Ein Plus von 4,3 Prozent

Ein Plus von 4,3 Prozent

797 503 Klaus Henning Glitza

 Abfall- und Recyclingtechnik: Hersteller sind optimistisch

 

Bei allen schlechten Nachrichten dieser Tage gibt es auch Branchen, die Anlass zu Optimismus haben. Dazu zählen erfreulicher Weise  die  Hersteller von Abfall- und Recyclingtechnik, die nach Angaben ihres Fachverband im, Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mit einem Auftragseingangs- und Umsatzplus von 4,3 Prozent in diesem Jahr rechnen können.

“Das Jahr 2021 war vor stark geprägt durch Störungen der Lieferketten. Diese Lieferverzögerungen gilt es nun aufzuholen, ein hohes Auftragspolster hilft uns dabei”, erklärt dazu Michael Ludden, Vorsitzender des Fachverbandes Abfall- und Recyclingtechnik im VDMA. Die konjunkturelle Belebung im Umwelttechnikbereich, der Anstieg des Ölpreises und Preissteigerungen für Recyclingprodukte sowie das grundsätzlich gestiegene Umweltbewusstsein und strengere gesetzliche Vorgaben führten seinen Worten zufolge zu einer erhöhten Investitionsbereitschaft in moderne und innovative Recycling-technologie. ” Die aktuellen Daten stimmen optimistisch und lassen hoffen, hier sogar noch einen Puffer bis in das kommende Jahr mitzunehmen”, so Ludden.

Gestörte Lieferketten,  explodierende Materialpreise

Abteilungsleiterin Technik, Umwelt und Nachhaltigkeit und Geschäftsführerin Fachverband Abfall- und Recyclingtechnik im VDMA: Dr. Sarah Brückner, Foto: Uwe Nölke, look@team-uwe-noelke.de,

“Die eigentlich guten Zahlen müssen jedoch interpretiert werden. So sind der gute Umsatz und Auftragseingang stark durch das Segment der mobilen Maschinen geprägt. Hier haben die Hersteller das tiefe Tal des Vorjahrs verlassen können und eine rasante Aufholjagt hingelegt”, ergänzt Dr. Sarah Brückner, Geschäftsführerin des Fachverbandes. „Sorgen bereiten uns dagegen die Lieferschwierigkeiten besonders bei Stahl und Elektronikkomponenten. Dies führt zu längeren Lieferzeiten und zu stark steigenden Einkaufspreisen und sind bei aller Zuversicht eine echte Herausforderung für die Branche”, erklärt die Doktorin.

Weiterhin starke Inlandsnachfrage

Die Auftragseingänge in der Abfall- und Recyclingtechnik haben nach VDMA-Angaben ihren Aufwärtstrend fortgesetzt, getragen wird dies durch die anhaltend starke Inlandsnachfrage. Für das aktuelle Jahr wird mit einem Wachstum der Inlandsnachfrage auf 31 Prozent gerechnet.

Mit rund 60 Prozent bleiben die EU-27-Länder der wichtigste Abnehmermarkt für die deutsche Abfall- und Recyclingtechnik. Nimmt man die Nicht-EU-Länder mit gut zehn Prozent und Großbritannien mit 5,6 Prozent hinzu, liegt der wichtigste Markt mit zusammen rund 75 Prozent direkt vor der Haustür. Somit hat das gesamteuropäische Geschäft gegenüber dem Vorjahr noch einmal um rund fünf Prozentpunkte zugelegt. Nordamerika folgt auf Platz drei mit einem Exportanteil von 8,0 Prozent, gefolgt von Asien mit 6,0 Prozent. Die Exporte in die Region Naher und Mittlerer Osten liegen bei 3,8 Prozent, wobei Südamerika einen Rückgang auf 2,6 Prozent zu verzeichnen hat. Die Russische Föderation, Afrika und China bilden im Exportranking der Branche das Schlusslicht.

Die Exportquote der Branche hat sich um zwei Prozentpunkte auf 69 Prozent verbessert.

Kapazitätsauslastung auf hohem Niveau

Schon im ersten Quartal des laufenden Jahres hat sich laut VDNA ein positiver Verlauf der Auftragseingänge abgezeichnet. Die Reichweite der Kundenaufträge liegt nunmehr bei 7,8 Monaten. Mit 95 Prozent ist die Kapazitätsauslastung in der Branche nur rund drei Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr, aber weiterhin auf sehr hohem Niveau.

Eine Branche auf Personalsuche

Das wirkt sich auch positiv auf die Beschäftigungslage aus. In Summe wollen rund 71 Prozent der Firmen zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Die verbleibenden 29 Prozent wollen den Personalbestand halten. Aktuell sind rund 10.150 Beschäftigte in der Branche tätig.

„Themenwelt Kunststoffrecycling“

Zur IFAT 2022, der Weltleitmesse für Umwelttechnologien, nimmt sich der VDMA Fachverband Abfall- und Recyclingtechnik des Themas Kunststoffrecycling von Verpackungsabfällen an. Zusammen mit den im VDMA organisierten Herstellern und weiteren Akteuren der Kreislaufwirtschaft wird in Halle B5 die Themenwelt Kunststoffrecycling präsentiert. Die dort ausgestellte “Maschine” thematisiert die technischen Lösungen zum Recycling von Kunststoffabfällen.

“Die Besucher des VDMA-Standes sollen den Weg einer gebrauchten Shampoo-Flasche, stellvertretend für Verpackungsabfälle, ab ihrer Entsorgung über die einzelnen Schritte im Recyclingprozess mitverfolgen können und einen Überblick über das System als Ganzes erhalten”, erläutert Dr.  Brückner.

VD/rd

Oberes Bild: Der Vorstand der VFMA-Fachgruppe: (von links) Werner Herbold, Ferdinand Doppstadt, Benedikt Preker, Michael Ludden, Naemi Denz, Peter Funke. Nicht im Bild: Valerie Degenhardt. Foto: VDMA 

 

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