EKO-PUNKT verliert Großkunden

EKO-PUNKT verliert Großkunden

150 150 Klaus Henning Glitza

ALDI Nord und ALDI Süd vereinbaren strategische Kooperation mit Interseroh +  

 

Die Nachricht kommt nur für Außenstehende überraschwn- in der Branche wurde schon länger darüber geraunt.  Das im nächsten Jahr an den Start gehende Duale System Interseroh+ hat seine erste große strategische Partnerschaft für Verpackungslizenzierung und Stoffstrommanagement“ geschlossen- mit ALDI Nord und ALDI SÜD.

Damit wird EKO-PUNKT, das Duale System von REMONDIS, vom kommenden Jahr an seine bedeutendsten Lizenzpartner verlieren.ALDI geht damit gewissermaßen „back to the roots“. Bis zum vergangenen Jahr war Interseroh, wie Interseroh+ ein Unternehmen der ALBA Group, der Auftragnehmer.  Vorher hatten die beiden ALDI-Ketten beim Grünen Punkt lizensiert. Uncharmant gesagt: Mit dem abermaligen Wechsel bringt ALDI bereits das zweite Rücknahmesystem in Kalamitäten.

“Letter of Intend” ohne Bestand?

Erstaunlich ist diese neue Entwicklung,  weil ALDI vor Zeiten einen „Letter of Intend“ mit EKO-PUNKT, dem  dualen System  von REMONDIS, abgeschlossen hat. Darin wird eine 49-Prozent- Beteiligung des Discountriesen an dem Dualen System von REMONDIS skizziert. Doch in der Gesellschafterliste ist das Einzelhandels-Imperium nie aufgetaucht, Aus internen Kreisen heißt es. man habe sich nicht final einigen können. REMONDIS- Kreise zeigen sich von ALDI enttäuscht. Die Rede ist davon, dass sich der Discounter nicht an Vereinbarungen gehalten habe. Aus ALDI-Kreisen verlautet, dass die Dienstleistungsqualität von EKO-Punkt angeblich stellenweise zu wünschen übrig lasse. Bei den Vorgängersystemen habe es angeblich besser geklappt. EM enthält sich eines Kommentars,  denn hier steht Aussage gegen Aussage.

ALDI kann sich “mehr vorstellen”

ALDI lässt sich -wie immer- nicht in die Karten blicken. Insider wollen wissen, dass sich die Discounterketten an Interseroh+ beteiligen werden. ALDI selbst lässt das offen und dementiert es nicht.  Aus internen Kreisen heißt es aber, man könne sich weitaus mehr vorstellen.

CEO ist stolz

“Es macht uns sehr stolz, dass sich ALDI als eines der führenden Handelsunternehmen nach intensiver Prüfung für das Modell unserer Recycling-Allianz entschieden hat“, bewertet  Markus Müller-Drexel, Vorsitzender der Geschäftsführung (CEO) von Interseroh+, die neue Partnerschaft. „Beide Unternehmensgruppen haben sich eine wirklich nachhaltige und ambitionierte Verpackungsstrategie vorgenommen, an der wir mit ALDI gemeinsam arbeiten werden“, fügt er hinzu.  „Das gesamte Leistungsportfolio von Interseroh+ ist Bestandteil dieser strategischen Partnerschaft.“ Interseroh+ stellt nicht nur sicher, dass in allen Bereichen die gesetzlichen Vorgaben erfüllt werden, sondern überall wo möglich die gesammelten Verpackungen wieder zu neuen Verpackungen und Produkten werden. Dies ist der zentrale Ansatz der Recycling-Allianz Interseroh+“, so der CEO.

System sucht weitere Partner

„Die Leistungsfähigkeit eines über die gesamte Recyclingkette integrierten Unternehmens und die gemeinsame Weiterentwicklung dieses Systems bieten wir auch weiteren Partnern aus Industrie und Handel an“, ergänzt Frank Kurrat Geschäftsführer Vertrieb (CSO) von Interseroh+. „Das Angebot reicht von der Optimierung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen bis hin zur Entwicklung neuer Rezepturen für Kunststoffanwendungen aus so genannten Post Consumer-Rezyklaten.“

“Umfassende Begleitung”

Nach Interseroh+- Angaben sei es Kern seiner Strategie, „das jeweilige Unternehmen umfassend auf dem Weg einer nachhaltigen Verpackungsstrategie zu begleiten“. Ziel sei dabei, „in einer großen Allianz mit interessierten Unternehmen auf Seiten der Produzenten und der Verwertungswirtschaft im Markt nachhaltige Innovationen strategisch voranzutreiben und damit das eigentliche Ziel des Verpackungsgesetzes zu erreichen“.  Für einzelne Unternehmen sei das sehr schwierig; eine Allianz aus zahlreichen Partnern habe dagegen viele „Optionen, nachhaltige Stoffkreisläufe zu etablieren“..

Es bleibt AMAZON

Als Großkunde bleibt EKO-PUNKT AMAZON mit dem nach EM-Informationen wenig lukrativen  PPK-Geschäft. „Die haben extrem günstige Preise gemacht“, so ein Insider. EKO-Punkt braucht  jetzt neue Großunternehmen, um im gnadenlosen Wettbewerb der Dualen Systeme mithalten zu können. Doch die Großen fallen nicht vom Himmel und sind derzeit woanders verpflichtet- und offenbar zufrieden.

Branchenkenner gehen davon aus, dass durch die „Umschichtung“ die Branche der Rücknahmesysteme massiv in Bewegung kommt.

HeKr/khg

Hinterlasse eine Antwort