DSD-Deal: Bruchlandung oder Durchstarten

DSD-Deal: Bruchlandung oder Durchstarten

150 150 Klaus Henning Glitza

„Family Offices“ laufen sich warm, um im Fall X in die Bresche zu springen

Durchstarten oder Bruchlandung- das ist die entscheidende Frage beim gegenwärtigen  REMONDIS-Kampf um den Grünen Punkt. Am heutigen Mittwoch findet -wie bereits gestern berichtet- eine Art Arbeitstreffen von hochrangigen Vertreter des größten deutschen Entsorgers und der Wettbewerbswächter von Bonn statt.

Insider, die sich im einschlägigen Recht auskennen,  bezweifeln, dass bei diesem Termin die kritische Haltung des Kartellamtes durch diesen neuerlichen Vorstoß aufgeweicht werden kann. Ganz im Gegensatz zu der REMONDIS-Truppe, die jedenfalls nach außen hin vor Siegesgewissheit nur so strotzt.

Das wird allerdings selbst unternehmensintern von immer weniger Mitarbeitern und Managern verstanden. Im Konzern mehren sich  die Stimmen, die diese Euphorie her für Zweckoptimismus halten. Dier innerhalb des größten deutschen Entsorgers kommunizierte These, man werde die Kartellwächter von Bonn mit ein paar kleinen Zugeständnissen zum Durchwinken bewegen, findet  in den eigenen Reihen immer weniger Anhänger. Selbst eingefleischte REMONDIANER erinnern sich an die öffentliche  Anmerkung von Herwart Wilms, die Elefantenhochzeit werde ohne Auflagen abgesegnet. Eine Anmerkung, die ad absurdum geführt wurde-

Auch andere Marktteilnehmern fehlt schon länger der Glaube an einen erfolgreichen REMONDIS-DSD-Deal. Nach EM-Informationen laufen sich bereits  mehrere Family Offices warm, um beim Scheitern der „Hochzeit der Giganten“ 3in die Bresche zu springen. Darunter soll auch ein süddeutsches Unternehmenskonstrukt sein, das im weltweiten Discounthandel eine entscheidende Rolle spielt. Allerdings stände dieses möglicherweise  vor ähnliche kartellrechtlichen Problemen wie REMONDIS. „Die Geier kreisen schon“, so ein Insider aus Lünen.

Der Grund, weshalb sich  die „Family Offices“ warmlaufen, ist mehr als plausibel. Sie könnten, falls die REMONDIANER nicht zum Zuge kommen, den Grünen Punkt mit einem Riesenrabatt erhalten. Denn es ist kaum bekannt, dass der größte deutsche Entsorgungskonzern für DSD auf jeden Fall bezahlen muss, selbst wenn der große Deal platzen sollte, Die Verkäufer, die  britisch-amerikanischen Investmentfonds H,I.G-Capital und Bluebay haben als mit allen Wassern gewaschene Strategen eine  so genannte Break-up-Fee vereinbart. Konkret bedeutet dies, dass REMONDIS, wenn die Fusion abgelehnt wird, 25 Prozent des Kaufpreises von annähernd 150 Millionen Euro als „Penalty“ bezahlen muss. Eine clevere Lösung, die damit zusammenhängt, dass die ausgebufften Briten und US-Amerikaner von vornherein die Fusion nicht als „Selbstläufer“ angesehen haben, sondern eher als Zitterpartie.

Die Break-up-Fee bedeutet auch: REMONDIS wird auf jeden Fall zur Kasse gebeten. Für einen anderen Interessenten bedeutet dies: Er kann DSD um rund 40 Millionen Euro billiger erwerben- subventioniert by REMONDIS. „Family Offices“, denen DSD in der ersten Verhandlungsrunde zu teuer erschienen, rücken dadurch wieder in den Kreis der ernsthaften und zahlungsbereiten  Interessenten auf,

Die „Elefantenhochzeit“- das Aufgebot ist zwar bestellt, aber ob es für den Traualtar reicht, ist erneut eine offene Frage.

khg

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