DUH übt Kritik: Elektroschrott wird illegal exportiert

DUH übt Kritik: Elektroschrott wird illegal exportiert

150 150 Klaus Henning Glitza

Umweltschutzorganisation: Großteil geht nach Afrika, macht Menschen krank und verseucht Landschaften

 

Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe (DUH) werden pro Jahr schätzungsweise 400.000 Tonnen Elektroschrott aus Deutschland illegal exportiert. Ein Großteil davon gehe nach Afrika und führe dort zu „verseuchten Landschaften, kranken Menschen und unwürdigen Arbeitsbedingungen“.

In einer DUH-Pressemitteilung heißt es dazu: „Smartphones, Kühlschränke, Fernseher, Radios – eigentlich gehören alte Elektrogeräte auf den Wertstoffhof oder sollten bei Händlern für eine Wiederverwendung oder ein Recycling abgegeben werden. Doch es gibt Lücken im Recyclingkreislauf. Kriminelle fangen Geräte illegal ab, Händler erschweren Verbrauchern die reguläre Rückgabe in Geschäften und kommunale Wertstoffhöfe gibt es in einigen Landkreisen überhaupt nicht mehr.

Nach Angaben von Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch würden in Deutschland werden mittlerweile knapp zwei Millionen Tonnen Elektrogeräte pro Jahr in Verkehr gebracht. 2016 seien aber nur etwa 700.000 Tonnen ordnungsgemäß erfasst und recycelt worden. Das liege unter anderem an den nicht ausreichenden Rücknahmebemühungen der Vertreiber. Diese hätten in 2016 trotz einer gesetzlichen Verpflichtung nur rund 70.000 Tonnen Elektroschrott zurückgenommen.

Aktuelle Testbesuche der DUH im Handel hätten massive Rechtsverstöße bei Apple, Hagebau, Kaufland und Co. Um diese Entwicklung zu stoppen, fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) von Handelsunternehmen eine verbraucherfreundliche Umsetzung gesetzlicher Pflichten zur Rücknahme ausgedienter Elektrogeräte, Kontrollen zur Einhaltung durch die Bundesländer und mehr Zollkontrollen beim Export von Geräten ins Ausland. Bundesgeschäftsführer Resch fordert die Bundesländer dazu auf, endlich Kontrollen durchzuführen und bei Verstößen konsequent Bußgelder zu verhängen.

rd/khg

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