Die „Rotation“ von Pfarrkirchen

Die „Rotation“ von Pfarrkirchen

150 150 Klaus Henning Glitza

Stadtwerke: Die Früchte der Arbeit bleiben in der Stadt- im Gegensatz zu den Werkleitern

 

Anders als bei anonymen Konzernen würden die Früchte der Arbeit in der Stadt bleiben. Diese frohe Kunde konnte der damalige Bürgermeister der niederbayerischen Kreisstadt Pfarrkirchen, Georg Riedl, zum 120-Jahr-Jubiläum der Stadtwerke im Jahr 2012 vermelden. Für die Werkleiter scheint dieses „Bleiberecht“ freilich nicht zu gelten. Sie rotieren des Öfteren- auf und davon.

In der Tat: Der Chefsessel der Stadtwerke Pfarrkirchen (Landkreis Rottal-Inn) ist offenbar kein Platz, an dem man mit Ruhe und Beschaulichkeit der Altersgrenze entgegensehen kann. Eher gleicht er einem Schleudersitz. Mehrfach wechselten die Werkleiter in den zurückliegenden Jahren, manchen hielt es nur neun Monate auf dem Posten.  Der aus einem Konzern stammende Martin Wosnitza konnte sich immerhin viereinhalb Jahre in der Führungsetage entfalten. Dann erhielt auch er von Wolfgang Beißmann, dem aktuellen 1. Bürgermeister, die Kündigung. Wosnitza war schockiert. „”Man hat mir einen Tritt verpasst und meine Existenz zerstört. Ohne mit der Wimper zu zucken”, klagte er gegenüber den Passauer Neuen Presse (PNP). Er habe sich nichts zu Schulden kommen lassen.

Bürgermeister Beißmann hat in dieser Beziehung eine andere Sicht: Man habe sich von Wosnitza „trennen müssen”, sagte er gegenüber der PNP. „Es gab verschiedene Ansichten hinsichtlich der Führung und inhaltlichen Ausrichtung der Stadtwerke. Eine vertrauensvolle gedeihliche Zusammenarbeit im Sinne des kommunalen Eigenbetriebs war nicht mehr möglich.“

Inzwischen, so berichtet die Zeitung, sei ein Amtsnachfolger zum 1. April 2019 gefunden.  Wer der Neue ist, darüber hüllt sich die Stadt Pfarrkirchen in Schweigen. Auch beim kommunalen Eigenbetrieb Stadtwerke weiß man von nichts. Dass ein neuer Chef gefunden worden sei, habe man auch nur aus der Presse erfahren. Offiziell hat die Stadt in dieser wichtigen Frage offenbar noch nicht mit der Belegschaft ihrer Tochtergesellschaft das Gespräch gesucht. Vielleicht, weil eine „Rotation“ auf der Führungsebene inzwischen nichts Ungewöhnliches mehr ist? Bürgermeister Beißmann konnte heute zu einer Stellungnahme nicht erreicht werden.

khg

Hinterlasse eine Antwort