Kleine Presseschau 01-06/2020

Kleine Presseschau 01-06/2020

150 150 Klaus Henning Glitza

Bringsystem nicht unumstritten / REMONDIS will bayerische Krankenhausabfälle verwerten

 

Den gelben Sack oder die gelbe Tonne an den Straßenrand zu stellen, das ist in München keine Option. Die bayerische Landeshauptstadt ist eine der wenigen Metropolen, in der Wertstoffe nicht abgeholt werden, sondern von den Kunden zu insgesamt rund 1.000 Wertstoffinseln gebracht werden müssen. Ein nicht unumstrittenes System. Der Bayerische Rundfunk (BR 24) berichtet.

 … viele Wertstoffinseln (mutieren)  zu Schandflecken. Nicht selten stehen hunderte Glasflaschen und ganze Säcke mit Plastikmüll rund um die Container, weil sie voll sind. (..) Zusätzlich müssen die Anwohner den Lärm beim Einwerfen der Glasflaschen ertragen. Außerdem stinkt es – vor allem, wenn es warm ist. Dementsprechend fühlen sich hier Ratten wohl.

Das verärgert unter anderem den Moosacher Ulrich Grasberger.(…)  Seit Februar sammelt er für seine Homepage “Müll Minus München” Argumente gegen das Münchner Bringssystem.  (…) (https://www.muell-muenchen.de/- die EM-Redaktion).

Mit dem Einsammeln des Mülls hat die Stadt private Unternehmen wie Remondis oder Wittmann beauftragt.  (…) Mit viel Aufwand versucht man dort, das Problem in den Griff zu bekommen. Klaus Thielmann von Remondis Süd München beteuert, dass man extra weitere Fahrzeuge einsetze, um die Frequenz zur Entsorgung der Container zu erhöhen.

Der Münchner Kommunalreferentin Kristina Frank ist das Problem bekannt. Trotzdem will sie nicht auf ein Holsystem umsteigen und den Plastikmüll direkt beim Bürger einsammeln. (…) Wenn man den Müll bei den Münchnerinnen und Münchnern vor der Haustüre abhole, müssten zum Beispiel viel mehr LKW durch die Stadt fahren und die Luft mit ihren Dieselabgasen belasten, sagt sie.

 (….) im Wertstoffcontainer (landen) im Jahr nur rund fünf Kilo pro Kopf. Das Holsystem ist da mit 30 Kilo pro Bürger deutlich effizienter. (…) In einem offenen Brief an die Stadt schreibt BellandVision, das Münchner Bringsystem habe sich als ineffizient erwiesen und die Recyclingvorgaben seien bei weitem nicht erreichbar.

Das sagt auch der Bund Naturschutz in München. (…) Martin Hänsel von der Kreisgruppe München bemängelt die Effektivität des Bringsystems. Schließlich würden zum Beispiel in Augsburg sechs mal soviel Plastik gesammelt wie in München. (…)

” Ein Bringsystem, das nicht dazu beiträgt, die vorgeschriebenen Recyclingquoten zu erfüllen, habe keine Daseinsberechtigung. Er ist darum für ein Holsystem.

Der Münchner Abfallwirtschaftsverband argumentiert (…), dass die an den Wertstoffinseln abgelieferten Leichtverpackungen wesentlich sortenreiner seien als die im gelben Sack. Das bestätigt auch Klaus Thielmann (…). Der Grund: Wer den Weg zur Wertstoffinsel auf sich nimmt, ist motivierter als der, der nur irgendetwas in den gelben Sack wirft. So genannte Fehlwürfe gibt es aber auch im Container zu viele, so Thielmann.

Kompletter Beitrag:

https://www.br.de/nachrichten/bayern/muenchner-wertstoffinseln-ein-umstrittenes-muell-system,S37BxcJ

***

Körperteile, Organe, Blutkonserven, Spritzen oder Einwegkleidung- in dieses offenbar lukrative Entsorgungsgeschäft will REMONDIS in Bayern einsteigen. Doch derzeit schiebt das bayerische Abfallrecht dem Konzern mit Hauptsitz in NRW-einen Riegel vor. Bayerische Krankenhausabfälle dürfen nur von bayerischen Unternehmen entsorgt werden. REMONDIS will das nicht hinnehmen und hat nach Angaben des Bayerischen Rundfunks beim Bayerischen Verwaltungsgericht in Augsburg gegen den Freistaat Bayern Klage eingereicht.,

 (…). im Abfallrecht wird eine Unterscheidung zwischen Beseitigung und Verwertung getroffen. Abfälle zur Beseitigung dürfen nur bayerischen Unternehmen überlassen werden, Abfälle zur Verwertung dürfen auch an nicht bayerische Firmen gehen. Remondis argumentiert, dass der infektiöse Krankenhausmüll eben nicht beseitigt, sondern verwertet würde.

Konkret will Remondis die Krankenhausabfälle in der firmeneigenen Desinfektionsanlage in Lünen desinfizieren und zur Energiegewinnung verbrennen – das ist nach Ansicht von Remondis eine Verwertung. Folgt das Gericht dieser Argumentation, dürfte sich Remondis um die lukrative Entsorgung von Krankenhausmüll aus den bayerischen Kliniken und Praxen bemühen.

Bislang sind bayerische Unternehmen wie die GSB Sonderabfallentsorgung Bayern GmbH oder die AFA Abfallverwertung Augsburg GmbH damit beauftragt (…)

Kompletter Beitrag:

https://www.br.de/nachrichten/bayern/klage-nrw-unternehmen-will-krankenhausmuell-aus-bayern-entsorgen,S3HAiMm

_________________________________________

Zusammenstellung: bem

Die Redaktion behält sich vor, aus Gründen der überregionalen Relevanz und der Lesbarkeit sowie der Einhaltung der Zitierregeln Kürzungen in den wiedergegebenen Medienbeiträgen vorzunehmen.

 

 

.

 

Hinterlasse eine Antwort

Subscribe to our newsletter