Der Anwalt der Verbraucher

Der Anwalt der Verbraucher

Der Anwalt der Verbraucher 150 150 Klaus Henning Glitza
Er sieht sich auch als Anwalt der Verbraucher: Andreas Mundt, Jurist und Präsident des Bundeskartellamtes. Seine Behörde fungiert als Hüter eines funktionierenden Wettbewerbs, dem Garanten für Wachstum und Wohlstand. Wenn man sie lässt…

 

“In der Tat ist es wichtig, dass zwischen privaten und öffentlichen Entsorgungsunternehmen ein ‘level-playing-field’ besteht – gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle”: Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt. Foto: Mike Wolff

„Also wir selber verstehen uns eigentlich als Schiedsrichter. Als Schiedsrichter in einem Spiel, das in der Wirtschaft stattfindet, dessen Verlauf wir möglichst wenig beeinflussen wollen, wo wir aber diejenigen sind, die darauf achten, dass die Spielregeln eingehalten werden.” so formulierte es der Mann auf dem Chefsessel des Bundeskartellamtes gegenüber dem Deutschlandfunk. Und: “Ludwig Erhard hat einmal gesagt, dass das Kartellrecht das Grundgesetz der sozialen Marktwirtschaft ist. Das macht ganz schnell den Stellenwert des Kartellrechts an sich deutlich”.  

Andreas Mundt wurde am 13. August 1960 als Sohn eines Professors für Innere Medizin und einer Hausfrau in Bonn geboren. Nach Abitur und Zivildienst (in einem Altersheim) studiert er Rechtswissenschaft in Bonn und Lausanne (Schweiz). Das Bundeswirtschaftsministerium, damals in Bonn ansässig, wird 1991 seine erste Arbeitsstelle. Als beamteter Referent ist er für Fragen der Integration der neuen Bundesländer im Bundeswirtschaftsministerium zuständig.  Laut Munzinger-Archiv war er dabei auch an der Konzeption des Gesetzes zur Regelung offener Vermögensfragen beteiligt, das die Rücknahme von Enteignungen in der ehemaligen DDR rechtlich möglich machen sollte. 1992 bewirbt sich das FDP-Mitglied Andreas Mundt bei der FDP-Bundestagsfraktion und wird genommen. Er fungiert als Fraktionsreferent und enger Mitarbeiter der Arbeitskreisvorsitzenden und sozialpolitischen Sprecherin ihrer Fraktion, Dr. Gisela Babel.

Als die hohe Politik im Zeichen der Deutschen Einheit ihre Zentren vom beschaulichen Bonn in die Millionenstadt Berlin verlagern will, entscheidet sich der Familienmensch Mundt (drei Kinder) nicht mitzugehen in die neue Hauptstadt, sondern am Rhein zu bleiben.  Im Dezember 1999 wechselt er zum Bundeskartellamt. Zunächst ist er als Referent ohne Zeichnungsbefugnis im übertragenen Sinne denkbar weit entfernt vom Raum 118, dem Präsidentenzimmer in der 1. Etage. Eine wenig attraktive Tätigkeit zudem in einem fremden Rechtsgebiet. Denn vom Kartellrecht weiß der Neue im Bundeskartellamt wenig- aber er eignet sich das notwendige Spezialwissen in Windeseile an. So wie bei der FDP-Fraktion, wo er zunächst mit nur wenig Grundlagenwissen über Sozialpolitik startet.  Das schnelle Upgrade beeindruckt. Mundts Karriere nimmt ihren Lauf: Beisitzer in der Beschlussabteilung für Kreditinstitute und Lotteriewesen, Leiter des Referats Internationale Wettbewerbsfragen, Chef der Grundsatzabteilung- und schließlich 2009 Präsident.

Andreas Mundt, so beschreiben ihn Weggefährten, ist ein freundlicher Mann. Verbindlich im Auftreten, aber in der Sache hart und zuweilen kompromisslos. Ein Präsident, der auch freundlich bleibt, wenn er Nein sagt.

 

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