Kleine Presseschau 06-04/2019

Kleine Presseschau 06-04/2019

150 150 Klaus Henning Glitza

Region Hannover: Ein Konzern sieht gelb / Das “Magerministerium” der Svenja Schulze

 

Ein Konzern sieht gelb. Zwischen dem Zweckverband Abfallwirtschaft Hannover (aha) und Remondis ist ein Streit entbrannt. Anlass sind die Größen der gelben Säcke.  Während REMONDIS auf 90 Liter-Säcke umstellen möchte, besteht aha auf 50-Liter-Säcken. Die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtet.  Autor ist Mathias Klein.

Aus Sicht von Remondis haben die 90-Liter-Säcke, die in allen anderen Kommunen seit Jahren üblich sind, deutliche Vorteile. Weil sich das Volumen der Säcke fast verdoppelt, ist die Stehzeit der Müllfahrzeuge während der Tour deutlich kürzer, sagt Remondis-Sprecher Stefan Schlutter. Dadurch reduziere sich der Ausstoß von schädlichem Stickoxyd und Kohlendioxyd. Außerdem könnte der Dieselverbrauch um 30 Prozent reduziert werden.

(,,,) . Mit den größeren Säcken reiche es dann auch, wenn diese nur noch alle zwei Wochen abgeholt werden würden, statt wie bisher jede Woche, meint Schlutter. (…)

… die Müllwerker (müssten-die Redaktion) deutlich weniger Säcke sammeln (…)  „In Folge dessen werden die Wirbelsäule und die Kniegelenke deutlich weniger belastet“, erläutert Schlutter.

Das sieht Aha allerdings völlig anders. Viele Menschen fänden die 50-Liter-Säcke vorteilhafter, sagt Sprecherin Helene Herich. Denn diese ließen sich schneller befüllen und dann verschließen. Zudem sei für die Müllwerker der leichtere Sack rückenschonender und leichter zu werfen.  (…)

Nach Ansicht von Herich verringerten größere Säcke, anders als von Remondis behauptet, keineswegs den Ausstoß von Schadstoffen. Denn die Zeit, in der der Müllwagen halte, um die Säcke zu laden, hänge nicht in erster Linie von der Größe der Säcke ab, …die Menge des Verpackungsmülls bleibe für den Müllwerker gleich. „Entweder er greift mehr Säcke, die kleiner und leichter sind oder weniger Säcke, die größer und schwerer sind.“

Remondis kann die Größe der Säcke nur mit Zustimmung von Aha umstellen. (…)

 Kompletter Artikel: http://www.haz.de/Umland/Muellabfuhr-in-Hannover-Ist-der-gelbe-Sack-zu-klein

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„Halb Göttin, halb Hobbit“, mit dieser despektierlichen Bildunterschrift geht die links orientierte „taz“ auf Svenja Schulze und ihr „Magerministerium“ ein.

Beleuchtet wird der Streit innerhalb des ideologisch uneinigen Bundeskabinetts um Klimapolitik und Klimaziele und die Rolle eines abgespeckten Bundesumweltministeriums. Eine beißende Kritik…  Autor ist Peter Köhler

Es ist nicht ungewöhnlich, dass am Kabinettstisch Streit aufquillt. Im Gegenteil, dass die Minister mit Argumenten erregt aufeinander einstechen, kommt häufiger vor.  (…) Aber dass ausgewachsene Menschen ihre Fäuste auspacken? Dass Stücker vier Minister über eine Kollegin herfallen und die Kanzlerin sich dazwischenwerfen muss?

„Die Schulze hat angefangen!“, rufen Seehofer, Scheuer, Altmaier und die Klöckner mit festgefahrener Unschuldsmiene. „Sie kann’s einfach nicht verknusen, dass das Umweltministerium so abgemagert ist und wenig zu sagen hat!“ Damit haben sie insofern recht, als Energiewirtschaft und Bauen seit 2018 aufs Kerbholz anderer Ministerien gehen. „Außerdem ärgert die sich, dass auch Verkehr und Landwirtschaft in anderen Ministerien angesiedelt sind. (…)

Svenja Schulze hingegen verweist mit Engelsmiene auf ihren Entwurf für ein neues Klimaschutzgesetz, den sie süffisant lächelnd auf dem Kabinettstisch ausgerollt hatte – da seien die vier puterrot angeschwollen! Das Gesetz würde dafür sorgen, dass der Seehofer vom Bauministerium, der Altmaier von der Energiewirtschaft, der Scheuer vom Verkehr und die Klöckner von der Landwirtschaft klafterbreite Bußgelder abdrücken müssen, wenn sie mit ihrer Politik dem Klima weiterhin eine böse Nase drehen. Schon lange, grumbelt Svenja Schulze, habe sie die vier Charaktermasken auf dem Kieker, „auch und gerade deshalb, weil mein Umweltministerium so abgemagert ist! Das kann ich nicht verknusen!“

Svenja Schulze weiß, dass sie einen Herkules zu bewältigen hat. An sich ein Geistesmensch, der nach dem Abi zart Germanistik studierte und 1996 eine federleichte Magisterarbeit über Frank Wedekind aufs Papier hauchte, ist sie sich doch für nichts zu fein. Ihr Alltag als Ministerin spricht Bände: Sie besucht eine Kunststoffverwertungsfirma, wo übermenschliche Schreddermaschinen und Rüttelsiebe unter Höllenlärm Abfall häckseln, damit aus Plastik wieder Plastik wird. Sie besichtigt einen Recyclingbetrieb, der abgelebte Batterien zerlegt und zu neuen Akkus verbaut, die zerlegt werden, und das Perpetuum mobile erfunden hat.  (…)

Niemand kann Svenja Schulze mangelnden Einsatz an den Kopf werfen. Klar, Deutschland hatte von ihr nie wirklich gehört, als sie im März 2018 Bundesumweltministerin wurde; aber das ging ihr genauso.  (…)

Natürlich weiß sie (…), dass Kompromisse gebacken werden müssen. (…) Svenja Schulze hat extra (…)  die Klimaziele von 2020 auf 2030 verschoben, um Artenschwund in der Energiewirtschaft und sterbende Autofabriken zu verhindern. Es geht eben nicht nur um die Umwelt, sondern der Untergang der Menschheit muss auch sozialverträglich erfolgen!  (…)

Kompletter Artikel: http://www.taz.de/!5585106/

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