Neue Wege des Recruitings

Neue Wege des Recruitings

150 150 Klaus Henning Glitza

Wie Künstliche Intelligenz und Direktansprache bei der Bewerbersuche helfen können

 

Stellenanzeige aufgegeben und im Personalbüro auf Scharen von Interessierten warten- das war einmal. Ohne Zweifel: Im Zeichen des Arbeitskräftemangels und veränderten Ansprüchen an Job und Arbeitsbedingungen müssen neue Wege gegangen werden. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) zeigt einen davon auf.

Die Ausgangslage: Auch  kommunale Unternehmen kommen mittlerweile bei der Besetzung von neuen Stellen nicht umhin,  aktiv an potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten herantreten.  Bei dieser Art des Recruitings kann Künstliche Intelligenz (KI) helfen, gezielt potenzielle Bewerberinnen und Bewerber aufzuspüren, zu identifizieren und anzusprechen.

Wie das in der Praxis funktionieren kann,  haben die Stadtwerke Heidelberg zusammen mit dem Lehrstuhl für Public Management & Public Policy der Zeppelin Universität  untersucht. Herausgekommen ist dabei  die Studie „Erfolgsfaktoren für die KI-gestützte Personalgewinnung von Fach- und Führungskräften bei öffentlichen Arbeitgebern – KI Sourcing Success (KISS)“. Im Fokus stand der Einsatz von KI bei der Direktansprache (Active Sourcing). Das kurzgefasste Ergebnis: KI-gestützte Direktansprache kann für öffentliche Arbeitgeber oder auch als Shared Service ökonomisch sinnvoll sein-insbesondere im Vergleich zur externen Vergabe.

Von ungeahnten Möglichkeiten, die sich dem Personalmanagement öffentlicher Unternehmen eröffneten,  spricht Dr. Tobias Bringmann, Geschäftsführer VKU-Landesgruppen Baden-Württemberg. Die Studie nehme die  postmoderne Lebenswirklichkeit in den Fokus und liefere ganz neue Ansätze, mögliche Fachkräfte im Netz zu identifizieren und proaktiv an sie heranzutreten.  Dieses. Active Sourcing verspreche im Zusammenwirken mit Künstlicher Intelligenz „eine ungleich höhere Trefferquote für geeignete Talente als gegenüber konventionellen Personalgewinnungsmaßnahmen wie der guten, alten Stellenausschreibung von anno dazumal“.

Dr.  Bringmann weiter: „Ein interessantes Ergebnis der Studie war auch, dass Fach- und Führungskräfte im Durchschnitt eher mit Skepsis und Zurückhaltung auf den Einsatz von KI-Anwendungen reagieren, insbesondere Frauen. Der Einsatz von KI sollte daher so ausgestaltet werden, dass dies vermieden wird. Wir freuen uns daher umso mehr, dass bereits während des Feldexperiments erfolgreich Stellen besetzt werden konnten.“

Die Studie  bezog sich auf echte Vakanzen der Stadtwerke Heidelberg. Verwendet wurde eine bereits am Markt erhältliche KI. Unterstützt wurde die Studie von der Stromnetz Hamburg GmbH, den Stadtwerken Neumünster und dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU).

MaER/EM

Anzeigen, die vor dem Hintergrund des Arbeitskräftemangels oftmals ins Leere gehen. Foto: Tim Reckmann/pixelio.de 

 

 

 

 

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