltrennung können Festivalbesucherinnen und -besucher mithelfen, Abfallberge auf dem Festivalgelände zu vermeiden.  Foto: Initiative „Mülltrennung wirkt“/Marcella Merk

Hinterlasse eine Antwort