Ehrung für den Aufsichtsrat, Talent-Visum für den CEO und der neue Chef in Potsdam

Ehrung für den Aufsichtsrat, Talent-Visum für den CEO und der neue Chef in Potsdam

150 150 Klaus Henning Glitza

Unter der Rubrik „Personalien“ berichtet EM. DAS ENTSORGUNGSMAGAZIN über Persönlichkeiten der Entsorgungsbranche und herausragende Ereignisse, die mit ihnen verbunden sind.  Diesmal im Fokus: Reinhard Lohmann, der langjährige Topmanager und Aufsichtsrat der REMONDIS-Gruppe. Dr. Axel Schweitzer, der als erster Deutscher das chinesische Talent-Visum, erhielt und Florian Freitag, der neue Mann an der Spitze der Stadtentsorgung Potsdam (STEP).

  

Mit Erreichen der Altersgrenze ist Reinhard Lohmann im Dezember des vergangenen Jahres aus dem Aufsichtsrat der REMONDIS-Gruppe ausgeschieden.

War über 35 Jahre für REMONDIS führend tätig, zuletzt als CEO, und gehörte seit 2014 dem Aufsichtsrat an: Reinhard Lohmann. Foto: REMONDIS

Der Diplomkaufmann, der seit 1979 für die Rethmann-Gruppe tätig war, hatte im Konzern Karriere gemacht. Kaufmännischer Geschäftsführer, Finanzvorstand (CFO), stellvertretender Vorstandsvorsitzender und -nach dem tragischen Unfalltod von Dr. Hermann Niehues- seit dem 1. Oktober 2008 Vorstandsvorsitzender waren seine beruflichen Stationen. Nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand zum 31. Dezember 2014 führte Reinhard Lohmann die Aufsichtsräte der drei Spartenunternehmen REMONDIS, Rhenus und SARIA Jahre als Vorsitzender.

Dr. Martin Rethmann, Vorsitzender des Aufsichtsrates der RETHMANN-Gruppe, dankte Lohmann für sein außergewöhnliches Engagement und seine strategische Weitsicht. Seine konstruktiven Ratschläge hätten dazu beigetragen, „dass REMONDIS und auch die Gesamtgruppe in dieser Zeit dynamisches Wachstum verzeichnen und eine globale Präsenz entwickeln konnte“.

Der Aufsichtsrat von REMONDIS besteht nach Unternehmensangaben aus drei Mitgliedern: Stellvertreter von Dr. Martin Rethmann ist Georg Rethmann, weiteres Mitglied ist Klemens Rethmann. -khg

***

Dr. Axel Schweitzer, Vorstandsvorsitzender der ALBA Group, hat als erster Deutscher das neue chinesische „Talent Visum“ („high-end foreign experts visa“) erhalten.

Ein Visum der besonderen Art erhielt Dr. Axel Schweitzer aus den Händen von Botschafter Mingde Shi in Berlin. Foto: ALBA

Die Arbeitserlaubnis gilt für zehn Jahre und erlaubt einen ununterbrochenen Aufenthalt bis zu 180 Tage sowie mehrmalige Einreisen. China habe aufgrund seiner rasanten Entwicklung einen hohen Bedarf an fortschrittlichen Umwelttechnologien, betonte Botschafter Mingde Shi bei der Übergabe des Visums, das hochqualifizierten Wissenschaftlern, technischen Fachkräften, Managern und Künstlern vorbehalten ist. „Durch die Verbindung unserer 50-jährigen Recycling-Erfahrung mit dem chinesischen Unternehmergeist möchten wir dazu beitragen, dass das Land sein Ziel eines ‚schöneren China‘ noch schneller erreicht“, hob Dr. Schweitzer in der Berliner Botschaft hervor.  Die ALBA Group ist nach eigenen Angaben an zahlreichen Standorten in China mit eigenen Anlagen und Projekten aktiv, unter anderem in der Behandlung von Elektroschrott, Altautos und Haushaltsabfällen. Erst vor wenigen Tagen hatte ALBA die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit der Baowu Group (zweitgrößter Stahlhersteller der Welt) bekannt gegeben.-khg

***

Neue Besen kehren gut. An dieses alte Sprichwort glaubt man offenbar auch in der brandenburgischen Landeshauptstadt.  Nach dem skandalumwitterten Abgang des früheren Topmanagements und einer längeren Interims-Geschäftsführung ist jetzt ein neuer Mann an die Spitze der Stadtentsorgung Potsdam GmbH (STEP) gerückt.

Neuer Geschäftsführer der Stadtentsorgung Potsdam (STEP), Florian Freitag. Foto: STEP

Der 36-Jährige Florian Freitag, seit 2014 Chef der Remondis-Niederlassung im niedersächsischen Gifhorn, ist am 1. Januar 2018 in die Chefetage des Tochterunternehmens der Stadtwerke Potsdam eingezogen.

In Sachen Entsorgung und Logistik kennt sich der 36-jährige Florian Freitag (verheiratet, ein Kind) aus. Er absolvierte nach der Ausbildung zum Speditionskaufmann und Logistikdienstleister ein Betriebswirtschaftsstudium an der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin. Schwerpunkt war Logistik & Supply Chain Management.  Während dieses dualen Studiums sammelte er bei der ALBA-Wertstoffmanagement GmbH praktische Erfahrungen. Im Dezember 2010 wechselte er dann zu REMONDIS, zunächst als Logistikkoordinator.

 Die neue STEP-Geschäftsführung ist eine Doppelspitze. Dr. Burkhardt Greiff, Jahrgang 1960, wird Florian Freitag zur Seite stehen. Der promovierte Politikwissenschaftler (verheiratet, zwei Kinder), gehört bereits seit dem 1. März 2015 zur STEP-Geschäftsführung. Greiff ist auch ehrenamtlich aktiv: als Landessprecher Brandenburg des Bundesverbandes der deutschen Entsorgungswirtschaft und Präsident des Unternehmerverbandes Brandenburg-Berlin.

Die Doppelspitze wurde bewusst gewählt. „damit nicht einer alleine machen kann was er will“, kommentierte Horst Müller-Zinsius, Sprecher der Geschäftsführung des kommunalen Stadtwerkeverbundes laut „Märkische Allgemeine“ in Anspielung auf einen früheren Alleingeschäftsführer.  Eine Neuausrichtung von STEP, von der in Öffentlichkeit vielfach die Rede war, hält Müller-Zinsius aber für nicht erforderlich. Die Führungsprobleme von 2016 seien geklärt. Ansonsten mache STEP „einen wunderbaren Job“.

Wie Freitag stammt Dr. Greiff aus dem Hause REMONDIS. Seit 1992 ist er für den Konzern aktiv und war unter anderem für die Gründung von Public-Private-Partnership-Gesellschaften (PPP) in Berlin, Schwerin, Zwickau sowie den erfolgreichen Abschluss zahlreicher europaweiter Ausschreibungen in der Region Ost verantwortlich. Seit 2006 fungiert er, mit kurzen Unterbrechungen, als Aufsichtsratsmitglied der Stadtentsorgung Potsdam GmbH.

Dr. Burkhardt Greiff, Mitglied der neuen Doppelspitze der Stadtentsorgung Potsdam. Foto: STEP

Interimsgeschäftsführer Dirk Wolfgramm, der zusammen mit Dr. Greiff die Stadtentsorgung Potsdam GmbH bis zum 31. Dezember 2017 leitete, ist verabredungsgemäß in seine frühere Position als Bereichsleiter der kommunalen Bauholding Pro Potsdam zurückgekehrt. Der Wirtschaftskaufmann, Jahrgang 1964, war seit dem 1. August 2016 als STEP-Geschäftsführer auf Zeit bestellt.

Auslösendes Moment dieser Geschäftsführer-Rotation war eine handfeste Affäre, die 18 Monate zurückliegt. Die früheren Geschäftsführer Holger Neumann und Enrico Munder, die auch die Stadtwerke Potsdam GmbH leiteten, wurden im Mai 2016 vom Dienst suspendiert beziehungsweise freigestellt, weil sie mutmaßlich die frühere Prokuristin Petra V. an den Kontrollgremien vorbei an den zuständigen Gremien vorbei gehaltsmäßig massiv bevorteilt zu haben, ohne dass sachliche Gründe vorlagen. Im Jahr 2012 hatte die Frau laut Potsdamer Neue Nachrichten „Gesamtbezüge von 152 900,62 Euro“. Mit dabei: „private Dienstwagennutzung, Rentenversicherung und 20 000 Euro Jahresbonus“.

Der neue Geschäftsführer Florian Freitag geht nach eigenen Worten unbelastet in den neuen Job. Gegenüber der örtlichen Presse erklärte er, er habe zwar etwas von den früheren STEP-Problemen in Zeitungen gelesen gehört, sich aber nicht näher damit befasst.

Die Stadtentsorgung Potsdam GmbH (STEP) ist eine Public-Private-Partnership-Gesellschaft (PPP). PPP steht für eine öffentlich-private Partnerschaft, also eine unternehmerische Kooperation von öffentlichen Körperschaften und Privatunternehmen. 51 Prozent der GmbH-Anteile halten die Stadtwerke Potsdam, 49 Prozent REMONDIS Kommunale Dienste Ost GmbH. Bei REMONDIS-Beteiligungen ist es die Regel, dass der Konzern die Geschäftsführung stellt und sich damit den Einfluss auf die PPP-Gesellschaft sichert.  –hage/khg

 

Idee für Personalie?

Sie haben eine Idee für eine Personalie? Dann wenden Sie sich bitte an redaktion@e-mag.press.

Hinterlasse eine Antwort

Subscribe to our newsletter