Druckfassung war gestern

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150 150 Klaus Henning Glitza

Konzern- und Nachhaltigkeitsbericht der SRH erstmals rein digital

 

Als erstes kommunales Unternehmen in Hamburg hat die Stadtreinigung Hamburg (SRH) ihren jährlichen Konzern- und Nachhaltigkeitsbericht auf einer eigenen Website veröffentlicht.  Auf eine Druckfassung wurde verzichtet,

Interessierte Leserinnen und Leser finden nach SRH-Angaben noch schneller  und übersichtlicher ausführliche Informationen über die vielfältigen Handlungsfelder der SRH und alle wichtigen Kennzahlen aus dem Berichtsjahr 2020. Abgerundet wird das Informationsangebot, wie schon in den Vorjahren durch das mehrfach prämiierte Nachhaltigkeitsmagazin LOOP, das in der neuen Ausgabe interessante Artikel und Wissenswertes rund um die Themen Abfallwirtschaft und Klimaschutz beinhaltet.

Gehört auch zum Aufgabenumfang der SRH: Laubentsorgung in Hamburg. Foto: SRH

Im vergangenen Jahr sammelten und verwerteten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SRH nach Eigenangaben insgesamt rund 978.000 Tonnen Abfall. Daraus generierte die SRH unter anderem 1.400.000 MWh Wärme für Hamburgs Haushalte und ist damit einer der größten Energielieferanten der Stadt. Die Reinigungsteams der Stadtreinigung kümmerten sich auch um die Sauberkeit auf 7.800 Kilometern Fahrbahnen, 3.300 Kilometern Gehwege und reinigten knapp 3.000 Grünflächen und Spielplätze mit einer Fläche von 32 Quadratkilometern. An den 18.800 öffentlichen Papierkörben führten sie durchschnittlich 56.000 Leerungen pro Woche durch.

Umsatz ging zurück

Mit Umsatzerlösen von rund 380 Millionen Euro verzeichnete die SRH im Jahr 2020 einen Umsatzrückgang von knapp 9.5 Millionen Euro da unterjährig ein Verwertungsvertrag mit vier niedersächsischen Landkreisen ausgelaufen war. Dennoch gelang es, den Jahresüberschuss um etwa eine halbe Million Euro auf 3.7 Millionen zu steigern.

Im Corona-Jahr 2020 war vieles anders als zuvor, auch für die Stadtreinigung Hamburg. So lassen sich viele Entwicklungen klar auf die Auswirkungen der Pandemie zurückführen, das gilt ganz besonders auch für Entwicklung der Abfallmengen. Die von der SRH gesammelte und verwertete Gesamtabfallmenge aus Hamburger Haushalten stieg im Jahr 2020 auf 777.489 Tonnen an, im Vorjahr waren es noch 752.207 Tonnen.

Restmüllmengen stiegen

Den größten Anteil hierbei macht hier weiterhin der Abfall in der haushaltnahen Restmülltonne aus. Dieser steigerte sich um fast 9.000 auf 237.292 Tonnen. Bei der grünen Biotonne wuchs die Müllmenge auf 76.522 Tonnen an, eine Steigerung von mehr als 7.000 Tonnen. Auch auf den Hamburger Recyclinghöfen wurden deutlich mehr Abfälle abgegeben. Hier stieg die Menge der Abfälle aus Privathaushalten von 97.462 Tonnen auf 105.664 Tonnen an.

Rückgang beim gewerblichen Abfall

Währenddessen gingen die Abfallmengen aus Gewerbe und Industrie mit einer Jahresmenge von 200.532 Tonnen um mehr als 28.000 Tonnen deutlich zurück. Diese Entwicklung lässt sich nach SRH-Angaben besonders darauf zurückführen, dass viele Menschen aus dem Homeoffice arbeiteten und für zahlreiche Unternehmen in Gastronomie, Kultur und Einzelhandel kein normaler Öffnungsbetrieb möglich war. Trotz der überwiegend gestiegenen Müllmengen blieb die Recyclingquote mit 58.1 Prozent auf Vorjahresniveau. Allein durch die Getrenntsammlung wurde pro Hamburger Einwohner etwa 128 Kilogramm an CO2 eingespart.

Für Hamburg im Einsatz

Müll fällt dort an, wo Menschen sich aufhalten. Doch wo sich die Menschen aufhalten würden, war 2020 nicht im üblichen Maße abschätzbar. Für die Reinigung der SRH, die sich um die Stadtsauberkeit kümmert, war die Pandemie schon allein deshalb eine besondere Herausforderung. Dass die Stadtsauberkeit dennoch auf durchgehend hohem Niveau gewährleistet war, ist dem flexiblen Einsatz von Personal und Fahrzeugen, wie auch der Arbeitsleistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  in den Reinigungsteams zu verdanken.

Service stark gefragt

Die Stadtreinigung Hamburg war 2020 gefragt, besonders bei ihren Kundinnen und Kunden.  Rund 440.000 Serviceanfragen wurden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Service Center bearbeitet. Auch die digitalen Angebote der SRH wurden stärker beansprucht. Etwa 110.000 Hamburger nutzten den Online-Abfuhrkalender. Rund 112.000 Verschmutzungsmeldungen gingen bei der SRH ein, die meisten davon über die SRH-App. Etwa 96 Prozent der gemeldeten Verschmutzungen wurden innerhalb von drei Arbeitstagen entfernt.

„Sauberer und lebenswerter“

Umweltsenator Jens Kerstan. Foto: Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft

Die Stadtreinigung Hamburg trägt durch eine Vielzahl von Aufgaben dazu bei, dass die Stadt sauberer und lebenswerter wird“, würdigte Jens Kerstan, Senator für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, die Arbeit der SRH.  Darüber hinaus sei das. kommunale Unternehmen „einer der größten, klimafreundlichen Wärmeproduzenten unserer Stadt und hat deshalb wesentlichen Anteil daran, dass wir unsere Klimaziele erreichen können, bis 2030 insgesamt 55 Prozent CO2 einzusparen.“

Lob der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Sprecher der Geschäftsführung der Stadtreinigung Hamburg (SRH): Professor Dr. Rüdiger Siechau. Foto: SRH

„In diesem besonderen Jahr war es uns wichtig, die Entsorgungssicherheit und Stadtsauberkeit für Hamburg durchgehend und auf hohem Niveau zu gewährleisten“, ging Professor Dr. Rüdiger Siechau, Sprecher der SRH-Geschäftsführung, auf die Leistungsbilanz des Jahres 2020 ein.  Alle systemrelevanten Prozesse hätten ohne größere Einschränkungen funktioniert, das sei ein besonderes Verdienst der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Siechau: “Das stabile wirtschaftliche Ergebnis ist daher ein echter Erfolg. Ebenso wichtig ist es für uns jedoch, dass wir zukunftsfähige Konzepte entwickeln und deren Umsetzung vorangetrieben haben. Nachhaltigkeit gehört zu den wesentlichen Bestandteilen unseres Unternehmenskonzeptes. Sie ist fest verknüpft mit unseren Zielen zum Klimaschutz, zum Gemeinwohl und zur Circular Economy.“

Pionier der Berichterstattung

Die Stadtreinigung Hamburg veröffentlicht bereits seit 2007 regelmäßig Nachhaltigkeitsberichte und gehört damit zu den Pionieren der für große Unternehmen seit 2017 verpflichtenden Nachhaltigkeitsberichterstattung. Dieser Bericht ist nach den international anerkannten GRI-Leitlinien (GRI Standards) der Global Reporting Initiative (GRI) gemäß der Berichtsoption „comprehensive“ erstellt, die höchstmögliche Berichtstiefe und -qualität erfordert. Mit dieser umfassenden und geprüften Darstellung hat die Stadtreinigung Hamburg ein Berichtsniveau etabliert, das selbst bei international agierenden DAX-30-Unternehmen noch nicht die Regel ist.

Wie bereits in der Vergangenheit ist der Konzern- und Nachhaltigkeitsbericht der Stadtreinigung Hamburg keine einfache Dokumentation, in der Zahlen offengelegt werden. Die Stadtreinigung Hamburg definiert in jedem der Handlungsfelder ebenso klare wie ambitionierte Unternehmensziele und orientiert sich dabei an den Sustainable Developement Goals der UN.

Links:

Nachhaltigkeitsbericht:

https://nachhaltigkeitsbericht.stadtreinigung.hamburg

Nachhaltigkeitsmagazin Loop:

https://files.stadtreinigung.hamburg/srh-typo3/nachhaltigkeit/2020/Magazin/Loop_Magazin_Ausgabe_3.pdf

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