Kesselreinigung unter Volldampf

Kesselreinigung unter Volldampf

1024 603 Klaus Henning Glitza

Mögliche erhöhte Lärmpegel beim sogenannten Dampfblasen in der künftigen KVA der EEW in Helmstedt

 

Rund um die künftige Klärschlammverwertungsanlage (KVA) der EEW Energy from Waste-Gruppe in Helmstedt (Niedersachsen) könnte es ab Montag etwas lauter werden. Der Grund  ist das sogenannte  Dampfblasen , mit dem laut EEW- Pressesprecher Ronald Philipp ein möglicher erhöhter Lärmpegel verbunden ist.

Dampfblasen ist ein ist ein Verfahren, bei dem durch Zünden des Brenners im Wirbelschichtofen en Dampf periodisch über das Rohrleitungssystemen abgelassen wird. Also quasi eine Kesselreinigung unter Volldampf. Dieser Reinigungsvorgang wird etwa zwei Wochen dauern und ist ein üblicher Anlagentest, bevor die Produktion aufgenommen werden kann.

„Wie beim Neubau eines Hauses müssen auch wir vor der Erstbenutzung alle baustellentypischen Verunreinigungen, wie zum Beispiel Sand, Zement- oder Mörtelreste, aus den Kesselrohren entfernen“, erklärt Projektleiter Helge Goedecke. „Für die Reinigung unseres Kessels verwenden wir aus destilliertem Wasser gewonnenen Hochdruckdampf.“ Im späteren Betrieb sei so ein optimaler Wärmeübergang und damit ein hoher Wirkungsgrad des Kessels gewährleistet, erklärt er weiter. Zudem könnten kleinste Verunreinigungen in den Rohren später großen Schaden an der Turbine anrichten, wenn sie mit Überschallgeschwindigkeit auf die Schaufelräder treffen und diese beschädigen. „Im schlimmsten Fall erleiden wir einen Totalschaden und verlieren unsere Turbine und damit die Möglichkeit, den Generator zur Stromerzeugung anzutreiben“, erklärt Helge Goedecke weiter.

Der verbrauchte Hochdruckdampf wird laut EEW über einen Schalldämpfer in die Atmosphäre geleitet. Dennoch seit mit einem erhöhten Lärmpegel zu rechnen. Der freigesetzte Wasserdampf werde je nach Wetterlage vereinzelt als Wolke zu sehen sein.

Geplant sind für die Dauer von voraussichtlich zwei Wochen von Montag bis Freitag jeweils zwei Dampfstöße pro Tag. In der Zeit von 7 bis 17 ist je ein Dampfstoß von zirka. zwei bis fünf Minuten Länge am Vormittag und am Nachmittag vorgesehen. „Für den während der Reinigungsarbeiten aufkommenden erhöhten Lärmpegel bitte ich alle Betroffenen um Verständnis“, sagt Helge Goedecke und Oberbauleiter Frank Scharf versichert: „Wir werden die Arbeiten so gründlich wie nötig und so schnell wie möglich durchführen.“

Läuft alles nach Plan, lässt der nächste Meilenstein nicht lange auf sich warten: Schon Ende des Monats soll die erste Tonne Klärschlamm zur thermischen Verwertung nach Helmstedt geliefert und das erste Klärschlammfeuer gezündet werden.

Die KVA Helmstedt ist Teil der EEW Energy from Waste-Gruppe. EEW Energy from Waste (EEW) , ein nach Eigenangaben  in Europa führendes Unternehmen bei der Thermischen Abfall- und Klärschlammverwertung. In den  derzeit 17 Anlagen der EEW-Gruppe in Deutschland und im benachbarten Ausland sind 1.250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Insgesamt werden nach Unternehmensangaben jährlich bis zu fünf Millionen Tonnen Abfall energetisch recycelt.

RoP/rd

Oberes Bild: Die künftige Klärschlammverwertungsanlage (KVA). Foto: EEW

 

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