Der Riese ist da

Der Riese ist da

150 150 Klaus Henning Glitza

Klärschlamm: Herzstück der Anlage Oberlausitz in Boxberg O.L. eingetroffen

 

100 Tonnen schwer, 40 Meter lang, 6,5 Meter breit, 3,5 Meter hoch – gigantische Abmessungen, die an einen Riesen erinnern. Das sind die Maße des neuen Trockners, mit dem der Umweltdienstleister Veolia in Boxberg/O.L. künftig rund 50 000 Tonnen Klärschlamm von kommunalen Kläranlagen in Sachsen, der Lausitz sowie Berlin bei bis zu 200 Grad Celsius  trocknen und zu einem energiereichen Ersatzbrennstoff verwerten will.

Und dies nach Eigenangaben auf umweltfreundlichem Weg. Denn dafür soll die Abwärme des Kraftwerks der LEAG genutzt werden, die ohnehin im Produktionsprozess anfällt. „Ein nachhaltiges Projekt für die Lausitz und ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz im Freistaat Sachsen“ heißt es in einer VEOLIA-Mitteilung .

Am 25. Februar rollte das mächtige Gerät, das im Veolia-Werk in Pölitz (Polen) gefertigt wurde, via Schwerlasttransport in Boxberg ein. Hier soll der Trockner nun seinen Platz auf dem Kraftwerksgelände der LEAG finden. “Seit dem Spatenstich für die neue Anlage im Juni 2021 ist viel passiert. Die 60 mal 15 mal 8 Meter hohe, geschlossene Halle wurde gebaut. Hier werden wir in den kommenden Wochen den Trockner installieren und alles für die erste Probefahrt vorbereiten”, sagt Franz Greulich, Leiter Betrieb Industrie bei Veolia.

Die Inbetriebnahme sei spätestens im Herbst 2022 geplant. Dann soll aus dem Klärschlamm ein umweltfreundlicher und energiereicher Ersatzbrennstoff hergestellt. Genutzt werden soll dieser für die Energiegewinnung im Boxberger Kraftwerk der LEAG sowie in regionalen Zementwerken. Mehr als zehn Millionen Euro investiert Veolia in die Trockneranlage.

„Mit der Investition von Veolia in die Klärschlammtrocknungsanlage erfährt der Kraftwerksstandort Boxberg einen wichtigen und nachhaltigen Schub bei der Ausrichtung zu einem zukunftsorientierten Energiestandort. Unser gemeinsames Ziel ist es, diese Anlage auch nach dem Ende der Kohleverstromung sinnvoll weiterbetreiben zu können, um die Entsorgungssicherheit für die Region Ostsachsen langfristig gewährleisten zu können. Bis es soweit ist, werden wir die positiven Synergien, die sich aus der Kombination von Kraftwerk und Trocknungsanlage ergeben, als Beitrag einer Kreislaufwirtschaft effizient nutzen“, so Carsten Marschner, LEAG-Werksleiter in Boxberg.

Dank der Abwärme-Nutzung aus dem Kraftwerk für die Klärschlammtrocknung können nach VEOLIA-Angaben insgesamt rund 4,5 Millionen Kilowattstunden Energie und etwa 1 000 Tonnen CO2 jährlich eingespart werden.

Über VEOLIA

Die international aufgestellte Veolia Gruppe (über 179 000 Beschäftigten auf allen fünf Kontinenten)  ist in den drei Tätigkeitsfeldern  Wasser-, Abfall- und Energiemanagement aktiv. Der konsolidierte Jahresumsatz von Veolia Environnement (Paris Euronext: VIE) betrug 2020 26,01 Milliarden Euro.  In Deutschland arbeiten bei Veolia und ihren Beteiligungsgesellschaften rund 10.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an etwa 250 Standorten.

VD/rd

Oberes Bild: Ein im wahren Sinne schweres Stück Arbeit: Der 100-Tonnen-Riese trifft per Schwerlasttransport in Boxberg  ein. Foto: VEOLIA Deutschland

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