Kleine Presseschau 14-10/2018

Kleine Presseschau 14-10/2018

150 150 Klaus Henning Glitza

Pilotanlage nimmt Betrieb auf / Beleidigung des Personals / Stadt Rosenheim und Plastikmüll / Über Wegwerfprodukte:  “Die Lage ist ernst”

 

Über eine Wirbelschichtfeuerungsanlage (WFA) auf dem Gelände des stillgelegten Kraftwerks in Werdohl-Elverlingsen (Märkisches Sauerland, NRW) berichtet das Medium come-on.de., ein Onlineangebot des Märkischen Zeitungsverlages, Lüdenscheid.  Aus der zurückbleibenden Klärschlammasche dieser Anlage soll künftig Phosphorsäure gewonnen werden.

(…) Die Remondis Aqua Stoffstrom GmbH & Co. KG mit Sitz im westfälischen Lünen (nimmt) am (…) Montag, 29. Oktober, in Elverlingsen ihre erste Pilotanlage für das patentierte TetraPhos-Verfahren in Betrieb. 

Seit 2013 gelingt es Remondis Aqua mit dem Verfahren, Phosphorsäure aus Aschen von Klärschlammverbrennungsanlagen im industriellen Maßstab herzustellen. Das Verfahren wurde von Chemikern in Forschungslaboren entwickelt und im Jahr 2016 mit dem GreenTec-Award ausgezeichnet, Europas größtem Nachhaltigkeitspreis.

(…) „Mit der neuen Pilotanlage tragen wir aktiv zur Schonung natürlicher Ressourcen und zur Reduzierung der Umweltbelastung bei, denn Phosphor ist ein lebenswichtiger Rohstoff, dessen Vorkommen stetig schrumpft“, erklärt Ralf Czarnecki, Geschäftsführer der Remondis Aqua Stoffstrom.  Das Verfahren sei „von herausragender ökologischer Effizienz und Wirtschaftlichkeit“ und trage zur Schonung natürlicher Ressourcen bei. Die durch das Verfahren gewonnene Phosphorsäure ist laut Remondis frei von Schwermetallen und somit prädestiniert zur Herstellung von reinen Düngemitteln. 

Durch das Verfahren kann nicht nur Phosphorsäure aus Asche gewonnen werden, sondern auch Gips für die Baustoffindustrie, sowie Eisen- und Aluminiumsalze, die als Fällungsmittel zur Abwasserreinigung und Phosphorelimination in Kläranlagen recycelt werden.

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Die Westfalenpost berichtet unter der Überschrift „Personal wird bei Ausgabe gelber Säcke bedroht“ über unliebsame Vorkommnisse bei der Ausgabe von gelben Säcken in Arnsberg (Sauerland. NRW).

 In den sechs Ausgabestellen der Bäckerei Jürgens wird es künftig keine gelben Säcke mehr geben. (…) Die Bäckerei erklärt online, dass es in der Vergangenheit zu „Drohungen und übelsten Beleidigungen“ des Personals gekommen sei. Deshalb habe man sich dazu entschlossen, die Verteilung der gelben Säcke als Serviceleistung einzustellen.

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Was die Stadt Rosenheim (Oberbayern) unternimmt, um den Plastikmüll zu reduzieren, ist zentrales Thema des Oberbayrischen Volksblattes (OVB). Dabei wird ein Statement der Stadt abgedruckt.

Wesentlicher Eckpfeiler der Müllreduzierung sind der konsequente Verzicht auf vermeidbare Verpackungen sowie die Nutzung von Mehrweggeschirr sowie stofflicher Alternativen, etwa aus Zuckerrohr.

Soweit nicht Gründe der öffentlichen Sicherheit und Ordnung entgegenstehen, setzt die Stadt bei Veranstaltungen in ihren Einrichtungen und auf ihren Grundstücken einschließlich öffentlicher Verkehrsflächen als Auflagen fest, dass Speisen und Getränke nur in pfandpflichtigen und wiederverwendbaren Behältnissen und mit Mehrwegbesteck abgegeben werden. Für die Stadt ist es eine Daueraufgabe, für ein verbessertes Umweltbewusstsein bei der Müllvermeidung zu werben. Daher gibt es seit vielen Jahren eine Abfallberatung, die über die Möglichkeiten zur Vermeidung von Abfällen und die Wertstoffsammlung informiert. Hierzu werden unter anderem regelmäßig „Umwelt-Tipps“ veröffentlicht und Vor-Ort-Beratungen an Schulen und Kindertagesstätten zu abfallrelevanten Themen durchgeführt. Seit Jahren organisiert das Umwelt- und Grünflächenamt auch Rama-Dama-Aktionen in Kooperation mit Schulen, Kindertagesstätten und Organisationen. Daran beteiligen sich jährlich rund 1 500 Helfer.“

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Anlässlich einer Feier zum 30-jährigen Bestehen der BUND-Ortsgruppe Usingen/Neu-Anspach zitiert der Usinger Anzeiger das Vorstandsmitglied Mechthild Gladisch.

Lange Zeit danach waren wir immer wieder speziell mit dem Thema Müllvermeidung auf Stadtfesten und Weihnachtsmärkten. Bis der grüne Punkt kam und Müll ein Wirtschaftsfaktor wurde. Sehr schade“ (…)

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Über die jüngsten Maßnahmen der EU zur Eindämmung der Plastikflut berichtet die Frankenpost.

Die Lage ist ernst. Weltweit, aber auch in Europa, werden enorme Mengen Kunststoff genutzt und anschließend weggeworfen. Nur knapp ein Drittel des Plastikmülls wird nach Angaben der EU-Kommission eingesammelt und wiederverwertet. Ein Großteil des Rests landet auf Müllkippen oder in der Umwelt. Plastik zerfällt aber sehr langsam und häuft sich besonders im Meer und an Stränden. Bis zu 85 Prozent aller in der EU angespülten Abfälle sind aus Kunststoff – dabei handelt es sich in etwa der Hälfte der Fälle um weggeschmissene Einwegprodukte.

Für Vögel, Fische und andere Meerestiere ist Plastik eine große Gefahr. Sie fressen es oder verheddern sich darin. Plastikspuren in Fischen gelangen auch auf Teller von Menschen. Die EU-Kommission und der Umweltausschuss im Parlament haben nun eine Reihe an Maßnahmen ins Rennen gebracht, um Plastikmüll einzudämmen.

Am deutlichsten spürbar für Verbraucher wären wohl geplante VERBOTE VON WEGWERF-PLASTIKPRODUKTEN, die nur einmal benutzt werden. Darunter fallen Strohhalme, Plastikgeschirr und -besteck, Wattestäbchen und Ballonhalter. Verbannt werden sollen dabei nur Gegenstände, für die es aus Sicht der EU-Kommission bereits Alternativen gibt. Als Ersatz für Plastik-Trinkhalme kommen zum Beispiel solche aus Papier oder wiederverwendbare aus härterem Kunststoff in Frage.

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Zusammenstellung: bem/khg

Die Redaktion behält sich vor aus Gründen der überregionalen Relevanz und der Lesbarkeit Kürzungen in den wiedergegebenen Medienbeiträgen vorzunehmen, Kürzungen werden durch (…) kenntlich gemacht.

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