Energienachrichten 01-10/2019

Energienachrichten 01-10/2019

150 150 Klaus Henning Glitza

Braunschweig: TVF und EEW verwerten künftig Klärschlamm

 

Nach einem europaweiten Ausschreibungsverfahren hat der Abwasserverband Braunschweig (AVB) die Veolia-Tochter TVF Waste Solutions GmbH und EEW Energy from Waste (EEW) mit der Entsorgung seiner Klärschlämme beauftragt. Dies teilte die Veolia-Pressestelle mit. Diesen Angaben zufolge  werden TVF und EEW von 2021 bis 2030 jährlich bis zu 16.000 Tonnen Klärschlamm aus Braunschweig entsorgen und in der zukünftigen Monoverbrennungsanlage von EEW in Helmstedt verwerten.

„Der langfristige Vertrag sichert die umweltfreundliche und zugleich wirtschaftliche Verwertung des Braunschweiger Klärschlamms in der Region“, so der Kommentar von Veolia- und TVF-Geschäftsführer Laurent Hequet. „Die Lösung ist für den Abwasserverband Braunschweig wesentlich günstiger und risikoärmer als eine Investition in eine eigene Verwertungsanlage.“

Veolia hatte  nach Eigenangaben bereits die Ausschreibung 2017 gewonnen und entsorgt seitdem Klärschlämme für den AVB. „Neben ihrer Erfahrung mit dem Transport und der thermischen Verwertung von Klärschlämmen verfügen Veolia und EEW auch über das Know-how für die Rückgewinnung von Phosphor aus der Klärschlammasche“,  heißt es in der Pressemitteilung.

„Mit der Kooperation bieten Veolia und EEW den Kommunen, die die Klärschlämme nicht mehr landwirtschaftlich verwerten dürfen, einen nachhaltigen Entsorgungsweg“, geht Bernard M. Kemper, Vorsitzender der Geschäftsführung der EEW-Grupp, auf die gewonnene Ausschreibung ein. Nach seinen Worten blicke die EEW-Gruppe auf eine mehr als 40jährige Erfahrung in der thermischen Abfallverwertung zurück und verfüge „über das notwendige Know-how, auch den Abfall der kommunalen Abwasserbehandlung sicher, schadlos und ressourcenschonend zu verwerten“:

Nach Eigenangaben biete die Klärschlamm-Monoverbrennung bei EEW  „einen weiteren nachhaltigen Verwertungsweg bis über 2030 hinaus“. Die auf eine Kapazität von 160.000 Klärschlamm-Originalsubstanz ausgelegte Anlage werde die erste im Land Niedersachsen sein und etwa 20 Prozent des dort anfallenden Klärschlamms verwerten können. Bei der energetischen Verwertung entstehe Asche, aus der in einem nachgelagerten Verfahren mindestens 80 Prozent des darin gebundenen Phosphors zurückgewonnen und wieder zu hochwertigem Dünger verarbeitet werden kann. Bis zur Inbetriebnahme der neuen Monoverbrennungsanlage im Jahr 2021 in Helmstedt, würden die Klärschlämme in der Mitverbrennung verwertet.

Die Veolia Gruppe plant und implementiert nach Eigenangaben mit über 171 000 Beschäftigten „auf allen fünf Kontinenten Lösungen für die Bereiche Wasser-, Abfall- und Energiemanagement im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung der Kommunen und der Wirtschaft“. Der konsolidierte Jahresumsatz von Veolia Environnement (Paris Euronext: VIE) betrug 2018 25,91 Milliarden Euro. In Deutschland arbeiten bei Veolia und seinen Beteiligungsgesellschaften etwa 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an rund 300 Standorten. Der auf Deutschland bezogene Jahresumsatz beträgt 1,86 Milliarden Euro.

EEW Energy from Waste (EEW) betreibt derzeit in Deutschland und dem benachbarten Ausland 18 Anlagen, in denen jährlich rund fünf Millionen Tonnen Abfall energetisch verwertet werden. Nach Eigenangaben wird durch Nutzung der im Abfall enthaltenen Energie „Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete sowie umweltschonenden Strom für umgerechnet rund 700.000 Haushalt erzeugt“. EEW beschäftigt an allen Standorten sowie in seiner Unternehmenszentrale in Helmstedt insgesamt rund 1.150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

TS/rd

Hinterlasse eine Antwort

Subscribe to our newsletter