Müssen im Kreis Pinneberg die Gelben Tonnen ausgetauscht werden?

Müssen im Kreis Pinneberg die Gelben Tonnen ausgetauscht werden?

680 453 Klaus Henning Glitza

Zwischen altem und neuem Dienstleister gibt es offenbar Kommunikationsprobleme

 

Erst vor zwei Jahren war im Kreis Pinneberg (Schleswig-Holstein) die Gelbe Tonne eingeführt worden. Jetzt könnte es sein, dass die noch ansehnlichen Behälter ausgetauscht werden müssen. Grund ist ein Dienstleisterwechsel und mangelnde Kommunikation.  

Im Hamburg-nahen  Kreis Pinneberg wird vom nächsten Jahr an die RMG Rohstoffmanagement GmbH aus Eltville am Rhein  für die Erfassung und die Sammlung der Verpackungsabfälle im Landkreis Pinneberg verantwortlich sein. Der bisherige Dienstleister , die PPP-Gesellschaft GAB Umwelt GmbH  aus Kummerfeld,  hatte sich in der von Ausschreibungsführer BellandVision veranlassten turnusmäßigen  Ausschreibung nicht durchsetzen können.

Geräuschlos ging der Wechsel allerdings nicht über die Bühne. „Der neue Dienstleister hat GAB Umwelt Service im Rahmen von Gesprächen Anfang September mitgeteilt, dass der Auftrag mit eigenem Personal, eigenen Fahrzeugen und eigenen Behältern umgesetzt wird. Eine Zusammenarbeit ist nicht zustande gekommen“, teilt GAB Umwelt in einer Pressemitteilung mit.

Das sieht RMG allerdings ganz anders.  „Zuletzt haben wir uns am 05.09.2022 mit einem Schreiben an die Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Abfallbehandlung mbH (GAB) gewendet, um eine Brücke zu einer möglichen Übernahme der im Kreisgebiet befindlichen Abfallgefäße zu schlagen“, schildert Marius Schröder von der RMG die Ausgangslage. Dieses sei leider unbeantwortet geblieben.  Auch habe „bislang keine Kommunikation stattgefunden, bei der konkrete Preise zur Übernahme der Abfallgefäße zur Sprache gekommen sind.“

Trotz des augenscheinlichen Ignorierens ist aber aus Sicht der RMG die Tür nicht endgültig  zugeschlagen. „Wir können (…) mitteilen, dass die RMG Rohstoffmanagement GmbH auch derzeit noch bereit ist, die Abfallgefäße der GAB zu übernehmen. In diesem Zusammenhang würden wir uns weiterhin über Gespräche mit der GAB freuen“, macht Marius Schröder deutlich. „ Wir werden für Gespräche über die Übernahme der Behältnisse so lange offen sein, wie es uns aufgrund eigener vertraglicher Verpflichtungen und dem herannahenden Auftragsbeginn möglich ist. Gerne würden wir den Bürgern einen Behälteraustausch und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten ersparen. Es ist sehr schade, dass die funktionstüchtigen Abfallgefäße voraussichtlich abgezogen werden. Aus unserer Sicht wären der damit verbundene Energieverbrauch sowie die damit verbundenen Emissionen vermeidbar“.so der RMG-Manager weiter.

Schade, dieses Adjektiv gebraucht auch GAB-Umwelt-Geschäftsführer Michael Finnern. Er drückt damit sein Bedauern aus,, „dass wir nicht den Zuschlag erhalten haben“. Das sei eben ein Wettbewerb – „wir haben unser wirtschaftlichstes Angebot abgegeben und können nur hoffen, dass wir in der nächsten Ausschreibungsperiode wieder zum Zuge kommen“, erklärt er.

Immerhin kostet der Auftragsverlust kein Personal. „Erfreulicherweise können trotz alledem alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei GAB Umwelt Service aufgrund der Diversifikation im Abfall- und Recyclingbereich und der starken Verankerung in der Region gehalten werden“, sagt  Julian Jenkel, Pressesprecher der GAB.

khg

Oberes Bild: Nach zwei Jahren ist von Gelben Tonnen das Neue noch nicht ab. Müssen Sie im Kreis Pinneberg dennoch ausgetauscht werden? Foto: DSD

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