Kleine Presseschau 06-01/2019

Kleine Presseschau 06-01/2019

150 150 Klaus Henning Glitza

Von wegen „Weltmeister“? / Emsland: Hat Remondis Murks abgeliefert? / Gemeinden machen Rechnung auf

Der Kölner Express berichtet unter anderem über kritische Aussagen von Dr. Henning Wilts, Abteilungsleiter für Kreislaufwirtschaft am Wuppertal Institut über Recyclingquoten in Deutschland. Überschrift: „Von wegen ‚Weltmeister‘: Müll-Experte aus NRW: So werden wir beim Recycling belogen”. Als Autor ist mah angegeben.

Deutschland ist Recycling-Weltmeister. Diesen Titel geben wir uns gerne selbst. Dabei ist das nur die halbe Wahrheit. Denn auch wenn wir trennen, trennen, trennen – kein Volk in Europa produziert mehr Verpackungsmüll.

(…)

Glauben wir dem Umweltbundesamt, werden 39 Prozent recycelt. Keine überragende Quote, aber annehmbar. Doch die Wahrheit sieht anders aus. Die Grünen sprechen von „Schummelquoten“ und kommen auf einen Anteil von 17,3 Prozent.

Dr. Henning Wilts, Abteilungsleiter für Kreislaufwirtschaft am Wuppertal Institut, glaubt nicht einmal daran. Er berechnet eine Recycling-Quote von nur 5,6 Prozent.

Was nicht verwertet werden kann, kommt in Müllverbrennungsanlagen (…).

So werden in die offizielle Recyclingquote auch Müll-Exporte in andere Länder einbezogen.

Dabei ist nicht einmal klar, was mit diesem Müll passiert, wenn er einmal die deutsche Grenze passiert hat. Nicht selten landet er im Meer  (…)

Die Probleme sind vielfältig und fangen bei den Verbrauchern an. Stichwort: Essen und Trinken to go, Shopping im Internet.

Die Hauptverantwortung tragen jedoch die Unternehmen, die Dosierhilfen in den Verpackungen anbieten, aufwendige Verschlüsse herstellen und ihre Produkte in kleine Portionen verpacken.

 (…)

Es hakt im System. Weder gibt es in Deutschland Anreize, sparsam mit Rohstoffen umzugehen, noch werden Unternehmen für zu hohen Plastikverbrauch bestraft.

(…)

Kompletter Artikel: https://www.express.de/news/panorama/von-wegen–weltmeister–muell-experte-aus-nrw–so-werden-wir-beim-recycling-belogen-31907020

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Remondis hat im Emsland Murks abgeliefert“- unter dieser Überschrift steht ein Artikel in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Der Beitrag befasst sich mit den aktuellen Problemen bei der Abfuhr der gelben Säcke, die jetzt auch Thema im Ausschuss für Finanzen und Beteiligungen geworden sind. Autor ist Hermann-Josef Mammes.

Die Grünen-Kreistagsabgeordneten Michael Fuest und Birgit Kemmer wiesen auf diverse Unstimmigkeiten hin. Dirk Kopmeyer, dessen Dezernat für die Abfallwirtschaft im Landkreis zuständig ist, wurde ungewöhnlich deutlich: “Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass so ein Unternehmen so einen Murks abliefert.” Die Kreisverwaltung habe dem Unternehmen Remondis sehr deutlich gesagt, was es zu tun hat, um diese Mängel abzustellen.

(…) “Auch in der vierten Kalenderwoche ist Remondis nichts weiter gekommen”, ergänzte Kopmeyer. Deshalb habe der Landkreis Emsland DSD gebeten, gegen Remondis eine Abmahnung auszusprechen.

UWG-Kreistagabgeordneter Günther Pletz will sogar erfahren haben, dass Remondis für 1,1 Kubikmeter-Behälter Leihgebühren erhebt. Diese Behälter stellte nach seiner Darstellung die Entsorgungsfirma Augustin, die vorher für im Emsland die gelben Säcke einsammelte, zum Beispiel Mehrfamilienhäusern zum Lagern der gelben Säcke kostenlos zur Verfügung. Dezernent Kopmeyer antwortete, dass für diese Sammelbehälter keine Kosten erhoben werden dürfen.

Vielerorts gebe es schon allein deshalb Probleme, weil die überhaupt Emsländer keine gelben Plastiksäcke mehr bekommen. Dazu sagte Landrat Reinhard Winter: “Remondis hat die Pakete mit dem gelben Säcken an die falschen Standorte gebracht.” Seine Bilanz fiel denn auch verheerend aus: “Es ist desaströs.”

Kompletter Artikel (kostenpflichtig): https://www.noz.de/lokales/meppen/artikel/1637036/remondis-hat-im-emsland-murks-abgeliefert

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Gemeinden kritisieren fehlende Abfuhr der Gelben Säcke durch Remondis Papenburg. So lautet die Überschrift eines Artikels der Neuen Osnabrücker Zeitung, der über weiterhin liegengebliebene gelbe Säcke im nördlichen Emsland und Kostenersatz-Forderungen der Samtgemeinden Sögel und Dörpen berichtet. Autorin ist Maike Plaggenborg.

Wir haben gegenüber der DSD angekündigt, dass Sögel morgen selbst sammelt”, sagte Günter Wigbers, Bürgermeister der Samtgemeinde (SG) Sögel auf Anfrage über bisher nicht abgeholte gelbe Säcke. DSD steht für die “Der grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH”. Sie vergibt die Zuschläge für die Entsorgung in den Landkreisen – im Emsland eben an Remondis. Der Entsorgungskonzern hatte im September 2018 die DSD GmbH gekauft, aber dennoch beteuert, dass dies keine Auswirkungen auf die Vertragsvergabe habe. Wigbers wolle die Kosten der DSD in Rechnung stellen. “Wir müssen uns wohl selbst helfen”, sagte er und befürchtet obendrein, dass es wegen der Essensreste in den Säcken zu Rattenbefall kommen könne.

Auch in der Samtgemeinde Dörpen sollen Kosten geltend gemacht werden, wie SG-Bürgermeister Hermann Wocken sagte. Im SG-Gebiet sei der Müll teilweise immer noch nicht abgeholt worden. Wocken bezeichnete das als “sehr ärgerlich” und “nicht akzeptabel”. “Wir erwarten, dass die Firma, die den Auftrag bekommen hat, diesen auch ausführt”, sagte er über das Unternehmen Remondis. Statt diesem seien Bauhöfe in den Mitgliedsgemeinden tätig geworden, denn der Müll wehe teilweise über die Straßen. “Das können wir uns nicht gefallen lassen. “Eine Rechnung vonseiten der Mitgliedsgemeinde Heede sei bereits eingereicht, so Wocken. (…)

Kompletter Artikel: https://www.noz.de/lokales/papenburg/artikel/1637185/gemeinden-kritisieren-fehlende-abfuhr-der-gelben-saecke-durch-remondis-1

 

 

 

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Zusammenstellung: bem

Die Redaktion behält sich vor, aus Gründen der überregionalen Relevanz, der Lesbarkeit und zur Einhaltung der Zitierregeln Kürzungen in den wiedergegebenen Medienbeiträgen vorzunehmen,

Kürzungen werden durch (…) kenntlich gemacht.

 

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