Editorial

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150 150 Klaus Henning Glitza

Weshalb ein neues Magazin?

Drei Themenfelder – ein Medium

Liebe Leser und Leserinnen,
da ist sie, die erste Ausgabe von EM. Das Entsorgungsmagazin. Ein neues Onlinemedium, das über drei wichtige und gewichtige Themenfelder nicht nur berichten, sondern sie in den Zusammenhang stellen will: Umwelt, Verbraucherschutz und Markttransparenz.

Werfen wir einmal einen kurzen Blick auf diese drei Punkte.

Ex und hopp- das war früher die Devise bei der Abfallentsorgung. Noch in den 1970er Jahren hatte fast jedes Dorf seine Müllkippe. Die Abfälle wurden so, wie sie waren, verscharrt. Speisereste, ausgediente Elektrogeräte und Batterien, Metalle und Kunststoffe– alles durcheinander. Aus der wilden Mixtur unterschiedlicher Stoffe entstand vielerorts ein hochgefährlicher Giftcocktail, der die Menschen und die Naturräume im Umfeld gefährdete und das Grundwasser vergiftete. Das führte zum Umdenken. Deutlich sichere Zentraldeponien entstanden und die Mülltrennung hielt Einzug. Recycling war plötzlich in aller Munde. Seit 2005 schließlich gilt das Deponieverbot für Haushaltsabfälle.

Doch das darf nicht das Ende der Fahnenstange sein. Neue Denkmodelle sind auch in der Zukunft unerlässlich. In Zeiten immer knapper werdender Ressourcen ist das Recycling ein wichtiges Signal für den verantwortungsvollen Umgang mit Rohstoffen. Und ein wertvoller Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Deutschland gehört in puncto Wiederverwertungsquoten zu den weltweit führenden Ländern. Aber nimmt auch den europäischen Spitzenplatz bei der „Produktion“ von Verpackungsabfällen ein.

Stichwort Verbraucherschutz. Zahlen die Bürger wirklich immer einen fairen Preis für die Abfallentsorgung? Zwischen einzelnen Kommunen klaffen bei den Abfallgebühren Unterschiede von bis zu 500 Prozent. Zwar gibt es ohne Zweifel unterschiedliche Bedingungen, beispielsweise Dienstleistungsqualität, Umweltschutzstandards oder Abfuhrrhythmen, doch 500 Prozent mehr oder weniger sind damit kaum zu erklären. In einigen Städten und Gemeinden werden Bürger und Verbände, die nach den Kalkulationsgrundlagen fragen, schlichtweg abgeschmettert. Die Abfallgebühren, eine „geheime Kommandosache“, wie es der Steuerzahlerbund in Nordrhein-Westfalen anprangert. Stichwort: Markttransparenz.

Es ist wenig bekannt, dass In der Entsorgungswirtschaft ein Konzentrationsprozess im Gange ist, wie es ihn in Deutschland bisher kaum gegeben hat. Eva-Maria Schulze, Abteilungsleiterin des Bundeskartellamtes vergleicht die Verhältnisse im Entsorgungssektor mit dem Einzelhandel, den wenige Große dominieren. „Eine solche Entwicklung ist eine große Gefahr für die Bürger und den freien Wettbewerb. Konkurrenz belebt das Geschäft, heißt es nicht umsonst. Denn nicht nur die Vielfalt der Anbieter verhindert „schräge“ Preisentwicklungen. Nur dort, wo echter Wettbewerb herrscht, können die Preise nicht unkontrolliert in den Himmel wachsen. Doch dieser Wettbewerb scheint in der Entsorgungswirtschaft nicht mehr richtig zu funktionieren, wie jüngst das Bundeskartellamt feststellte. EM- das Entsorgungsmagazin wird diese Konzentrationstendenzen aufmerksam verfolgen.“.

Die drei wichtigen Punkte „Umwelt, Verbraucherschutz und Markttransparenz“ zusammenzuführen und zu vernetzen, sehen wir als unsere Aufgabe. Das gesamte Bild zu bieten, das ist das Ziel von EM. Das Entsorgungsmagazin.

Gerne greifen wir auch Ihre Erfahrungen mit oder in der Entsorgungswirtschaft auf. Der Dialog mit unseren Leserinnen und Lesern ist uns wichtig.

Es grüßt Sie freundlich

Klaus-Henning Glitza

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