Kleine Presseschau 02-03/2020

Kleine Presseschau 02-03/2020

150 150 Klaus Henning Glitza

Ungewöhnlicher Plan: Energieriese STEAG kauft sich selbst

 

Von einem ungewöhnlichen Plan für den Energiekonzern Steag berichtet die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ). Beim Ausstieg von fünf Ruhrgebietsstädten (Essen, Bochum, Duisburg, Oberhausen und Dinslaken)soll der Konzern deren Anteile selbst übernehmen. Jedenfalls solange, bis ein Investor auf der Bühne erscheint. Bekanntermaßen gehört der REMONDIS-Konzern zu den Hauptinteressenten. Autoren  des WAZ-Beitrages sind Ulf Meinke und Stefan Schulte.

Eine Absichtserklärung dazu hat die Steag-Führung bereits unterschrieben. Die Aussteiger-Kommunen sollen den Preis für ihre Anteile zunächst stunden und erst erhalten, wenn die Steag sie weiterverkauft hat.  (…)

Technisch soll der Deal so ablaufen, dass die Steag von der Kommunalen Beteiligungsgesellschaft (KSBG) 64 Prozent übernimmt, nach Informationen dieser Zeitung zunächst für einen symbolischen Preis. Die Stadtwerke sollen später den realen Preis für ihre Anteile erhalten, aber nicht ewig warten müssen. Die Rede ist von einer Stundung bis zum Jahr 2024. (…).

Im Stadtwerke-Konsortium blieben allein die Dortmunder übrig. Die   Stadtwerke DSW21 stehen eigenen Angaben zufolge zu ihrer 36-Prozent-Beteiligung an der Steag.  (…) Die fünf anderen Kommunen hatten im vergangenen Juli beschlossen, ihre Anteile im Paket verkaufen zu wollen, konnten sich offenkundig aber nicht auf einen Käufer einigen. Die zwischenzeitlich als Favorit gehandelte Rethmann-Gruppe aus Selm mit ihrem Entsorgungsriesen Remondis etwa war dem Vernehmen nach nicht allen Kommunen genehm.

Dass die Steag sich praktisch selbst kauft, ist als treuhänderische Zwischenlösung gedacht, bis ein Investor gefunden wird. (…)

Die Gewerkschaft IGBCE  (…) hat entsprechend wenig Interesse an neuen Risiken. Dazu würde auch ein zu hoher Preis an die Kommunen zählen, den die Steag bei einem Weiterverkauf womöglich gar nicht erzielen kann.  Die Städte spielten “Monopoly im Hinterzimmer” mit ihren Steag-Anteilen, wetterte Ralf Sikorski, der als IGBCE-Vizechef im Aufsichtsrat der Steag-Mutter KSBG sitzt. Er warf den verkaufswilligen Kommunen „Unprofessionalität“ vor.

Kompletter Artikel (kosten- beziehungsweise Abo-pflichtig):

https://www.waz.de/wirtschaft/wirtschaft-in-nrw/staedte-wollen-aussteigen-steag-soll-sich-selbst-kaufen-id228605683.html

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Zusammenstellung: bem

Die Redaktion behält sich vor, aus Gründen der überregionalen Relevanz und der Lesbarkeit sowie der Einhaltung der Zitierregeln Kürzungen in den wiedergegebenen Medienbeiträgen vorzunehmen.

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