Recyclingstandards in der Solarbranche: Steht ein großer Durchbruch bevor?

Recyclingstandards in der Solarbranche: Steht ein großer Durchbruch bevor?

150 150 Klaus Henning Glitza

Veolia entwickelt zusammen mit Partnerunternehmen ein vollständiges PV-Recycling im industriellen Maßstab

 

Von einem möglichen „großen Durchbruch für die gesamte Solarbranche im Hinblick auf die aktuellen Recyclingstandards”, spricht Antoine Driancourt. Die Aussage des Mitarbeiters der Veolia Umweltservice GmbH bezieht sich auf ein hocheffizientes und spezielles Verfahren für das Recycling von End-of-Life Photovoltaik (PV)-Modulen, das derzeit unter der Projektleistung seines Unternehmens zusammen mit Partnern entwickelt wird.

Gemeinsam mit Unternehmen aus dem öffentlichen und privaten Sektor, die entlang der Wertschöpfungskette des Recyclings von PV-Modulen agieren, sollen erstmals alle Bestandteile der PV-Module vollständig rückgewonnen werden. So können nach Veolia-Angaben unter anderem reines Silizium, Silber und Glas der verarbeitenden Industrie wieder zur Verfügung gestellt werden. Es bestehe akuter Handlungsbedarf. denn in den nächsten Jahren erreichen die ersten installierten PV-Systeme ihr Nutzungsende.

Zertrümmerungsfreie Trennung der Solarzellen von der Glasplatte- das ist das Ziel des neuen Verfahrens, dasderzeit getestet wird. Foto_ Flaxres GmbH

„Unser Prozess basiert auf einer neuen Delaminierungstechnologie, die in der Lage ist, die Solarzellen effizient von der Glasplatte zu trennen. Innovative physikalisch-chemische Verfahren ermöglichen dann die Rückgewinnung aller Materialien ohne dass PV-Module zerkleinert werden müssen”, erklärt Projektleiter Antoine Driancourt. Heute sei nach seinen Worten  kein industrielles Verfahren auf der Welt in der Lage, Silber und Silizium aus Solarzellen in sehr hoher Reinheit zurückzugewinnen.

„Die Folgen des Klimawandels sind nicht mehr von der Hand zu weisen“, heißt es in einer Veolia-Erklärung.  Es seien deshalb dringende Maßnahmen erforderlich, um die CO2-Emissionen zu reduzieren und wertvolle Ressourcen zu schützen. „Es wird angenommen, dass erneuerbare Energien und Energieeffizienzmaßnahmen das Potenzial haben, bis zu 90 Prozent der erforderlichen Dekarbonisierungsziele zu erreichen“, so das Unternehmen,

Das Forschungsprojekt wird von EIT RawMaterials, Innovation Community innerhalb des European Institute of Innovation and Technology (EIT) unter der Projektnummer 20028 unterstützt. Die Förderung läuft seit Februar 2021 und endet im Januar 2025.

Bis Jahresende wird die Realisierbarkeit im industriellen Maßstab bei den Betrieben der Partner FLAXRES GmbH in Dresden und ROSI Solar in Grenoble getestet. Bis 2023 sollen 5.000 Tonnen stillgelegter PV-Module jährlich in einer Demonstrationsanlage verarbeitet werden.

Partner des Projektes sind:

Evonik Operations GmbH, Deutschland

FLAXRES GmbH, Deutschland

INP (Grenoble Institut für Technologie), Frankreich

ROSI Solar, Frankreich

TECNALIA Research & Innovation, Spanien

Triade Electronique, Frankreich

Veolia Deutschland GmbH, Deutschland

Veolia Recherche & Innovation (VERI), Frankreich

Veolia Umweltservice GmbH (Lead Partner), Deutschland

 

 

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