Kleine Presseschau 08-04/2019

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Kleine Presseschau 08-04/2019 150 150 Klaus Henning Glitza

Kartellamt: Rücksicht auf Verbraucher? / Gespräche zwischen Stadt Düsseldorf und Awista

Mit der Übernahme des Grünen Punktes wolle sich REMONDIS als Marktführer der deutschen Abfallwirtschaft „ein großes Stück des Verpackungsmüll-Kuchen“ sichern, schreibt die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ).  Mit Rücksicht auf die Verbraucher plane das Kartellamt eine Untersagung des Deals. Autor ist Frank Meßing.

Die Wettbewerbshüter befürchten steigende Kosten für Verbraucher und Konkurrenten. (…) Die Reaktion aus Lünen fiel karg aus: „Remondis hat den Entscheidungsentwurf des Bundeskartellamtes zur Kenntnis genommen, wird diesen entsprechend prüfen und in vorgegebener Frist Stellung dazu nehmen“, erklärte das Unternehmen. Im März hatte sich Remondis-Chef Herwart Wilms noch überaus optimistisch geäußert. (…) „Bei der intensiven Beschäftigung mit der Frage, ob wir da eine Einschränkung bekommen, sagen wir: Sehen wir nicht“, so Wilms.

 Dabei liefen schon damals kommunale und privatwirtschaftliche Entsorger Sturm gegen die mögliche Elefantenhochzeit in der Müllbranche. (…)

Die noch verbliebenen sieben Wettbewerber befürchten eine monopolartige Stellung von Remondis. (…) Alarmiert sind vor allem aber die kommunalen Abfallbetriebe. (…) Der Wettbewerb sei in einigen Regionen bereits zum Erliegen gekommen.

Kompletter Artikel: https://www.waz.de/wirtschaft/wirtschaft-in-nrw/warum-remondis-den-gruenen-punkt-kaufen-will-aber-nicht-darf-id217019745.html

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Um den eskalierten Konflikt zwischen OB Thomas Geisel (SPD) und der Awista Düsseldorf ist es ruhig geworden. Das könnte sich laut Rheinische Post bald ändern: „Aktuell laufen Gespräche zwischen der Stadt und dem Entsorgungsunternehmen darüber, wie die Sauberkeit verbessert werden kann– und man sei ‚auf einem guten Weg`, wie es aus dem Rathaus heißt.“ Autoren sind Laura Ihme und Uwe Jens Ruhnau.

Viele Standorte von Papiercontainern sind verdreckt, etwa weil Leute ihren Müll illegal daneben entsorgen. Das ärgert nicht nur die Bürger, sondern auch Oberbürgermeister Thomas Geisel, der deshalb Anfang des Jahres der Awista in einem Brief etwa schrieb, es entstünde der Eindruck, das Unternehmen erwirtschafte Profite zulasten der Servicequalität. Seither arbeitet man an Maßnahmen, wie die Situation verbessert werden kann, zum Beispiel werden die 50 dreckigsten Containerstandorte täglich kontrolliert.  (…) „„Ich bin erst dann zufrieden, wenn der Müll flächendeckend in den Containern statt daneben landet. Die sehr auskömmliche Ertragslage der Awista lässt durchaus eine signifikante Verbesserung der Servicequalität zu“, so Geisel.

Soll die Stadt sauberer werden, sind nach Ansicht von Fachleuten drei Faktoren entscheidend: die Infrastruktur (zum Beispiel mehr Leerungen von Containern), Sanktionen (etwa für Müllsünder) sowie Kommunikation und soziale Norm (Wie sehr akzeptiert eine Gesellschaft das Verhalten von Müllsündern?).  (…) Wie es in anderen Städten aussieht, weiß die Awista. (…) Ein Vorbild könnten zum Beispiel Köln und Hamburg sein: Dort hat die Humboldt-Uni Berlin (…) herausgefunden, dass etwa in Köln eine Plakatkampagne und grüne Fußspuren in Richtung Abfalleimer, die diese sichtbarer gemacht haben, zu einer Verbesserung der Situation geführt haben. In Hamburg waren „Kümmerer“ im Einsatz, die zusätzliche Reinigungsarbeiten übernommen haben und Ansprechpartner für Bürger waren. Beim Einsatz so genannter Müll-Detektive könnte sich der Blick nach Mönchengladbach lohnen – dort sind Müll-Detektive seit 2016 im Einsatz.

Kompletter Artikel: https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/ideen-fuer-stadtsauberkeit-in-duesseldorf-gesucht_aid-38325625

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Zusammenstellung: bem

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Kürzungen werden durch (…) kenntlich gemacht.

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