Schon gewusst?

Schon gewusst?

Schon gewusst? 150 150 Klaus Henning Glitza

Das „weiße Gold“ der Neuzeit: Toilettenpapier- ein Luxusartikel und ein Recyclingprodukt

 

Während die Italiener in den Zeiten der Corona-Krise Wein und Desinfektionsmittel horten, hamstern die offenbar praktischer denkenden Deutschen neben Lebensmitteln vor allem Toilettenpapier.

Die Nachfrage nach dem Hygieneprodukt, das inzwischen scherzhaft als „weißes Gold“ bezeichnet wird, stieg in den zurückliegenden Wochen um sage und schreibe  700 Prozent.700 Prozent mehr Produktion, das schafft noch nicht einmal die leistungsfähigste Papierindustrie. Von den ohnehin überlasteten Lieferketten gar nicht zu reden.

Ist der zu den begehrtesten Papieren Deutschlands Artikel irgendwo erhältlich, spricht sich das in Windeseile herum. Mit dem Ergebnis leerer Regale. Mangelwirtschaft beim Klopapier- dabei kommt ein durchschnittlicher Haushalt bei drei Toilettengängen pro Tag fast zwei Monate mit zehn Rollen aus.

Schon gewusst? Toilettenpapier ist ein Recyclingprodukt. Zwischen 30 und 100 Prozent Altpapier werden bei der Produktion eingesetzt. Siehe dazu auch unsere Kleine Presseschau.

Das bedeutet: Käme der Nachschub an Altpapier ins Stocken, müsste auch die Klopapierproduktion deutlich zurückgefahren werden. Oder es kämen Primärrohstoffe, also Holz, zum Einsatz, was weder dem Preis noch der Ökobilanz guttäte.

Eins noch: Papiertaschentücher, Feuchttücher. Küchenrollen  oder Zeitungspapier sind zwar theoretisch eine Alternative zum Toilettenpapier, haben aber den entscheidenden Nachteil, dass sie sich im Wasser nicht auflösen. Vielmehr führen sie  zu Verstopfungen in den häuslichen Abflüssen und in den Klärwerken. Insbesondere Feuchttücher, die auch Kunstfasern enthalten, klumpen zusammen und können technische Anlagen beschädigen oder gar zerstören.

Ob die Feuchten für den Allerwertesten  allzu gut sind, ist wegen der diversen chemischen Beimengungen eine weitere Frage.

khg

 

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