Illegale sahen die rote Kelle

Illegale sahen die rote Kelle

150 150 Klaus Henning Glitza

In Mönchengladbach wurde mit Erfolg gegen die Riege der unrechtmäßigen Elektroschrottsammler vorgegangen

 

 

Sie fahren mit Transportern und Lkw durch die Straßen. Erspähen sie im Sperrmüll Elektroaltgeräte, stoppen sie und laden die Teile auf.  Gängige, aber unrechtmäßige Praxis in ganz Deutschland. Doch in Mönchengladbach sahen die illegalen Elektroschrottsammler jüngst die rote Kelle.

Geht der Elektroschrott ins überseeische Ausland, werden meist nur die besonders wertvollen Teile verwertet. Der Rest bleibt unverwertet, wird sich selbst überlassen und führt zu massiven Umweltschäden. Deshalb ist es von essentieller Bedeutung, dass die Altgeräte fachgerecht entsorgt werden. Foto: Oliver Moosdorf / pixelio.de

Das Bild kennt jeder. Irgendwo steht ein Elektroaltgerät am Straßenrand. Bereitgestellt für den regulären Entsorger. Bevor das offiziell beauftragte Müllwerker diese Art von Sperrmüll aber mitnehmen können, kommt einer der inzwischen vielen Elektroschrottsammler und lädt das Teil auf. Klingt relativ harmlos, ist es aber ganz und gar nicht. Denn viele Altgeräte landen nicht etwa bei Bedürftigen oder in Second-Hand-Läden, sondern im überseeischen Ausland. Zum Beispiel in Ghana, wo sie die Umwelt vergiften. Der im vergangenen Jahr produzierte Kinofilm „Welcome to Sodom“ zeigt das auf beklemmende Weise.

Die Mönchengladbacher Abfall-, Grün- und Straßenbetrieb AöR (mags) ist auch deshalb an den drei vergangenen Wochenenden gegen die Elektroschrottsammler vorgegangen. Mit Erfolg:  Bei elf der insgesamt 50 kontrollierten Fahrzeuge wurde illegal gesammelter Schritt aus privaten Haushalten entdeckt. Insgesamt wurden über 800 Elektrogeräte sichergestellt. Die großangelegte Aktion fand in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsdienst der Mönchengladbacher Polizei und der Bezirksregierung Düsseldorf (zuständig für Abfalltransportkontrollen und Überwachung grenzüberschreitender Abfallverbringungen) an den vergangenen drei Wochenenden statt.

mags-Sprecherin Yvonne Tillmanns erläutert die Hintergründe der Aktion. „Um illegalen Verbringungen von Abfällen ins Ausland wirkungsvoll zu begegnen, sind behördliche Kontrollen auch an der Quelle der Abfallentstehung nötig. Eine solche Quelle sind unter anderem die Sperrmüllsammelaktionen der öffentlich-rechtlichen Entsorger. Der durch die Bürger zur Abfuhr bereitgestellte Elektroschrott, der grundsätzlich nur vom öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger abgeholt und einer sachgerechten Entsorgung zugeführt werden darf, wird häufig bereits im Vorfeld von Unbefugten entwendet und abtransportiert.“ Nach Paragraph des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) ist das aus gutem Grund ausdrücklich verboten.

Um welche spezielle „Klientel“ es sich bei nicht unerheblichen Teilen dieser Sammler handelt, wurde dadurch deutlich, dass verschiedene illegale Sammler in der Vergangenheit schon mehrmals aufgefallen waren“. Außerdem wurden gegen mehrere Sammler Verfahren wegen des Verdachts von Sozialbetrug eingeleitet.

khg

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