Menschen & Macher

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150 150 Klaus Henning Glitza

Stadtwerkchef wird Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium

 

Bundeswirtschaftsminister Dr. Peter Altmaier hat Andreas Feicht, seit 2007 Vorsitzender der Geschäftsführung der WSW Wuppertaler Stadtwerke und Chef weiterer WSW-Unternehmen zum beamteten Staatssekretär für Energie und Digitales berufen. Aus Regierungskreisen hieß es, man habe mit dem 1971 geborenen Wirtschaftswissenschaftler einen hervorragenden Energieexperten für die Energiewende gefunden.

Von der Wupper an die Spree: Andreas Feicht wechselt als Staatssekretär ins Bundeswirtschaftsministerium Foto: obs/WSW Wuppertaler Stadtwerke GmbH

Der aus Süddeutschland stammende Feicht wird zum 1. Februar Nachfolger von Rainer Baake (Grüne), der im März 2018 um seine Versetzung in den Ruhestand gebeten hatte. Grund für die Demission war die Enttäuschung über die energiepolitischen Ziele der Großen Koalition, wie sie im Koalitionsvertrag festgeschrieben worden waren.

Seit dem Ausscheiden Baakes war Minister Altmeier auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger. Kein leichtes Unterfangen, denn oft genug antworteten mögliche Kandidaten mit einem mehr oder weniger höfliches Nein danke. Einer der Gründe ist, dass ein beamteter Staatssekretär wesentlich weniger verdient als der Topmanager eines großen Unternehmens der Ver- und Entsorgungsbranche.

Andreas Feicht, der Mitte Dezember des vergangenen Jahres von Altmaier angesprochen wurde, schreckten die geringeren Bezüge nicht. Leicht hat er sich seine Entscheidung aber nicht gemacht. „Die Stadtwerke sind zwölf Jahre meines Berufslebens. Es ist nicht alles gelungen, aber wir haben vieles geschafft“, der Familienvater in der Westdeutschen Zeitung zitiert. Und: „Für mich ist es eine Gelegenheit, meine Erfahrungen aus der Praxis in die politischen Entscheidungsprozesse einzubringen“, sagte Feicht laut Westfalenpost.

Nach reiflicher Überlegung und Beratung mit Familie, Freunden und Weggefährten hat er schließlich zugesagt. Insider gehen davon aus, dass der langjährige Stadtwerkechef im Wirtschaftsministerium zur Stimme der kommunalen Unternehmen werden und der einflussreichen Stadtwerke-Fraktion noch mehr Gehör als bisher verschaffen könnte. Der Spitzenverband der kommunalen Unternehmen VKU hat jedenfalls die Berufung zum Staatssekretär ausdrücklich begrüßt. Kein Wunder, denn Andreas Feicht ist einer der ihren.

Im Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hatte der designierte Staatssekretär wichtige Positionen inne. Sechs Jahre diente er dem VKU als Vizepräsident und ebenso lange als Vorsitzender des Leitausschusses Energie. Außerdem war Feicht über sechs Jahre Vorsitzender der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen. Im europäischen Dachverband der Stadtwerke, CEDEC, fingierte Andreas Feicht vier Jahre als Vizepräsident sowie ein Jahr als Präsident.

Dazu erklärte der VKU: Diese europäische Erfahrung wird für Deutschlands Energiepolitik von hoher Bedeutung sein. (…) Die Bundesregierung gewinnt mit Andreas Feicht einen erfahrenen und erfolgreichen Energiemanager, der über internationale, europäische und nationale energiepolitische Expertise und Netzwerke verfügt. Er hat einen klaren ordnungspolitischen Kompass, marktwirtschaftliche Überzeugungen, dezidierte Vorstellungen für die Digitalisierung der Energiebranche sowie praktische Erfahrungen in der erfolgreichen Umsetzung und Realisierung und – nicht zuletzt – einen Sensus für kommunale Belange, denn die Energiewende findet vor Ort in Form individueller, oft lokaler Lösungen statt.“

Freude im Ministerium, Katerstimmung im Unternehmen WSW. Aufsichtsratsvorsitzender Dietmar Bell sprach von einem großen Verlust für die Stadtwerke und die Stadt.  Feicht habe mit seinen Kollegen die WSW zu einem der innovativsten deutschen Stadtwerke entwickelt. Auch für Oberbürgermeister Andreas Mucke ist der Weggang „ein großer Verlust, weil Andreas Feicht fachlich und strategisch sehr gut aufgestellt ist und eine Menge bewegt hat“, Gleichzeitig hegt der OB die Hoffnung, „dass die Stadt in Zukunft einen wichtigen Ansprechpartner mehr in Berlin hat“.

Trotz des herben Verlust für die Wuppertaler Stadtwerke werde es kein Vakuum nicht geben, so Aufsichtsratsvorsitzender Bell. In enger Abstimmung mit den Gesellschaftern und dem Aufsichtsrat werde in den nächsten Tagen „ein Fahrplan festgelegt werden, um die Nachfolge zu regeln.“

Bell: „Mit Martin Bickenbach und Markus Schlomski haben wir zwei exzellente Geschäftsführer an der Konzernspitze. Ebenso gut sind die Führungsspitzen in den Tochtergesellschaften WSW Energie & Wasser AG mit Peter Storch als Vorstand und in der WSW mobil mit Geschäftsführer Ulrich Jaeger aufgestellt.“

khg

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