Kleine Presseschau 02-09/2019

Kleine Presseschau 02-09/2019

150 150 Klaus Henning Glitza

Gewaltige Explosion, ein Toter, zerstörte Häuser- doch  Verfahren wurde komplett eingestellt

 

Ritterhude, 9. September 2014: Eine gewaltige Explosion in der Chemie-Aufbereitungsanlage Organo Fluid  (Kernkompetenz: Rückgewinnung von Lösungsmitteln) erschüttert den nördlich von Bremen liegenden Ort im Landkreis Osterholz. Ein 60-jähriger Mitarbeiter stirbt eine Woche später an seinen schweren Verletzungen. 40 Häuser werden zum Teil so stark beschädigt, dass sie zeitweise unbewohnbar wurden.

Staatsanwaltschaft Verden und Landeskriminalamt  nehmen die Ermittlungen auf. Verdacht: Der Betreiber habe sich nicht an die Vorgaben der Behörden gehalten und es wurden unzulässigerweise gefährliche Stoffe verarbeitet. Doch bereits im Februar  2018 wird das Verfahren „in den wesentlichen Kernpunkten eingestellt“. Die Begründung laut NDR-Format „Hallo Niedersachsen“: Wesentliche Spuren und Geschäftsunterlagen seien nicht mehr überprüfbar – sie seien bei der Explosion im September 2014 vernichtet worden.  (…) Außerdem konnte laut Staatsanwaltschaft nicht ausgeschlossen werden, dass ein technischer Defekt zu der Explosion geführt hatte. Jetzt folgte auch die  Einstellung eines weiteren Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts auf Korruption bei Behörden. Bei den Anwohnern herrscht  Fassungslosigkeit und Enttäuschung. Das NDR-Format „Hallo Niedersachsen“ berichtet.

Staatsanwaltschaft und LKA ermittelten jahrelang ohne Ergebnis, viele Fragen zur Ursache des Unglücks sind bis heute ungeklärt. (…) Ebenso wenig zu beweisen war laut Staatsanwaltschaft der Verdacht auf fahrlässige Tötung des nach dem Unfall im Krankenhaus verstorbenen Mitarbeiters. Gleiches gilt für die fahrlässige Körperverletzung anderer Verunglückter, darunter waren auch Anwohner.

(…)

Nach dem Vorfall hatten sich die Ermittlungen auch auf die Behörden ausgeweitet. Unter anderem gab es den Verdacht, dass eine Mitarbeiterin des Gewerbeaufsichtsamts (Cuxhaven. die EM-Redaktion)  ihrer Aufsichtspflicht nicht nachkam und dass Genehmigungen erschlichen wurden – mit Drohungen, Bestechung und durch falsche Angaben. Doch auch hier reichten die Beweise nicht aus, so die Staatsanwaltschaft.  (…)

Nach Recherchen des NDR gab es gegen den Ex-Betreiber (Dr. Wolfgang Koczott- die EM-Redaktion) bereits 2008 ein Ermittlungsverfahren, das die Staatsanwaltschaft (gegen Geldauflage- die EM-Redaktion) eingestellt hat. …Cognac, Champagner und Whiskey (wurden) schon damals nur den Behördenmitarbeitern zugesteckt (…), die hilfreich sein konnten, wenn es um Genehmigungen und Kontrollen rund um Organo Fluid ging: Spitzenbeamte des Landkreises Osterholz, Mitarbeiter der Gemeinde Ritterhude, Bedienstete der Gewerbeaufsichtsämter Cuxhaven und Hildesheim, Beamte eines Hauptzollamts und Angestellte zweier Institute der Uni Clausthal-Zellerfeld.- (…).

Jahrelang wurden die Anwohner mit ihrer Kritik an der Sondermüllverbrennungsanlage inmitten der schmucken Wohnhäuser von den Behörden abgewimmelt. Mitarbeiter der Gemeinde Ritterhude, des Landkreises Osterholz und der Gewerbeaufsichtsämter Cuxhaven und Hildesheim, aber auch der Staatsanwaltschaft Verden machten sich nicht die Mühe, die Genehmigungslage einmal zu hinterfragen.

Kompletter Bericht:

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Ritterhude-Explosion-Fuenf-Jahre-ohne-Antworten,ritterhude584.html

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Zusammenstellung: bem

Die Redaktion behält sich vor, aus Gründen der überregionalen Relevanz und der Lesbarkeit sowie der Einhaltung der Zitierregeln Kürzungen in den wiedergegebenen Medienbeiträgen vorzunehmen.

Kürzungen werden durch (…) kenntlich gemacht.

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