Kleine Presseschau 2-11/2018

Kleine Presseschau 2-11/2018

Kleine Presseschau 2-11/2018 150 150 Klaus Henning Glitza

 

Klumpe-Verkauf: „Gleiche Philosophie“ / Berliner Medien über den Betrugsfall Bugra G.

 

Zur Übernahme des mehr als 150 Jahre alten Unternehmens Klumpe in Werlte (nordöstlicher Landkreis Emsland, Niedersachsen) durch Remondis schreibt die Osnabrücker Zeitung.

Der bisherige Inhaber und Geschäftsführer Wilhelm Klumpe begründete den Verkauf (…) auf Anfrage unserer Redaktion damit, dass keine seiner fünf Töchter als Nachfolger in das Unternehmen einsteigen wird. Die Option, einen Geschäftsführer zu installieren, habe man ebenfalls verworfen. „Wir sind dann zu dem Entschluss gekommen, unseren Betrieb an ein familiengeführtes Unternehmen mit gleicher Philosophie zu verkaufen“, so der 66-Jährige. Zudem seien die 65 Arbeitsplätze seiner Gruppe in Werlte und Bösel mit diesem Schritt weiter „absolut sicher“. Remondis kaufe nicht, um wieder zu verkaufen, sondern um zu wachsen. (…)

Klumpe selbst wechselt mit dem Verkauf in den Ruhestand. „Ich werde aber für ein Jahr und womöglich ein zweites Jahr als Berater für Remondis in Werlte tätig sein.“ Das diene einem möglichst reibungslosen Übergang. Zudem wolle er damit auch Anlaufstelle für die Mitarbeiter sein, für die der Verkauf einen Einschnitt bedeute.

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Der Berliner Tagesspiegel berichtet unter der Überschrift „Mitglied der Sperrmüll-Mafia verurteilt“ über den Strafprozess gegen den 38-jährigen Bugra G, der -wie bereits gemeldet- zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt wurde.

Als Bugra G. in den Gerichtssaal geht, beachtet er den Senior auf dem Flur nicht weiter. Der 86 Jahre alte Mann ist eines von vielen Opfern, die durch G. und seinen Komplizen bei der Entsorgung von Sperrmüll getäuscht, unter Druck gesetzt und mit Wucherpreisen abgezockt wurden. Rudolf A. erinnert sich mit Grausen (…) „Er kam mit fünf Männern.“ Sie sollten eine alte Couch abholen. Es seien 95 bis 115 Euro abgemacht gewesen. Als der Sperrmüll auf der Straße stand, habe G. erklärt: „Kostet 1300 Euro.“ Rentner A. zahlte. „Aus Angst“, sagt er. (…) Knapp drei Jahre später ist der 86-Jährige mit im Saal, als der 38-Jährige G. verurteilt wird.

Bugra G. sei als Vorarbeiter einer privaten Firma unterwegs gewesen, „die ihren Namen oft wechselt“, heißt es weiter im Urteil. Die Webseite sei so gestaltet, dass man sie auf den ersten Blick für die der BSR halten könnte. Am Telefon habe man freundlich gute Preise gemacht. Doch dann sei G. mit kräftigen Tagelöhnern aufgetaucht.  (…) „Vor allem ältere Menschen wurden unter Druck gesetzt

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Die in Berlin erscheinende B.Z. schreibt zum selben Thema:

Amtsgericht Tiergarten. Angeklagt: Bugra G. (38) aus Reinickendorf. Ein Zwei-Zentner-Mann, Speckfalten im Nacken. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm gewerbsmäßigen Betrug und Wucher sowie Erpressung vor. Die Preise am Telefon sind günstig: 2,39 Euro pro Kubikmeter Sperrmüll. Wenn „Herr Morgenstern“ aber anrückt mit bis zu acht Kraftprotzen, ruft er plötzlich mehr als das Zehnfache auf! Unklar, wie oft „Herr Morgenstern“ so abstaubte. Nur acht besonders unverschämte Fälle schaffen es vor Gericht. (…)

Bugra „Morgenstern“ G. diktierte die Preise. Und das Schlimme ist: Er diktiert die Preise auch vor Gericht! Geständnis gegen mildes Urteil, handelt sein Verteidiger aus. Trotz Vorstrafen winkt jetzt eine Bewährungsstrafe. (…)

So können Sie sicher sein, dass die BSR – und kein Abzocker – Ihren Sperrmüll abholt. Sie nutzen für ihre Internet-Auftritte die Farbe Orange, geben sich Namen, die ähnlich klingen wie BSR (Berliner-Stadtreinigung) und locken mit vermeintlich attraktiven Angeboten. (…) Sabine Thümler, Sprecherin der BSR, betont, dass die BSR nie Drittfirmen mit der Sperrmüll-Abholung beauftragt. „Unsere Mitarbeiter sind immer in Orange gekleidet und können sich ausweisen, auch unsere Fahrzeuge sind orange und haben immer das Kennzeichen B-S-.“ Außerdem solle man immer prüfen, ob man sich wirklich auf der Internetseite der BSR befindet (www.bsr.de). Bei telefonischem Kontakt immer auf die Rufnummer achten, die beginnt bei der BSR immer mit 7592. Auf den Recyclinghöfen der BSR können drei Kubikmeter Sperrmüll entgeltfrei entsorgt werden. Abholung: Der Spartarif der BSR (Abholung nach vier Wochen) kostet 50 Euro.

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Zusammenstellung: bem

Die Redaktion behält sich vor, aus Gründen der überregionalen Relevanz und der Lesbarkeit Kürzungen in den wiedergegebenen Medienbeiträgen vorzunehmen, Kürzungen werden durch (…) kenntlich gemacht.

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