Schaden in Millionenhöhe

Schaden in Millionenhöhe

150 150 Klaus Henning Glitza

Große Lagerhalle bei Mögglingen  komplett niedergebrannt

 

Ein Raub der Flammen ist trotz des beherzten Einsatzes einer Vielzahl  von  Feuerwehrleuten in den frühen Morgenstunden des Freitag eine große Lagerhalle  auf dem Betriebsgelände der Entsorgungsanlage Ellert bei Mögglingen (Ostalbkreis, Baden-Württemberg) geworden.  

Verletzt wurde zum Glück niemand. Nach ersten Schätzungen ist von einem  hohen Sachschaden auszugehen.  Die Rede ist  von zwei Millionen Euro.  Neben gelagertem Recyclingmaterial waren offenbar auch Anlagen und Maschinen dem Schadensfeuer zum Opfer gefallen. Offen ist derzeit, ob auch die Hallennähe installierte Sortieranlage beschädigt wurde. Wäre dies der Fall, könnte die Schadenssumme noch merklich ansteigen.

Der Großbrand  in dem Recycling– und Wertstoffzentrum der Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallbewirtschaftung (GOA) war gegen 0.26 Uhr gemeldet worden.  Beim Eintreffen der Feuerwehr stand das große Lagergebäude bereits in Vollbrand.

Löscheinsatz bei Dunkelheit. Foto: Freiwillige Feuerwehr Mögglingen

Nach ersten Schätzungen hatten etwa 9000 Tonnen Abfall in Feuer gefangen. Die Löscharbeiten mussten  unter stark erschwerenden Wetterbedingungen bewältigt werden. Vor Ort herrschte starker Ostwind mit heftigen Sturmböen. Davon angefacht kam es zu einem intensiven Funkenflug. Mit einer Riegelstellung konnte verhindert werden, dass sich das Feuer auf eine direkt angebaute Nachbarhalle ausbreitete. Dort war Papier/Pappe/Kartonagen (PPK) in großen Mengen gelagert. Hätten auch diese Materialien Feuer gefangen, wäre die  ohnehin schon kritische Lage dramatisch verschärft worden. Die zwischen den Hallen liegende Brandmauer habe bereits hitzebedingte Risse aufgewiesen, hielt aber letztlich Stand, berichtet die Feuerwehr.

Auch ein Überschlagen der Flammen auf offene Lagerplätzen (überwiegend  LVP-Abfälle) konnte abgewendet werden. Hier erwies sich ein später einsetzender Starkregen als  hilfreich. Gegen den Hauptbrand wirkte das „Wasser von oben“ dagegen kaum.

Die herausfordernde Brandbekämpfung dauerte bis in die Morgenstunden an. Extrem gefährdend: Während des Löschangriffs stützte die Dachkonstruktion ein. Die betroffene Halle brannte letzten Endes komplett nieder.

Als Glück im Unglück erwies ein Besichtigungstermin in der Entsorgungsanlage, an dem vor gut 14 Tagen maßgebliche Vertreter der Feuerwehren teilgenommen  hatten. So waren die Örtlichkeit und die Löschwasserpunkte noch in frischer Erinnerung.

Brandgut auf Freifläche geschafft

Nachdem das Schadensfeuer unter Kontrolle gebracht  war, kamen drei Bagger zum Einsatz Mithilfe der Arbeitsmaschinen wurde das Brandgut auf Lkw verladen und auf eine geeignete Freifläche der Entsorgungsanlage geschafft. Dort wurden die Überreste ausgebreitet und Glutnester final abgelöscht.

Wegen der massiven Rauchentwicklung war die Bevölkerung der umliegenden Gemeinden und der Stadt Aalen per Warn-App NINA aufgefordert worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten.  Bei Luftmessungen wurden aber keine gesundheitsgefährdenden Schadstoffkonzentrationen festgestellt.

Letzte Glutnester werden abgelöscht. Foto; Freiwillige Feuerwehr Mögglingen

Im Einsatz waren die Feuerwehren  aus Aalen, Abtsgmünd, Essingen, Heuchlingen, Mögglingen und  Neuler mit mindestens 85 Einsatzkräften (regionale Medien sprechen auch von über 100 bis 150).

Ursache ungeklärt

Zur Brandursache gibt es noch keine belastbaren Informationen. Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Aalen hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Brandstelle kann aber erst am Montag gefahrlos betreten werden. Nach EM-Information kommt aller Wahrscheinlichkeit ein Gewitter nicht als Auslöser infrage. Blitze und Donner seien nicht zeitgleich mit dem Brandausbruch in Erscheinung getreten, so örtliche Augenzeugen.

Laut  GOA hat der Brand keine Auswirkungen auf die Abfallsammlung. Der Müll könne trotzdem, wenn auch an einer Stelle abgeladen werden. Der auf dem Betriebsgelände befindliche Wertstoffhof wurde am heutigen Sonnabend wieder geöffnet. Am Montag soll dann die die komplette Betriebsstätte wieder betriebsbereit sein, so die GOA.

EM

Oberstes Bild: Mit Baggern wird der Brandschutt aus der Halle geschafft und auf Lkw verladen. Foto: Freiwillige Feuerwehr Mögglingen 

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