Handelsinfo 01-01/2020

Handelsinfo 01-01/2020

150 150 Klaus Henning Glitza

„Feldversuch“ bei Kaufland: Weshalb bei der Plastikreduzierung nicht zuletzt die Kunden mitspielen müssen

 

Plastikreduzierung ist an zwei Voraussetzungen gebunden: 1.der Wille eines Handelsunternehmens, Plastik einzusparen, 2. die Akzeptanz der nachhaltigen Verpackungen durch die Kunden. Denn nicht nur das Desinteresse des Handels, sondern  Vorbehalte der Käufer gegen neue Formen der Umverpackungen haben nicht selten innovative Konzepte scheitern lassen.

Die zur Schwarz-Gruppe gehörende Kaufland-Kette hat vermutlich aus diesem Grund mit einer neuen Verpackung für Hackfleisch eine Art Feldversuch in zunächst 30 Filialen im Süden Deutschlands unternommen. Statt einer Plastikschale wird ein Karton verwendet, der nur mit einer dünnen Plastikfolie ausgekleidet ist. Durch das Trennen von Karton und Folie können die einzelnen Wertstoffe der Verpackung separat recycelt werden. Der Kunde kann anhand eines   Hinweises auf der Verpackung erkennen, wie die Bestandteile getrennt werden müssen, um sie optimal zu recyceln. Ein weiterer Vorteil sei, „dass der Karton zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird, die durch FSC kontrolliert und zertifiziert sind“, teilt Kaufland mit. Preis und Qualität hätten sich nicht verändert.

Die nachhaltige  Verpackung für Hackfleisch, die nach Kaufland-Angaben mit 70 Prozent weniger Kunststoff auskommt, kommt offenbar aufgrund guter Erfahrungen jetzt in alle Kaufland-SB-Theken in Bayern und Baden-Württemberg.  „Uns ist bewusst, dass der Kunde sich erst langsam an die neue nachhaltige Verpackung gewöhnen muss und deshalb auch zu Alternativen greift“, erläutert Robert Pudelko, Leiter CSR Einkauf Deutschland. Kaufland möchte aber „den Kunden in jedem Fall eine einfache Möglichkeit geben, Kunststoff beim täglichen Einkauf zu vermeiden“. Aus diesem Grund sei beschlossen worden, „in noch mehr Filialen das Fleisch in der plastikreduzierten Verpackung anzubieten.“

Um Plastik einzusparen, arbeitet Kaufland nach Eigenangaben  zusammen mit Experten fortlaufend an der Entwicklung neuer und der Optimierung bestehender Verpackungen. „Das Thema Plastikvermeidung ist Kaufland ein äußerst wichtiges Anliegen“, teilt die Handelskette mit.  Bis 2025 will das Unternehmen seinen eigenen Kunststoffverbrauch um mindestens 20 Prozent reduzieren. Im besonderen Blickpunkt liegen die Eigenmarken. „Kaufland recycelt altes Material, um neues zu gewinnen“, erklärt Pudelko.

Kaufland, die ebenso wie Lidl und das duale System PreZero dual, zur Schwarz Gruppe gehört, betreibt bundesweit rund 670 Filialen und beschäftigt rund 74.000 Mitarbeiter.  Mit REset Plastic hat die Kette nach eigenen Angaben eine ganzheitliche, internationale Strategie entwickelt, die sich in fünf Handlungsfelder gliedert: Vermeidung, Design, Recycling, Beseitigung sowie Innovation und Aufklärung. „Damit wird die Vision ‚Weniger Plastik – geschlossene Kreisläufe‘ Wirklichkeit“, macht Kaufland deutlich.

HeB/rd

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