“Grünländer”: Es ging noch grüner

“Grünländer”: Es ging noch grüner

150 150 Klaus Henning Glitza

Interseroh vergibt für Verpackung  Gütesiegel “Made for Recycling”

 

Schritt für Schritt zur umfassenden Kreislaufwirtschaft. Unter dieser Überschrift könnte die jüngste Verbesserung der Recyclingfähigkeit der „Grünländer“-Verpackungen stehen.

Die Interseroh Dienstleistungs GmbH. die zusammen mit dem Hersteller Hochland diese Innovation umsetzte, hat jetzt das „Made for Recycling“-Gütesiegel verliehen. Eine Auszeichnung, der ein mehrstufiger Entwicklungsprozess vorausging. Die Grünländer-Verpackung wurde dabei vollständig umgestellt.

Mild, nussig und mit einer "grünen Seele": Die neue, auf Recycling optimierte "Grünländer-Verpackung". Foto: ALBA Group

Mild, nussig und mit einer “grünen Seele”: Die neue, auf Recycling optimierte “Grünländer-Verpackung”. Foto: Hochland Deutschland

Die besondere Herausforderung: Durch den Einsatz von Kunststoff-Rezyklaten aus gebrauchten PET-Flaschen hatte Hochland zwar bereits seinen CO2-Fußabdruck verbessert, aber die PET-Käseverpackung ließ sich am Ende des Produktlebenszyklus nicht mehr werkstofflich recyceln. „Wir mussten also zwischen einer aktuell nicht recycelbaren PET-Schale mit Rezyklatanteil und einer recyclingfähigen Schale aus Polypropylen (PP)/Polyethylen (PE) wählen“, erläutert Markus Birzer, Head of Brand Grünländer bei der Hochland Deutschland GmbH. „Im Sinne einer klima- und ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft haben wir uns schließlich für die recyclingfähige Verpackung entschieden; so bleiben die wertvollen Recyclingrohstoffe für eine erneute Verwertung in der Industrie erhalten. Bei der Optimierung hat uns die fachkundige Beratung durch Interseroh sehr geholfen.“

Die neue „Grünländer“-Käseverpackung besteht aus den Polyolefinen Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE). Auch das Papieretikett wurde durch ein PP-Etikett ersetzt. Mit möglichst dünnen Barriereschichten bietet die Verpackung ein Maximum an Produktschutz und ein Minimum an Verunreinigung für das Rezyklat. Auf diese Weise erhielt die Verpackung 19 von 20 möglichen Punkten und ist „wie gemacht für das Recycling“.

Relevante Daten lieferte zusätzlich der GaBi Packaging CalculatoR+, der im Laufe des Prozesses zum Einsatz kam. Das Online-Tool wurde gemeinsam von Interseroh und dem Life-Cycle-Spezialisten Sphera entwickelt. Mit wenigen Klicks können die Nutzer damit nach Interseroh-Angaben Ökobilanzen von Verpackungen erstellen, die Kreislauffähigkeit ermitteln und Design-Alternativen im Hinblick auf ihre Umweltauswirkungen vergleichen.
Die Auszeichnung „Made for Recycling“ basiert auf einer wissenschaftlichen Bewertungsmethode, die von Interseroh gemeinsam mit dem bifa Umweltinstitut entwickelt und vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV bestätigt wurde.

„Das Beispiel zeigt, wie wichtig die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Recyclingspezialist*innen für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft ist“, sagt Markus Müller-Drexel, Geschäftsführer der INTERSEROH Dienstleistungs GmbH. „Wir freuen uns, dass wir Hochland bei der nachhaltigen Verpackungsoptimierung begleiten durften.“

Über Hochland

Mit 394.000 Tonnen Käseabsatz und 1,6 Milliarden Euro Umsatz gehört die Hochland SE zu den größten privaten Käseherstellern in Europa. Das 1927 gegründete Unternehmen beschäftigt heute 5.500 Mitarbeiter, davon 2.100 in Deutschland. Hochland ist mit seinen Produkten im Lebensmitteleinzelhandel vertreten, beliefert darüber hinaus auch die Lebensmittelindustrie und die Gastronomie mit individuell entwickelten Produkten in allen gewünschten Angebotsformen.

Über INTERSEROH

Interseroh, ein Unternehmen der ALBA Group, ist nach Eigenangaben einer der führenden Umweltdienstleister rund um die Schließung von Produkt-, Material- und Logistikkreisläufen. Ab dem kommenden Jahr startet Interseroh mit einem neuen dualen System und einem neuen Konzept. Das Angebot der neu gegründeten Interseroh+ GmbH richtet sich an alle Unternehmen, die nicht nur ihre gesetzliche Pflicht zur Verpackungslizenzierung erfüllen wollen, sondern selbst Verantwortung für das Schließen von Recycling- und Rohstoffkreisläufen übernehmen möchten. Sie können auf Wunsch als stille Beteiligte bei der Neugründung einsteigen.

SJ/rd

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