Kleine Presseschau 08-05/2019

Kleine Presseschau 08-05/2019

Kleine Presseschau 08-05/2019 150 150 Klaus Henning Glitza

Kritik an Brandschutzkonzept / Oberhausen:  Schlampt die Stadt? / Kommunen gegen zunehmende Vermüllung

 

Nach dem verheerenden Brand der ALBA-LVP-Sortieranlage in Mark gibt es nach Darstellungen der Dattelner Morgenpost in Kreisen der Kommunalpolitik immer wieder Kritik am Brandschutzkonzept, das die Stadt zu prüfen hatte. Dieser Punkt habe in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses zu heftigen Wortwechseln und ungewohnter Schärfen gekommen, berichtet die Zeitung. Autorin ist Martina Möller, Redaktion Marl.

Auslöser war die Frage von Andreas Kolk, stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender, warum die Feuerwehr die Anwohner des Chemieparks nachts nicht mit Warnfahrzeugen alarmiert habe, sondern nur eine Warnung im Internet über die App Nina und den Twitter-Kanal des Chemieparks erfolgt sei. Bei seiner Nachfrage berief sich Andreas Kolk auf (…) einen Satz im nichtöffentlichen Einsatzprotokoll der städtischen Feuerwehr. Demnach habe es keine Warnfahrzeuge gegeben. Dem widersprach der städtische Feuerwehrchef Rainald Pöter. Die Warnfahrzeuge seien da und einsatzbereit. Er betonte: „Aber ihr Einsatz war nicht notwendig. Es hat keine Gefährdung gegeben. (…).

„Ich war von der Schärfe der Diskussion überrascht“, erklärte Fragesteller Andreas Kolk am Tag nach der Sitzung. Ihm sei es auch um den Umgang mit künftigen Störfällen gegangen.

(…)
Die Sortieranlage des Wertstoffunternehmens ALBA im Chemiepark wird wieder ans Netz gehen, wenn die Schäden repariert und die im neuen „Geruchsminderungskonzept“ vereinbarten technischen Auflagen mit schnelleren Rolltoren, Aktivkohlefiltern und Absaugsystemen installiert sind. Darauf müssen sich die Anwohner nach den Ausführungen von Hans-Jürgen Görß einstellen.

Der Ressortleiter der Unteren Immissionschutzbehörde beim Kreis Recklinghausen (Hans-Jürgen Görß- die EM-Redaktion)  informierte (,,,) ausführlich über rechtliche Grundlagen und Umweltauflagen, nach denen der Betrieb der Sortieranlage zu genehmigen war. Sind alle technischen Bedingungen erfüllt, wird sie auch wieder genehmigungsfähig sein. „Wir werden eine deutliche Minderung des Geruchs erreichen, aber niemals eine Geruchsfreiheit.“
(…)

Kompletter Artikel:

http://www.dattelner-morgenpost.de/staedte/marl/45770-Marl~/Nach-dem-Feuer-Muell-kann-bald-wieder-sortiert-werden;art996,2335746

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40 Jahre nach Einführung der Mülltrennung scheint die korrekte Entsorgung von Abfall in der Oberhausener Stadtverwaltung nicht die Regel zu sein.“, schreibt IKZ-online (Funke Medien NRW). Bei der Abfalltrennung werde offenbar geschlampt. Autor ist Peter Szymaniak.

(…) was einzelne engagierte Ratspolitiker beim Blick in die Müllkübel der Oberhausener Amtsmänner und Klassenzimmer entdeckten, ließ ihnen keine Ruhe: Apfelkippen liegen neben Zeitungspapier, Getränkedosen neben Bleistiftstummeln – und dies 40 Jahre nach der bundesweiten Einführung der heute so etablierten Trennung verschiedener Müllarten: Bio, Glas, Papier, Verpackungen, Reste.

 „Man mag sich wundern, womit sich Fraktionen heutzutage beschäftigen müssen, doch Mülltrennung findet in den Schulen nur in geringem Maße statt und ist in der Stadtverwaltung keine Selbstverständlichkeit“, konstatiert Grünen-Ratsherr Norbert Axt in der Ratssitzung am Montag.  (…)

Herrscht also in der öffentlichen Oberhausener Verwaltung und angrenzenden Organisationen Sodom und Gomorrha – zumindest in Müllfragen? Eine Nachfrage bei der für Schulen zuständigen Stadttochter Oberhausener Gebäudemanagement (OGM) ergibt zumindest: Ganz so schlimm, wie es die Politiker darstellen ist die Abfall-Lage im Stadtgebiet nicht. „Es werden Reinigungswagen mit zwei getrennten Behältern für Verpackungen und Restmüll eingesetzt“, sagt OGM-Sprecher Alexander Höfer. Er versichert: „Wenn der Müll in Büros und Schulen getrennt wird, dann wird das nicht zusammengeworfen. Aber die Müllarbeiter sortieren den Abfalleimer auch nicht selbst auseinander.“

Gleichwohl sieht der Rat einstimmig dringenden Handlungsbedarf.  (…)

Die Grünen vermuten, dass geeignete Mülleimer mit zwei Behältern in den Schulen fehlen und Dienstanweisungen von Vorgesetzten nicht klar genug formuliert worden sind. (…)

Kompletter Artikel:

https://www.ikz-online.de/staedte/oberhausen/oberhausen-schlampt-offenbar-bei-der-abfalltrennung-id219304409.html

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Vor dem Hintergrund einer immer stärkeren Vermüllung des öffentlichen Raums wollen die thüringischen Kommunen Erfurt, Jena, Weimar und Sonneberg ein Umdenken im Umgang mit Abfällen fördern.  Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur, über die inSüdthüringen.de berichtet. Müllvermeidung sei auch Kostenvermeidung. Allein in Jena seien im vergangenen Jahr so Mehrkosten von rund 15 000 Euro entstanden, wird Pressesprecherin Roswitha Putz zitiert. 

Bei städtischen Veranstaltungen in Erfurt ist die Abgabe von Getränken in Wegwerf-Bechern oder Portionspackungen etwa für Senf inzwischen grundsätzlich nicht mehr gestattet.

Gerade Einweg-Kaffeebecher sorgen für größeren Ärger. Ein Phänomen, dessen Bekämpfung inzwischen viele Kommunen und (…) Umweltschützer auf den Plan gerufen hat.(…)  Gemeinsam mit den Stadtwerken startete die Kommune die Kampagne «Nicht von Pappe – Erfurt auf dem Mehrweg». (…)

Auch in Weimar gibt es gleich mehrere Ansätze, Wegwerf-Becher zu vermeiden. Zusammen mit dem Kreisverband des Naturschutzverbands BUND wurde von der Stadt ein Projekt zur Eindämmung der To-Go-Becher ins Leben gerufen.  (…) In einem zweiten Schritt soll ein Pfandsystem eingeführt werden. Laut der Sprecherin des Studierendenwerks Thüringen, Elke Voß, war die Mensa in Weimar die erste «pappbecherfreie» Mensa in Deutschland. (…)  Die Stadtwerke Weimar haben auf Anregung des Studierendenwerks bereits 2017 alle Pappbecher aus der Cafeteria des Unternehmens verbannt. (…)

Auch Restaurants und Lebensmittelläden nutzen den Trend zum Verpackungssparen. So gibt es etwa in Erfurt und Jena Läden, die auf Produkte zum Selbstabfüllen setzen. «Ein positiver Nebeneffekt ist, dass man so nur das kauft, was man auch wirklich braucht», erklärt Kati Fröhlich, Inhaberin des Bioladens «Jeninchen» in Jena. (…).

 «Unser Ziel ist es, dass soweit möglich alles unverpackt in den Laden kommt und alles unverpackt rausgeht», erklärt Inhaberin Ulrike Nonn vom «Restlos-Bistro» in Erfurt.  (…)

Pleißners (gemenint ist Isabelle Pleißner vom Nachhaltigkeitszentrum Thüringen- die EM-Redaktion)  Einschätzung nach wird der Verzicht auf Verpackungen immer mehr zum Thema. (..) Mit dem Ilmpuls-Festival am 1. Juni in Ilmenau ist das erste Thüringer Nachhaltigkeits-Festival in Planung. «Die Idee kommt immer mehr an», erklärt Pleißner. «Bei der Politik rennen wir mit unseren Vorschlägen mittlerweile offene Türen ein – ganz anders als noch vor zehn Jahren. Man kann definitiv von einem neuen Trend sprechen.»

Kompletter Artikel:

https://www.insuedthueringen.de/region/thueringen/thuefwthuedeu/Muell-vermeiden-Was-Thueringer-Kommunen-dafuer-tun;art83467,6736068

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Zusammenstellung: bem

Die Redaktion behält sich vor, aus Gründen der überregionalen Relevanz und der Lesbarkeit sowie der Einhaltung der Zitierregeln Kürzungen in den wiedergegebenen Medienbeiträgen vorzunehmen,

Kürzungen werden durch (…) kenntlich gemacht.

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