Stadt Essen zieht positive Bilanz

Stadt Essen zieht positive Bilanz

660 440 Klaus Henning Glitza

Vier Jahre Überwachung von besonders stark vermüllten Container-Standorten

 

Nach vier Jahren der Überwachung von besonders stark vermüllten Container-Standorten hat die Stadt Essen eine positive Bilanz gezogen.

Im Fokus standen vor allem Müll-Hotspots, die über die Mängelmelder-App gemeldet oder von den Essener Entsorgungsbetrieben (EBE) kategorisiert wurden. Organisiert wird die Überwachung vom Ordnungsamt der Stadt Essen.

Insgesamt fanden seit 2018 bis Mitte dieses Jahres 1.873 Überwachungen an ausgewählten Containern-Standorten im Essener Stadtgebiet statt. Dabei wurden 4.274 Verstöße festgestellt und entsprechende Bußgeldverfahren eingeleitet. Letztendlich festgesetzt werden konnten davon bisher 1.898. Somit konnte die Stadt Essen Bußgelder in Höhe von knapp 250.000 Euro im Rahmen der Überwachungen verbuchen.

Die Müll-Hotspots

Eine vorläufige Auswertung der Verstöße zeigt, dass der Schwerpunkt der Müll-Hotspots sich im nördlichen Teil des Essener Stadtgebietes sowie im Innenstadtbereich befindet, was vermutlich auf die Bevölkerungsdichte und dem damit verbundenen hohen Müllaufkommen zurückzuführen ist. Aber auch im Essener Süden sind Müll-Hotspots zu verzeichnen, wie beispielsweise in Kettwig, Werden oder in Bredeney. Die illegalen Müllablagerungen werden hauptsächlich von Essener Bürgern verursacht. In den meisten Fällen sind diese sogar im direkten Umfeld des jeweiligen Müll-Hotspots wohnhaft, mindestens aber im selben Stadtteil. Nur ein Bruchteil der illegalen Müllablagerungen kann auswärtigen Müllsündern zugerechnet werden.

Vielen Bürgerinnen und Bürgern ist laut Stadt Essen oftmals nicht bewusst, dass das “Danebenstellen” von Kartons an einem Container-Standort bereits eine Ordnungswidrigkeit darstellt. Häufig wird dann die illegale Entsorgung damit gerechtfertigt, dass die vorhandenen Container bereits überfüllt waren und somit kein anderer Weg der Entsorgung zur Verfügung stand.

Höhepunkt der Müllablagerungen

Besonders erwähnenswert sind dabei die beiden Jahre 2020 und 2021, die stark von der Corona-Pandemie geprägt waren. Gab es 2018 noch 49 und 2019 50 eingeleitete Bußgeldverfahren, erreichten diese im Jahr 2020 ihren Höhepunkt mit 2.302, wovon 971 Bußgelder festgesetzt werden konnten. Besonders auffällig war dabei seit März 2020 die erhöhte illegale Ablagerung von Pappkartons sowie Altpapier und Sperrmüll, die als Folge der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Lockdowns zu werten ist. Die Einschränkungen führten dazu, dass die Bürger mehr online  bestellten, was wiederum mehr Verpackungsmüll mit sich brachte. Auch das Ausmisten von Keller, Dachboden und Co. erhöhte die Mengen an Sperrmüll im Stadtgebiet und animierte Bürger zur illegalen Entsorgung. animierte. Rund 129.123 Euro an Bußgeldern kamen allein in 2020 zusammen.

Die Auswirkungen der Pandemie auf das illegale Wegwerfverhalten hielt auch im vergangen Jahr 2021 noch an: Insgesamt 1.612 Verstöße wurden seinerzeit festgestellt, wovon bei 744 Bußgelder in Höhe von insgesamt 94.281,50 Euro festgesetzt wurden.

Seit 2022 Abnahme der Verstöße

Essens OB Thomas  Kufen. Foto: Stadt Essen

In der ersten Hälfte von 2022 zeichnete sich langsam eine abnehmende  Anzahl der Verstöße ab. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es 261 eingeleitete Bußgeldverfahren, 100 wurden davon festgesetzt und 46 Verfahren davon laufen noch. Dies lässt sich vermutlich auch darauf zurückführen, dass die Corona-Pandemie den Alltag der Menschen nicht mehr so stark bestimmt wie die Jahre zuvor.

Zudem ist die Abnahme der Verstöße auch ein Zeichen dafür, dass die Container-Überwachungen Wirkung zeigen, somit ist laut Stadt Essen von einer Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger  in Bezug auf illegale Müllentsorgung auszugehen. Die Reaktionen der Anwohner der überwachten Standorte sei durchweg positiv. Auch die Verwaltung zieht eine positive Bilanz der zurückliegenden vier Jahre und erwartet beim zukünftigen Umgang mit illegalen Müllablagerungen mittel- beziehungsweise  langfristig eine Verbesserung des Verhaltens potenzieller Müllsünder.

Aktionsplan “Essen bleib(t) sauber!”

Mit dem von Oberbürgermeister Thomas Kufen initiierten “Aktionsplan Sauberkeit” setzt sich die Stadt Essen verstärkt für die Beseitigung von Abfall und wildem Müll in der Stadt ein. Viele städtische Ämter beteiligen sich an der Umsetzung. Mit dabei sind auch Partner aus dem Konzern Stadt Essen, wie die Essener Arbeit Beschäftigungsgesellschaft mbH (EABG), die Entsorgungsbetriebe Essen GmbH (EBE) sowie die Ehrenamt Agentur Essen.

Stadt Essen/rd

Oberstes Bild: Die Bilanz der Stadt Essen in  der visuellen Darstellung. Foto: Stadt Essen

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