Kiels OB Dr. Ulf Kämpfer wurde zum neuen Präsidenten des VKU gewählt

Kiels OB Dr. Ulf Kämpfer wurde zum neuen Präsidenten des VKU gewählt

800 534 Klaus Henning Glitza

Vorstand des kommunalen Spitzenverbandes sprach sich einstimmig für den Juristen aus

 

Der neue Mann an  der Spitze des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) heißt Dr. Ulf Kämpfer. Der Vorstand des Spitzenverbandes der kommunalen Wirtschaft hat am heutigen Dienstag den Kieler Oberbürgermeister  einstimmig zum neuen Präsidenten gewählt.

In das Ehrenamt wurde der  promovierte Jurist Kämpfer für vier Jahre gewählt. Er folgt dem Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling, der vom  1. Januar 2016 bis zum 13. Oktober 2022  die VKU-Präsidentschaft innehatte. Mit seiner  Ernennung zum Innenminister Rheinland-Pfalz  Damit endete sein Amt als Oberbürgermeister der Stadt Mainz und auch sein Amt als Präsident des VKU.

Der 50-jährige Kämpfer  ist seit 2014 Oberbürgermeiste von Kiel. Im  Rathaus ist er auch verantwortlich für den Bereich Wirtschaft. Zu seinem Dezernat gehören unter anderem die Referate für Wirtschaft, Digitalisierung, Kieler Woche sowie der Abfallwirtschaftsbetrieb Kiel (ABK) und der Eigenbetrieb Beteiligungen der Landeshauptstadt Kiel.

Seit 2017 ist der Dr. jur. Mitglied im Präsidium des Deutschen Städtetages und seit 2019 stellvertretender Präsident des Deutschen Städtetages. Vor seiner Wahl zum OB war er Staatssekretär im Ministerium für Umwelt und Energiewende des Landes Schleswig-Holstein.

„Stabilitätsanker auch in Krisenzeiten“

Seine Kandidatur begründete Ulf Kämpfer mit folgenden Worten: „Gerade jetzt in Zeiten der Energiekrise und des Klimawandels bemerken wir noch stärker, dass die Kommunalwirtschaft eine ganz besondere Verantwortung trägt. Das alles zu meistern und persönlich entscheidend daran mitzuwirken, dass kommunale Unternehmen auch in Krisenzeiten ein verlässlicher Stabilitätsanker bleiben, ist für mich Motivation und Ansporn für meine Kandidatur als Präsident des VKU.“

„Kommunale Unternehmen halten Deutschland am Laufen“

Zu seiner Wahl sagt der neue Präsident: „Nie war es so deutlich, wie aktuell: Die kommunalen Unternehmen halten Deutschland am Laufen, denn nichts passiert, wenn es nicht vor Ort geschieht. Die kommunalen Unternehmen versorgen die Bürgerinnen, Bürger und Wirtschaft mit Energie, Wasser und schnellem Internet. Sie entsorgen Abwasser und Abfall sicher und verlässlich. Sie stellen Bäder und ÖPNV bereit, kümmern sich um saubere Straßen. Daseinsvorsorge ist essenziell. Sie ist ein harter Standortfaktor für die Wirtschaft und eine tragende Säule für den sozialen Zusammenhalt und Lebensqualität. Gerade jetzt in Zeiten der Energiekrise und des Klimawandels bemerken wir noch stärker, dass die hinter der Daseinsvorsorge stehende Kommunalwirtschaft eine ganz besondere Verantwortung trägt.“ Motivation und Ansporn als Präsident des VKU sei für ihn, „persönlich entscheidend daran mitzuwirken, dass kommunale Unternehmen auch in Krisenzeiten ein verlässlicher Stabilitätsanker bleiben. Ich bedanke mich für das Vertrauen, nehme dieses Ehrenamt gern an und freue mich auf die Zusammenarbeit im Spitzenverband der Kommunalwirtschaft.“

„Eine starke Persönlichkeit“

„Mit Ulf Kämpfer haben wir eine starke Persönlichkeit als neuen Präsidenten gewinnen können, der schon seit langem zur kommunalen Familie gehört und mit kommunalen Angelegenheiten exzellent vertraut ist“, freut sich VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing. Als Mitglied im Präsidium des Deutschen Städtetages, Oberbürgermeister der Stadt Kiel und dank seiner langjährigen Erfahrung als früherer Staatssekretär im schleswig-holsteinischen Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume sei er politisch breit vernetzt und kennt zudem die verschiedenen politischen Akteure und Ebenen bestens. Liebing: „Dies ist wichtig in diesen Zeiten, in denen die Daseinsvorsorge unter Druck steht und es gerade auch in der aktuellen Energiekrise auf die Stadtwerke vor Ort ankommt, auf denen sehr viel lastet und die sich trotz allem Unbill mit sehr viel Engagement und Expertise lösungsorientiert mit dem Blick für das Machbare einbringen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit, die in für die Kommunalwirtschaft unruhigen und fordernden Gewässern beginnt. Da ist es gut und wichtig, dass die   Führungsmannschaft – im Ehrenamt – komplett ist und alle an Deck sind.“

Vita des neuen Präsidenten

Dr. Ulf Kämpfer wurde in Eutin geboren. Er kennt fast alle maßgeblichen politischen Richtungen, denn in jungen Jahren war der heutige Soialdemokrat Mitglied der Jungen Union. Zudem ist der heute in Kiel-Hassee wohnende Familienvater (ein Sohn) mit Anke Erdmann,  Landtagsabgeordnete  des Bündnis 90/Die Grünen) verheiratet.

Der neue VKU-Präsident studierte Rechtswissenschaften und Philosophie an der Universität Göttingen und an der National University of Ireland in Galway. Weitere Studien an der Humboldt-Universität Berlin und der Columbia University in New York City schlossen sich an. 2004 promovierte er mit der rechtsvergleichenden Dissertation  „Die Selbstbestimmung Sterbewilliger: Sterbehilfe im deutschen und amerikanischen Verfassungsrecht“.

„Von 2004 bis 2008 arbeitete er im Umwelt- und Landwirtschaftsministerium und dann im Justizministerium des Landes Schleswig-Holstein. 2008 trat er in den Justizdienst ein und wurde 2010 zum Richter am Amtsgericht Kiel ernannt. Vor seiner Berufung zum Staatssekretär im Kabinett Albig am 12. Juni 2012 war er vom Amtsgericht Kiel an das Oberlandesgericht Schleswig abgeordnet“, so seine weitere Vita auf KielWiki.- Ulf Kämpfer konnte die OB-Wahl am 23. März 2014 mit 63,1Prozent der  Stimmen für sich entscheiden.

EM

Oberes Bild: Dr. Ulf Kämpfer. Foto: Stadt Kiel  

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