Kleine Presseschau 04-09/2020

Kleine Presseschau 04-09/2020

150 150 Klaus Henning Glitza

Interpol warnt: Kriminelle mischen sich in den internationalen Handel mit Plastikabfällen ein 

Interpol warnt vor Kriminellen, die sich in den internationalen Handel mit Plastikmüll einmischen. Darüber berichtet die Wirtschaftswoche unter der Überschrift „Wie die Müllmafia so mächtig werden konnte“. Hinter der Warnung stecke ein viel größeres Problem: “Der Markt für Plastikrecycling funktioniert nicht“, schreibt Autorin Jacqueline Goebel.

„Aufkommende kriminelle Trends im globalen Plastikabfallmarkt seit Januar 2018“, hat die Organisation (Interpol- Plastikabfälle sind- die EM-Redaktion) den Bericht überschrieben. Auf 61 Seiten warnt Interpol vor illegalen Aktivitäten im Müllhandel. So wie die illegalen und schmutzigen Recyclinganlagen in Südostasien – oder die vermehrten Brände von Müllhalden in Europa.

(…)

Der Bericht zeigt: Der internationale Handel mit Plastikmüll funktioniert nicht. Denn oft rechnet sich die Wiederverwertung von Plastik nicht. Für Kunststoffrecyclate gibt es kaum einen Markt. (…) Das führt dazu, dass Kriminelle sich den Handel mit den Abfällen zu eigen machen.

(…)

Noch 2017 war China der größte Plastikimporteur der Welt. PET-Flaschen, Folien, Produktionsreste, alles gepresst in Ballen erreichten jedes Jahr millionenfach die chinesischen Häfen. Nur waren die selten so sauber und sortenrein, wie die Zollpapiere behaupteten. Also erließ die chinesische Regierung Regeln, die in der Praxis einem Importstopp für Plastikabfälle gleichkamen. Der Markt kollabierte.

Seitdem schiffen viele Länder ihren Müll in andere südostasiatische Länder – allen voran Malaysia. Schnell gelangten Bilder um die Welt, von illegalen Mülldeponien so groß wie Fußballstadien, von giftigem Rauch über Palmenplantagen.

Die Müllmafia, schreibt Interpol in seinem Bericht, „hat die Markttransformation ausgenutzt, um kriminelles Geschäft in den Ländern aufzubauen, die anfällig gegenüber Abfallmissmanagement sind.“ (…)

Plastikrecycling lohnt sich nicht. (…) Erstens, weil Plastikmüll selten sortenrein und sauber ist. Schon im Supermarkt sind die Erdbeeren in der PET-Schale oft mit einer HDPE-Folie umwickelt. Recycler aber brauchen beide Stoffe getrennt, um daraus neues PET und neue Folien herstellen zu können. (…)

Kompletter Artikel:

https://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/plastikmuell-wie-die-muellmafia-so-maechtig-werden-konnte/26196928.html

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Zusammenstellung: bem

Die Redaktion behält sich vor, aus Gründen der überregionalen Relevanz und der Lesbarkeit sowie der Einhaltung der Zitierregeln Kürzungen in den wiedergegebenen Medienbeiträgen vorzunehmen.

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