Menschen & Macher 02-12/2008

Menschen & Macher 02-12/2008

150 150 Klaus Henning Glitza

Abschied nach 17 Jahren / Diskutanten einig: “Klimaschutz durch Kreislaufwirtschaft”

 

Nach 17 Jahren als Geschäftsführer der Kreuznacher Stadtwerke (SWK) ist der 67-jährige Betriebswirt Dietmar Canis in den Ruhestand verabschiedet worden.

Gruppenbild mit Oberbürgermeisterin: Vom links OB Dr. Heike Kaster-Meurer, Christoph Nath und Dietmar Canis. Foto: Kreuznacher Stadtwerke

Als der frühere Heeresfliegerpilot 2002 seinen Dienst in der rheinland-pfälzischen Stadt  antrat, habe er „ein schweres Erbe angetreten: sinkende Gewinnspannen beim Verkauf von Strom, Gas und Wasser sowie sehr hohe Erwartungen der Politiker, die Defizite der städtischen Gesellschaften abzubauen“, schreibt die Allgemeine Zeitung. Canis habe „als Kapitän das Schiff immer in die richtige Richtung gelenkt – auch durch stürmische Gewässer wie die Liberalisierung des Marktes und die Energiewende”, sagte Oberbürgermeisterin und SWK-Aufsichtsratschefin Dr. Heike Kaster-Meurer bei der Verabschiedung.

Nachfolger von Dietmar Canis ist seit 1. Oktober Christoph Nath. Nach der Übergangsphase mit zwei Geschäftsführern wird er ab 1. Januar 2019 alleinverantwortlich für die Kreuznacher Stadtwerke sowie für die Gesellschaft für Beteiligungen und Parken in Bad Kreuznach mbH sein. Der Diplomingenieur mit den Schwerpunkten Verfahrens- und Umwelttechnik, Wirtschaftsingenieur und Master oft Engineering and Economics war vorher bei den Stadtwerken Gütersloh tätig.

khg

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Michael Wiener, Herwart Wilms und Rolf Kaufmann haben während einer BDE-Diskussionsrunde zum Auftakt der 24. UN-Weltklimakonferenz in Kattowitz im Deutschen Pavillon Stellung zum Thema „Klimaschutz durch Kreislaufwirtschaft“ bezogen. Einhellige Meinung der Diskutanten war, dass, wenn die Europäische Union bis zum Jahr 2050 klimaneutral sein will, „das Deponierungsverbot schnellstens auf den Weg gebracht werden“ müsse.

Während der von BDE-Präsident Peter Kurth geleiteten Runde wurde auf Erfolge der Kreislaufwirtschaft in Deutschland (Materialien werden nicht verbraucht, sondern nach Gebrauch zur erneuten Verwendung wiederaufbereitet) hingewiesen.

Allein die Dualen Systeme sparten jährlich rund 3,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente hauptsächlich durch  Kunststoffe  ein“, erklärte Michael Wiener, CEO der DSD – Duales System Holding GmbH & Co. KG. Der größte Anteil an den CO2-Einsparungen in Deutschland liege im Bereich der Abfallwirtschaft. Herwart Wilms, Remondis-Geschäftsführer, verlieh der Forderung nach einer Minimal-Content-Regelung Nachdruck: „Wenn neue Produkte einen festgelegten Mindestanteil von Recyclingrohstoffen haben, schaffen wir so einen Markt für Rezyklate.“ Rolf Kaufmann, Vizepräsident der EEW Energy from Waste GmbH, hob hervor: „Die thermische Verwertung ist ein wichtiger Baustein der modernen Kreislaufwirtschaft und Teil der Energiewende.“

Einigkeit bestand in der Diskussionsrunde darüber, dass das Thema Kreislaufwirtschaft auf die internationale Agenda gehörte und die internationale Zusammenarbeit gestärkt werden müsse. Voraussetzung für weltweit hochwertiges Recycling sei die sinnvolle und saubere Trennung der Stoffe, zu der zwingend auch der Aufbau und Betrieb einer soliden Sammelinfrastruktur gehöre.

Nach BDE-Angaben waren sich die Diskutanten auch darüber einig, dass die öffentliche Hand in Bund, Ländern und Gemeinden auch beim Materialeinkauf eine besondere Verantwortung habe. Behörden und Verwaltungen sollten die Kriterien einer umweltfreundlichen Beschaffung (Green Public Procurement) stärker in den Fokus nehmen und die bereits bestehenden Regelungen in die Tat umsetzen.

BSCH/rd

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