Kleine Presseschau 01-04/2019

Kleine Presseschau 01-04/2019

Kleine Presseschau 01-04/2019 150 150 Klaus Henning Glitza

Kitzlige Fragen für das Bundeskartellamt

„Wie der neue Entsorgungs-Gigant dem Wettbewerb schaden könnte“, lautet die Überschrift eines Artikels in der Süddeutschen Zeitung. Beleuchtet wird dabei die „Causa Remondis/DSD“ und die derzeitige kartellrechtliche Prüfung beim Bundeskartellamt. Autor ist Michael Bauchmüller, Berlin. Seine Hauptfrage ist: „Wie viel Macht darf eine Müllfirma haben? Und was passiert, wenn ein Konzern übermächtig wird?“

Es sind kitzlige Fragen, mit denen sich das Bundeskartellamt dieser Tage beschäftigen muss. (…) Remondis, eine Tochter der westfälischen Rethmann-Gruppe, ist durch Zukäufe zum mit Abstand größten Entsorger Deutschlands geworden. (…). Das DSD ist das größte dieser Lizenz-Systeme im Land.  (…)

Stimmt das Kartellamt einer Fusion zu, entstünde ein Gigant am deutschen Müllmarkt, wie es ihn noch nicht gegeben hat. Branchenkenner erwarten eine Entscheidung noch vor Ostern, womöglich schon in der kommenden Woche. Das Kartellamt schweigt dazu. (…),

Nicht nur sind Remondis und DSD Marktführer auf ihrem Gebiet. Remondis betreibt auch im großen Stil Sortieranlagen, Anlagen für die Glasaufbereitung, ist an Müllverbrennungsanlagen beteiligt und verfügt mit dem Logistiker Rhenus auch noch über reichlich Kapazitäten, um Müll durchs Land zu karren. Für die Konkurrenz also sowieso schon ein Albtraum.

Die Konkurrenten haben den Wettbewerbsökonomen Justus Haucap in Gang gesetzt, in zwei Gutachten hat er sich die Folgen der Fusion angeschaut. Haucap, einst Chef der Monopolkommission, malt ein düsteres Bild. Durch die geplante Übernahme werde das neue Unternehmen in eine “einzigartige Position” versetzt, “durch das Beherrschen der gesamten Wertschöpfungskette auf vielen Märkten den Wettbewerb in erheblichem Maße negativ zu beeinflussen”, schreibt er. Auftraggeber ist der Branchenverband bvse (…).

So habe Remondis Einfluss auf 41 Prozent aller Glasaufbereitungsanlagen. Künftig könne Remondis von der DSD-Konkurrenz höhere Preise verlangen, während die neue Tochter günstige Konditionen erhielte. Der so entstehende Kostenvorteil könne dann dazu führen, dass die Lizenzgebühren für Glas beim DSD fallen, bei der Konkurrenz aber steigen – und so die Marktanteile des Grünen Punktes weiter wachsen. Auch beim Recycling von Kunststoffen sieht Haucap vergleichbare Effekte, hier verstärkt durch die starke Stellung von Remondis bei der Müllverbrennung. (…) Zu erwarten sei, so urteilte Haucap in seinem ersten Gutachten, “dass sich der Marktanteil von DSD nach dem Zusammenschluss erhöht und damit das Abschottungspotenzial noch größer wird”. (…)

“Am Ende gelten für alle dualen Systeme die gleichen Regeln”, sagt Remondis-Chef Herwarth Wilms. “Da muss sich niemand Sorgen machen.” “Die Marktmacht ist im Falle von Remondis einzigartig und erdrückend”, sagt Verbandschef (des böse-die Redaktion) Eric Rehbock. (…) Andere in der Branche verkneifen sich solche Deutlichkeit, man sieht sich immer zweimal im Leben. Und Remondis ist groß, die gegenseitigen Abhängigkeiten sind immens. “Wer gegen Remondis aussagen will”, sagt ein Insider, “braucht ein gutes Zeugenschutzprogramm”.

Kompletter Artikel:

 https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/dsd-remondis-fusion-wettbewerb-1.4397875

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Zusammenstellung: beim

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