Kleine Presseschau 02-02/2020

Kleine Presseschau 02-02/2020

150 150 Klaus Henning Glitza

Unrat und Nagetiere statt Sauberkeit / LVP-Tour: „Sabine“ war schneller

 

Sie sollen für Ordnung und Sauberkeit sorgen, doch stattdessen ziehen sie oftmals Dreck, Unrat und Nagetiere  geradezu magnetisch an:  Wertstoffcontainer  stellen für die Münchner ein Problem dar  „oder vielleicht auch umgekehrt“, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Autorin ist Jennifer Sandmeyer.

Es ist ein trauriges Bild, das sich in der Stadt bietet: Gläser und Flaschen umzingeln die Metallboxen. Daneben lädt mancher illegal Müll ab (…) Plastiktüten, Verpackungen liegen daneben. Über verpackte Essensreste freuen sich wiederum Nagetiere. (…)

In München leeren und entsorgen zwei Firmen, Remondis und Wittmann, diese im Auftrag des Dualen Systems in regelmäßigem Turnus. (…) Die Behälter sind überfüllt, um sie herum sammelt sich Müll, Sperrmüll, Unrat. (…) Dass der gegenwärtige Zustand auch der Kommunalreferentin “ein Dorn im Auge” ist, hat Kristina Frank erst jüngst bei der Inbetriebnahme eines Unterflurcontainers betont. (…)

Mit den Entsorgungsfirmen Wittmann und Remondis hat die Kommunalreferentin erst kürzlich Gespräche aufgenommen: Angeregt habe man eine Erhöhung der Sammelkapazitäten, indem künftig Kunststoffverpackungen und Dosen nicht mehr getrennt, sondern in einem Behälter erfasst werden.

Kleinere zusätzliche Wertstoffinseln nur für Verpackungen aus Kunststoff, Alu und Metall, aber ohne Glas sollen helfen, Platz zu sparen und Lärm zu vermeiden. “Wittmann und Remondis haben zugesagt, ihre Kapazitäten für eine häufigere Reinigung und Leerung der Container zu erhöhen”, sagt Birgit Unterhuber, Sprecherin des Kommunalreferats.

“Für uns ist das auch ein Ärgernis”, betont (REMONDIS-Pressesprecher Michael J. Schneider- die EM-Redaktion)   Besonders, dass die Firma alles entsorgen müsse, was sich in und im näheren Umfeld der Container befindet. (…). “Wir sind die Dummen – und die Bürger, die da wohnen”, klagt Schneider.  (…)

Mehr Standorte, darüber können die Bürger in der Altstadt nur verbittert lachen. Kein einziger Container befindet sich dort mehr.(…) . “Es ist ein untragbarer Zustand”, sagt Stefan Blum (CSU) vom BA (= Bezirksausschuss- die EM-Redaktion) Altstadt. Und was machen die Menschen? Die meisten haben kein Auto, um die Wertstoffe wegzubringen. “Das ganze Glas, Plastik landet alles im Restmüll”, sagt Blum. Die Anwohner seien sauer, der BA bemüht, Ersatzstandorte vorzuschlagen. Aber Fehlanzeige. “Remondis und AWM sind nicht in der Lage, einen Ersatzstandort zu finden”, so Blum weiter.

Das liege an der kaum mehr vorhandenen Fläche, berichtet Evi Thiermann, Sprecherin des Abfallwirtschaftsbetriebs München (AWM). “Wir können die Fläche auch nicht herzaubern.”  (…)

Unmut gibt es auch, was die Leerungszyklen angeht. “Zweimal in der Woche reicht einfach nicht”, sagt Heinrich Sick aus Pasing.  (…). Klaus Thielmann von Remondis Süd räumt ein, dass es Standorte gebe, die nicht bedarfsgerecht abgefahren wurden, die Fahrer teilweise nicht mehr mit der Leerung hinterher kämen. Wo viele Standorte wegfielen, würden andere mehr genutzt. Remondis, so Thielmann, wolle aber künftig Problemstandorte häufiger anfahren.  (…)

Kompletter Artikel:

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-muell-container-voll-problem-1.4793835

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Weil nach Aussage der REMONDIS-Pressestelle ein Fahrzeug ausfiel, konnten in Dieburg (nahe Darmstadt, Südhessen) die gelben Säcke nicht pünktlich abgeholt werden. Doch bevor Deutschlands größtes Entsorgungsunternehmen die Tour nachholen konnte, war „Sabine“ zu Stelle, wie das ECHO schreibt. Das Sturmtief fuhr in die herausgestellten LVP-Abfälle und verwehte Säcke und Inhalte über weite Strecken. ECHO berichtet. Autoren sind Reinhard Jörs und Thomas Bach.

 „Wir haben die Firma informiert und die Zusage, dass alles eingesammelt wird“, hieß es am Montagmorgen aus dem Dieburger Rathaus. „Unsere Mitarbeiter sind angewiesen, genau das auch zu tun“, sagt der Remondis-Sprecher. Auch wenn dies bedeutet, in Handarbeit weit verstreute Yoghurt-Becher, Plastikfetzen und Milchtüten per Hand aufzulesen. Diese Zusage hielt die Firma allerdings nicht ein. Am Montagabend lagen die Säcke und der Abfall noch auf Gehwegen, Straßen und Beeten herum. „Es ist wie Slalom-Fahren, überall kurven die Autos um die Säcke herum“, schilderte ein Dieburger dem ECHO.

Bei der Abfuhr gebe es allerdings ein Problem, so der Remondis-Sprecher: „Ohne ausdrückliche Genehmigung dürfen wir kein Privatgrundstück betreten.“ Jener Müll also, den der Sturm hinter Zäune geweht hat, wird dort auch liegen bleiben. „Wir gehen jedem Anruf nach, der über unsere Hotline reinkommt, hier und da meldet sich auch jemand und erlaubt uns, sein Grundstück zu betreten“, schildert Michael Schneider. Ansonsten könne er nur raten, dort, wo Sturm angesagt ist, die gelben Säcke nochmal reinzuholen in den Keller oder in die Garage zu legen. (…)

Kompletter Artikel:

https://www.echo-online.de/lokales/darmstadt-dieburg/kreis-darmstadt-dieburg/slalom-fahren-um-gelbe-sacke-in-dieburg_21211838

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Zusammenstellung: bem

Die Redaktion behält sich vor, aus Gründen der überregionalen Relevanz und der Lesbarkeit sowie der Einhaltung der Zitierregeln Kürzungen in den wiedergegebenen Medienbeiträgen vorzunehmen.

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