Ein Tag wie jeder andere?

Ein Tag wie jeder andere?

150 150 Klaus Henning Glitza

Heute ist Weltwassertag- ein Grund, über die wohl kostbarste Ressource nachzudenken

 

Er fühlt sich fast genauso an, wie jeder andere Tag im anbrechenden Frühjahr  auch. Vielleicht ein bisschen wärmer als die vorangegangenen Tage- und es wird früher hell. Dennoch: Ein Tag wie jeder andere ist der heutige 22. März ganz und gar nicht. Denn heute ist Weltwassertag.

Noch vor einigen Jahren rauschte dieser besondere Tag ohne gesteigertes Interesse an uns vorbei. Wasser kommt aus der Leitung, ein Dreh und Griff und es sprudelt aus den Hähnen und die Spülung rauscht.  Daran haben sich viele gewöhnt. Doch eine Selbstverständlichkeit ist es nicht, dass wir mit der wohl kostbarsten Ressource unseres Erdenrund zuverlässig versorgt werden. Schon die Hitzewellen der Sommer haben ein Umdenken bewirkt. Die Grundwasserspiegel sinken, Flussbetten sind trockengefallen, einige Seen sind geschrumpft oder komplett verschwunden. Das kühle Nass ist mancherorts auch in Deutschland zum knappen Gut geworden. Eine der gravierendsten und sichtbarsten Folgen  des Klimawandels.

Auch in Deutschland wird Wasser knapp

Dabei gehört das grundsätzlich wasserreiche Deutschland noch zu den bevorzugten Weltgegenden.  So gut wie wir haben es etwa 884 Millionen Menschen auf unserem Planeten bei weitem nicht, wie Maja Heindorf von den Göttinger Entsorgungsbetrieben (GEB) ausführt. „Sie haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, mehr als 2,6 Milliarden Menschen besitzen keinen Zugang zu einer sanitären Grundversorgung, und infolge wasser- und sanitärbedingter Krankheiten sterben jährlich etwa 1,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren. Weltweit fließen etwa 80 Prozent des Abwassers ungefiltert in die Gewässer“, so die Pressesprecherin.

Das wohl wichtigste aller Elemente

Wasser aus der Leitung, aber wie kommt es da hinein? Welche Schritte sind nötig. um die Menschen mit einem der wohl wichtigsten aller Elemente zu versorgen?  „Die GEB nehmen den Weltwassertag gern zum Anlass, um lokal die umweltrelevante Bedeutung der kontrollierten Abwasserentsorgung und mehrstufigen Abwasserreinigung in den Fokus zu rücken“.  Die ordnungsgemäße und nachhaltige Abwasserbeseitigung und der Schutz der Gewässer in Göttingen ist schließlich eine Aufgabe  massivstem Ausmaßes. Und das auch finanziell: „Jährlich werden Investitionen in den Ausbau und die Instandhaltung des Kanalnetzes und der kommunalen Abwasserreinigungsanlage Im Rinschenrott getätigt“, sagt Maja Heindorf.

2z.5 Millionen Trinkwasser pro Tag

Als beispielhaft für viele andere Bereiche sei hier  Potsdam genannt.  27.500 Kubikmeter, das sind 27,5 Millionen Liter Trinkwasser werden hier im Durchschnitt täglich (!) verbraucht. Die Landeshauptstadt Brandenburgs habe nach wie vor wie vor gute Grundwasserkapazitäten, sagt EWP-Geschäftsführerin Christiane Preuß. . Nach ihren Worten machten es  die wachsende Stadt und die immer häufiger sehr warmen Sommer aber nunmehr aber erforderlich, „bereits vorhandene, aber bisher noch in Reserve gehaltene Kapazitäten vorhandener Trinkwasserbrunnen zu nutzen“.

Um dem wachsenden Bedarf Genüge zu tun, wird als aktuelles Projekt im Rahmen der EWP-Wasserstrategie 2050 das  Wasserwerk Leipziger Straße erweitert „Geplant ist ein Kapazitätszuwachs von 4.000 Kubikmetern, also vier Millionen Liter Wasser, täglich.“, so EWP-Geschäftsführer Eckard Veil. Mit der Erweiterung können künftig zirka 5.000 Einwohner mehr versorgt werden beziehungsweise jahreszeitliche Spitzen besser bewältigt werden.

Im Herbst des vergangenen Jahres wurden nach vorausgegangener europaweiter Ausschreibung erste bauvorbereitende Maßnahmen umgesetzt. In diesem Jahr steht die Kapazitätssteigerung durch eine weitere moderne, komplexe Trinkwasseraufbereitungsanlage mit mehreren Filtern in einem Teil der bestehenden Filterhalle des Wasserwerkes auf dem Plan. Hinzu kommt die Errichtung von Anlagen zur Behandlung der anfallenden Filterspülwässer. Die voraussichtliche Fertigstellung ist bis Herbst 2023 vorgesehen. Die Investitionssumme liegt bei rund 6,5 Millionen Euro.

Weltwassertag seit 1992

Der internationale Tag des Wassers wurde 1992 auf der UNO-Vollversammlung in Rio de Janeiro ins Leben gerufen. Hintergrund war die Agenda 21, die im Juli 1992 von den Vereinten Nationen beschlossen wurde. Darin werden die Probleme und Notwendigkeiten einer nachhaltigen Entwicklung der Wassernutzung und -versorgung behandelt. Der diesjährige Tag des Wassers steht unter dem Motto „Groundwater: Making The Invisible Visible” – “Unser Grundwasser: der unsichtbare Schatz”.

„Damit wollen die Vereinten Nationen (UNO) das Bewusstsein der Menschen für die Ressource Nummer 1 – das Wasser – schärfen, denn Wasser ist die Basis aller Lebensformen“, so bringt  es EWP- Pressesprecher Stefan Klotz auf den Punkt.

MH/StK/khg

Oberes Bild: Die  Wasserversorgung ist eine Sache, die mehrstufige und nachhaltige Abwasserbeseitigung sowie der Schutz der Gewässer eine andere. Foto: Göttinger Entsorgungsbetriebe 

 

 

 

 

 

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