Neu gegründete Projektinitiative nimmt E-Altgeräte und Li-Ion-Akkus in den Fokus

Neu gegründete Projektinitiative nimmt E-Altgeräte und Li-Ion-Akkus in den Fokus

150 150 Klaus Henning Glitza

DGAW, Rücknahmesysteme und Wirtschaftsverbände suchen nach gemeinsamen Lösungsansätzen

 

Brände, Vergiftung der Umwelt, ,fragwürdige Exporte- das sind die Stichworte, unter denen das Problem der nicht sachgemäßen „Entsorgung“ von Elektroaltgeräten (EAG) und Lithium-Ionen-(Li-Ion) Akkumulatoren zusammengefasst werden kann. Ein untragbarer Zustand. Um ihn zu beenden, ist aktuell  eine Projektinitiative ins Leben gerufen worden.

Anknüpfungspunkte  sind die im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien vorgesehenen Anreizsysteme,   um die Rücknahme bestimmter Elektroaltgeräte und Lithium-Ionen-Batterien zu verbessern und diese ordnungsgemäß und schadlos einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft zuzuführen. Um die Umsetzung zu unterstützen, haben die  zugelassenen Rücknahmesysteme für EAG und Li-Ion- Akkus die  Projektinitiative gestartet. Unter der Leitung der Deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft (DGAW) wird eine Art Round Table mit den BattG/ ElektroG-relevanten Wirtschaftsverbänden geschaffen werden,  Mit vereinter  Expertise  sollen praktikable   Handlungsoptionen für Anreizsysteme eruiert und dem Bundesumweltministerium vorgestellt werden. Gestartet wird  die Initiative am 19. August mit einem Kick-Off-Meeting.

Unterschiedliche Interessenlagen

Derzeitige  Situation ist, dass unterschiedliche  Zielsetzungen und Interessenlagen der am Wirtschaftskreislauf beteiligten Stakeholder aufeinander treffen.  Ein Beispiel: Im Vorfeld der Novellierung einer neuen Europäischen Batterieverordnung haben unterschiedliche Akteure die Einführung einer Pfandpflicht für Batterien vorgeschlagen. Sie sehen darin einen Lösungsweg, die Rücknahme- und Recyclingquoten für Lithium-Batterien und Altgeräte zu erhöhen und die Sicherheitsrisiken bei ihrer unsachgemäßen Entsorgung zu reduzieren. Die produzierende Industrie hat dies jedoch bislang angelehnt. Trotz gegensätzlicher Positionen bestehen laut DGAW dennoch, ein gemeinsames Interesse an Diskussion und Entwicklung geeigneter Lösungsoptionen

Dem Arbeitskreis Produktkreisläufe – Elektrogeräte, Batterien und Elektromobilität der Deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft (DGAW) wurde deshalb  dies neutrale Moderation für die Umsetzung des Projektes vorgeschlagen. Das Ziel:  Wirkweisen möglicher Anreizsysteme und Handlungsoptionen zu betrachten und praktikable Möglichkeiten für die Umsetzung zu finden,

Die maßgeblichen Kriterien

Dabei werden folgende Kriterien in den Blick genommen

  • Erwartete Wirkung auf Sammelquoten
  • Wechselwirkung mit anderen abfallpolitischen Zielsetzungen, z. B. längere Produktnutzung, Instandsetzung, Mehrfachnutzung etc.
  • Ökonomische Wirkung, wettbewerbliche Auswirkungen
  • Kompatibilität mit dem bestehenden Rechtsrahmen und evtl. Änderungsbedarf
  • Aufwand/Nutzen-Relation

Im Ergebnis sollen  die aus Sicht der Wirtschaftsbeteiligten gemeinsam bestehenden Handlungsoptionen und der gegebenenfalls  weitere Forschungsbedarf formuliert werden.

ISH/rd

Oberes Bild: Li-Ion-Akkus überall. Unser Bild zeigt nur einige der Verwendungsmöglichkeiten. Deren Vielzahl und der achtlose Umgang mit diesen brandgefährlichen Energiespendern hat ein Entsorgungsproblem heraufbeschworen, das weitgehend ungelöst ist.  Foto: 2019 pixabay_Pexels GmbH_unsplash

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