Der Countdown von Helmstedt

Der Countdown von Helmstedt

474 316 Klaus Henning Glitza

Im Wirbelschichtofen der künftigen KVA wurde kürzlich das erste Feuer gezündet

 

Der Countdown von Helmstedt ist in eine weitere entscheidende Phase getreten. Noch in diesem Jahr wird die EEW Energy from Waste GmbH nach Angaben ihres CEO Bernard M. Kemper an ihrem niedersächsischen Stammsitz eine Klärschlammverwertungsanlage (KVA) in der EEW-Gruppe in Betrieb nehmen.

Einen Meilenstein dafür bildete Ende April das erstmalige Zünden des Ölbrenners im Wirrbelschichtofen  und damit das  planmäßige An- und Abfahren des Kessels. Ein wichtiger Schritt und eine unabdingbare Voraussetzung für das  erste Klärschlammfeuer, das laut  Projektleiter Helge Goedecke im Juli geplant ist.  Seinen  Worten zufolge ist der Ölbrenner eine sicherheitsrelevante Anlagenkomponente, die nur nach Freigabe durch den TÜV betrieben werden darf.  Das erste Ölfeuer sei Grundvoraussetzung für alle Folgeschritte, erklärt Goedecke. Der Brenner sei wichtig für das An- und Abfahren des Kessels, in dem der Klärschlamm bei mindestens 850 Grad Celsius energetisch verwertet wird. Der dabei entstehende Dampf werde auf die Turbine der benachbarten  Thermischen Restabfall-Vorbehandlungsanlage (TRV) geleitet und leiste so am traditionsreichen Energiestandort Buschhaus einen Beitrag für die  Stromversorgung der Region.

Die in Helmstedt entstehende Anlage ist auf eine Kapazität von 160.000 Tonnen Klärschlamm-Originalsubstanz (OS) ausgelegt und wird nach EEW-Angaben  „einen umweltschonenden Verwertungsweg für ein Fünftel des niedersächsischen Klärschlamms eröffnen.“ Bernard M. Kemper, Vorsitzender der Geschäftsführung von EEW, spricht von  modernster Umweltschutztechnologie nach neuesten europäischen Standards, die „einen echten Beitrag zum Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz leisten“ werde.  „Mit unseren Anlagen schützen wir die Umwelt vor den schädlichen Auswirkungen der Klärschlammdüngung, recyceln lebensnotwendigen Phosphor und gewinnen umweltschonende Energie aus Abfall. Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft vereinen sich in einem ökologisch und ökonomisch zukunftweisenden Projekt“, zeigt sich der  CEO  überzeugt. Kemper bezeichnete dabei  die KVA auch als „erstes sichtbares Zeichen des Strukturwandels im Helmstedter Revier nach dem Ende der Braunkohleverstromung“. die neue Anlage könne „Ausgangspunkt für Folgenansiedlungen weiterer nachhaltiger Industrieprojekte sein“, sagt er.

Die  EEW Energy from Waste-Gruppe, zu der die KVA Helmstedt gehört. ist nach Eigenangaben ein in Europa führendes Unternehmen bei der Thermischen Abfall- und Klärschlammverwertung. In den derzeit 17 Anlagen der EEW-Gruppe in Deutschland und im benachbarten Ausland sind 1.250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Die gesamte Jahresleistung des  energetischen Abfall-Recyclings beträgt bis zu fünf Millionen Tonnen.

RoP/rd

Oberes Bild: So wird die KVA Helmstedt in der Endphase aussehen. Foto: EEW 

 

 

 

Hinterlasse eine Antwort