Handelsinfo 01-07/2019

Handelsinfo 01-07/2019

150 150 Klaus Henning Glitza

real-Verkauf: Schwarz-Gruppe unterbreitet verbessertes Angebot

 

Beim geplanten Verkauf der 279 real-Märkten ist die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) wieder im Rennen.

Der Frankfurter Immobilieninvestor X+Bricks und die SCP Group, Exklusivpartner der Neckarsulmer Schwarz-Gruppe, haben der verkaufswilligen Metro-Group ein verbessertes Angebot unterbreitet. War bisher von der Übernahme von rund 100 bis 120 real-Märkten die Rede, erstreckt sich die neue Offerte auf den Erwerb der kompletten Warenhauskette. Auch finanziell wurde nachgebessert. Das neue Angebot beinhalte deutlich mehr als 500 Millionen Euro, so Insider.

Das ist offenbar mehr als der Immobilieninvestor Redos bietet, mit dem der Handelskonzern Metro AG bisher exklusiv verhandelt hatte. Mit dem Konsortium und X + Bricks waren die Gespräche abgebrochen worden, weil das Angebot als „völlig ungenügend“ bewertet wurde. Mit Redos, hinter der neben dem Immobilienentwickler ECE (Otto-Gruppe) auch Edeka stehen soll, hat Metro bis Ende Juli Exklusivität vereinbart. Danach wäre freie Fahrt für andere Partner. Nach EM-Informationen sollen auch mit Redos die Verhandlungen ins Stocken geraten sein- ähnlich wie seinerzeit mit dem Schwarz-Konsortium.

Die Schwarz-Gruppe wie auch Edeka sind vor allem an den Standorten der real-Märkte interessiert, da es angesichts der heutigen rechtlichen und politischen Großwetterlage nahezu unmöglich wäre, SB-Kaufhäuser dieser Größenordnung genehmigt zu bekommen. Allgemein wird damit gerechnet, dass die Standorte unter eigenem Namen weiterbetrieben werden und die Marke „real“ vom Markt genommen wird. Das Schicksal der rund 36.000 real-Mitarbeiter, die um ihre Zukunft bangen, ist somit ungewiss.

Für die Schwarz-Gruppe aber wäre der Deal doppelt lohnend. An den neuen Standorten würde mit größter Wahrscheinlichkeit auch PreZero Dual, das neue duale System der Einzelhandelsgruppe, zum Zuge kommen. Das neue Rücknahmesystem wird im nächsten Jahr seine Arbeit aufnehmen. Wenn die Übernahme durch den schwarz-Konzern glückt, wäre das auch ungefähr der Termin, zu dem die real-Märkte auf einen neuen Eigentümer übergehen.

Grund für den Verkauf der real-Märkte ist, dass diese schon seit vielen Jahren Defizite einfahren. Ähnlich sieht es bei der Schwarz-Gruppe aus: Auch die Großverkaufsschiene Kaufland ist alles andere als im profitablen Bereich und wird praktisch durch die gewinnträchtigen „quersubventioniert“. Vermutlich würde ein neues Konzept umgesetzt werden, falls die Übernahme klappt.

khg

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