Energienachrichten 01-02/2020

Energienachrichten 01-02/2020

Energienachrichten 01-02/2020 150 150 Klaus Henning Glitza

 

Startschuss für die „Grüne Wärme“ in Mannheim und der Region

 

 

Startschuss für die “Grüne Fernwärme” in Mannheim und der Metropolregion Rhein-Neckar: (von links): Dr. Hansjörg Roll, Mitglied des Vorstands der MVV Energie AG, Franz Untersteller, MdL, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg, Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, Dr. Georg Müller, Vorsitzender des Vorstands der MVV Energie AG. Foto: MVV

Startschuss für eines der umfangreichsten CO2-Minderungsprojekte in Mannheim und der weiteren Umgebung. Unter dem Stichwort „Grüne Wärme“ will das  Mannheimer Energieunternehmen MVV in den kommenden Jahren die Fernwärmeversorgung in der drittgrößten Stadt Baden-Württembergs  und in der umliegenden  Metropolregion Rhein-Neckar auf erneuerbare Energien umstellen.

Der erste Schritt ist getan: Am gestrigen Montag wurde nach knapp zweijähriger Bauzeit die Anbindung der thermischen Abfallverwertung der MVV auf der Friesenheimer Insel an das regionale Fernwärmenetz offiziell in Betrieb genommen.

Auch nach dem Kohleausstieg sei somit eine sichere und verlässliche  Wärmeversorgung gewährleistet, betonte der Vorstandsvorsitzende des Mannheimer Energieversorgers MVV, Dr. Georg Müller. „Darauf können sich Mannheim und die Region verlassen“ , sagte er vor rund 250 Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Nach den Worten des MVV-Chefs kommen mit „diesem ersten Meilenstein auf dem Weg zur Grünen Wärme“ nun bereits bis zu 30 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs aus erneuerbaren Energien. Das MVV-Fernwärmenetz habe eine Länge von 567 Kilometern und versorge neben Mannheim auch Heidelberg, Schwetzingen, Brühl, Ketsch und Speyer. Allein in Mannheim nutzten mehr als 60 Prozent der Haushalte, beziehungsweise 120.000 Haushalte die umweltfreundliche Fernwärme. – MVV investiert nach Eigenangaben in die Weiterentwicklung seines Standorts auf der Friesenheimer Insel insgesamt rund 100 Millionen Euro.

Umweltminister Untersteller (Grüne) bezeichnete den Start der Grünen Wärme als wichtigen Erfolg für den Klimaschutz, die Metropolregion Rhein-Neckar und insgesamt für das Bundesland Baden-Württemberg: „Die Grüne Wärme zeigt beispielhaft, wie die Energiewende heutzutage erfolgreich umgesetzt werden kann. Und wie Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit intelligent unter einen Hut gebracht werden können. Denn sie sind zwei Seiten einer Medaille“, so der Minister.

Auch Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, unterstrich die Bedeutung von aktivem Klimaschutz für die Stadt und die Region: „Vor zwei Jahren zu Baubeginn des Fernwärmeanschlusses habe ich betont, dass Klima-Ambitionen auch in Realität umgesetzt werden müssen. Genau das ist nun mit der Inbetriebnahme der Grünen Wärme in Mannheim der Fall. Sie reduziert CO2-Emissionen und ist ein Beitrag im Sinne einer nachhaltigen ökologischen Stadtentwicklung.“

Dr. Hansjörg Roll, Technikvorstand der MVV, hob  die planerischen und technischen Herausforderungen des Projekts hervor. So sei für die insgesamt über drei Kilometer lange Anbindung unter anderem ein gut 400 Meter langer Düker unter dem Alt-Rhein erforderlich gewesen.

Wie Dr. Roll  ausführte,  arbeitet das Mannheimer Energieunternehmen bereits an weiteren Projekten zur Dekarbonisierung der Fernwärme. So könne beispielsweise das bestehende Biomasse-Kraftwerk in Mannheim um eine Wärme-Auskopplung erweitert werden und ab 2024 dann einen zusätzlichen Beitrag für das Fernwärmenetz liefern. Mehr als ein Drittel aller CO2-Emissionen in Deutschland entfielen  auf die Nutzung von Wärme in Gebäuden, so der Technikvorstand.  In der Optimierung und Dekarbonisierung der Wärmeversorgung lägen also hohe Potenziale für die Energiewende. Allein in Mannheim spare Fernwärme bereits heute im Vergleich zu anderen herkömmlichen Heizsystemen rund 300.000 Tonnen CO2 pro Jahr ein.“ Mit der Grünen Wärme aus der thermischen Abfallverwertung verbessere sich diese positive Energiebilanz noch weiter: Denn sie ermögliche eine zusätzliche Einsparung von bis zu 100.000 Tonnen CO2 pro Jahr. “Die Grüne Wärme ist damit eines der größten CO2-Minderungsprojekte in Mannheim und der Region“, so Dr. Roll.

MVV ist mit mehr als 6.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund vier Milliarden Euro eines der führenden Energieunternehmen in Deutschland. MVV besetzt alle Stufen der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette: von der Energieerzeugung, dem Energiehandel und der Energieverteilung über den Betrieb von Verteilnetzen bis hin zum Vertrieb, dem Umweltgeschäft und dem Energiedienstleistungsgeschäft.

MV/rd

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