Menschen & Macher 04-02/2020

Menschen & Macher 04-02/2020

150 150 Klaus Henning Glitza

Rhein-Main-Deponie (RMD) mit neuer Führung: Beate Ibiß soll es richten

 

 

RMD-Aufsichtsratsvorsitzende Madlen Overdick (rechts im Bild) begrüßt Beate Ibiß, die neue Geschäftsführerin der RMD ab 20. April 2020. Foto: RMD Das Foto steht zu Ihrer freien Verfügung.

RMD-Aufsichtsratsvorsitzende Madlen Overdick (rechts im Bild) begrüßt Beate Ibiß, die neue Geschäftsführerin der RMD ab 20. April 2020. Foto: RMD Das Foto steht zu Ihrer freien Verfügung.

Die aus Sachsen-Anhalt stammende Diplom-Ökonomin Beate Ibiß wird am 20. April alleinige Geschäftsführerin der Rhein-Main-Deponie (RMD) in Flörsheim-Wicker (Main-Taunus-Kreis, Hessen). Dafür hat sich der RMD-Aufsichtsrat einstimmig ausgesprochen.  Die 56-Jährige folgt Dr. Mathias Bausback  (scheidet Ende Februar dieses Jahres  aus) und dem im Juni 2018  von vornherein  interimsweise als Sprecher der Geschäftsleitung bestellten Heino von Winning nach.

Ein ambitionierter Neuanfang in einem kommunalen Unternehmen, das sich derzeit in einer alles andere als  einfachen Situation befindet: finanzielle Schieflage, zeitweiser Vertrauensverlust der Mitarbeiterschaft und heftige Proteste der Nachbargemeinden gegen Weiterbetreibungspläne.  Mit Beate Ibiß wurde eine Fachfrau mit 29-jähriger Expertise im Entsorgungsbereich gewonnen, um diese massiven Problemstellungen in den Griff zu bekommen.

„Restrukturierungen, Sanierungen und die Entwicklung von auf die Zukunft gerichteten Konzepten stehen im Zentrum ihrer beruflichen Vita.“, macht RMD-Pressesprecherin Sonja Slezacek deutlich.  Beate Ibiß, die über betriebswirtschaftliche und verwaltungsrechtliche Ausbildungen verfügt, hatte zuvor ein Umweltamt  geleitet und in Führungspositionen bei Alba, SITA und Tönsmeier (heute PreZero) privatwirtschaftliche Erfahrungen gesammelt.  Zuletzt fungierte sie als kaufmännische Geschäftsführerin des Landesbetriebes  Ihlenberger Abfallentsorgung GmbH  (Landkreis Nordwestmecklenburg) tätig. Ihr Vertrag wäre nach fünfjähriger Laufzeit  im Juni dieses Jahres nicht verlängert  worden. Die Deponie in Ihlenberg ist eine bereits in DDR-Zeiten als VEB Deponie Schönberg in Betrieb genommene Anlage, die zu den größten, aber vermutlich auch am meisten belasteten in Europa gehört.

Die Vorsitzende des RMD-Aufsichtsrates. die Beigeordnete im Main-Taunus-Kreis, Madlen Overdick (Grüne), betonte, Beate Ibiß sei eine erfahrene Führungskraft, die sich nicht nur im Deponiegeschäft sondern auch mit der Sanierung auskenne. Auch Hochtaunus-Landrat Ulrich Krebs (CDU) steht uneingeschränkt  hinter der Personalentscheidung. Die Reduzierung auf nur noch eine Geschäftsführerin sei die Konsequenz aus dem Sanierungskonzept, das die Landkreise für die Rhein-Deponie haben erarbeiten lassen. Es sehe die Bündelung von Kompetenzen und die Schaffung klarer Zuständigkeiten vor.

Sie wolle mit dem Aufsichtsrat und den Gesellschaftern eng zusammenarbeiten, ebenso mit den Mitarbeitern der RMD, den Kommunen und den Anwohnern, kündigte die parteilose Beate Ibiß an. Gut möglich, dass sie ihr Kommunikationsgeschick als neue Geschäftsführerin schon bald unter Beweis stellen kann. Denn die Ankündigung der RMD-Verantwortlichen, die Wickerer Deponie nicht 2025 zu schließen, sondern durch den Bau einer „Deponie auf der Deponie“ weitere 20 Jahre betreiben zu wollen, hatte Ende vergangenen Jahres für heftige Proteste in den Anrainerkommunen Flörsheim und Hochheim gesorgt.

Gleichberechtigte Gesellschafter der Rhein-Main Deponie GmbH (RMD) sind der Main-Taunus-Kreis und der Hochtaunuskreis Hauptsitz ist der Rhein-Main Deponiepark zwischen Wicker, Hochheim und Massenheim, der auch Standort der Deponie Flörsheim-Wicker ist.  Mit 75.02 Prozent ist die RMD  an der Main-Taunus-Recycling GmbH (MTR)  beteiligt. „Auf diese Weise konnten wesentliche Bereiche der umweltgerechten Abfallentsorgung gebündelt werden“, teilt RMD mit.

Sl/khg

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