Ministerin begrüßt Beschlüsse gegen Plastik

Ministerin begrüßt Beschlüsse gegen Plastik

150 150 Klaus Henning Glitza

Starker Rückenwind für Verbot von Schreddern verpackter Lebensmittel und Kunststoff in Kosmetika und Zahnpasten

 

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat die Beschlüsse ihrer Amtskolleginnen und Amtskollegen der Länder Schulze zur zunehmenden Verschmutzung der Umwelt mit Kunststoffpartikeln ausdrücklich begrüßt. Sie sei sehr froh, dass die Umweltminister der Länder während der jüngsten Umweltministerkonferenz (UMK) in Bremen deutliche Maßnahmen gegen die zunehmende Belastung der Umwelt mit Plastikmüll beschlossen haben, statt nur Maßnahmen zur Abfallvermeidung zu entwickeln, betonte die Politikerin während der UMK-Abschlusskonferenz. Das sei „wirklich ein ganz starker Rückenwind für die Verringerung des Plastikmülls“. Zu den Beschlüssen der Ministerkonferenz gehörten unter anderem das Verbot des Schredderns von verpackten Lebensmitteln, effizientere Mehrwegsysteme und ein optimiertes Recycling von Kunststoff.
Alle wüssten, dass der Zustand der Meere wirklich nicht zum Besten steht. „Wir haben ein ganz akutes Problem mit Plastikmüll, der sich immer mehr in den Weltmeeren sammelt. Das Ausmaß, was wir da heute haben, ist wirklich besorgniserregend. (…) Es ist wichtig, dass alle Meeresanrainer wirklich handeln und etwas gegen Plastikmüll unternehmen“, so die in Münster lebende Sozialdemokratin.
„Beim Thema Plastik sind wir zu einem sehr guten Beschluss gekommen“, hob Ulrike Höfken, Ministerin für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz, während der Abschluss-Pressekonferenz hervor. In Zukunft gehe es auch darum, die Rezyklate stärker in dieser Wertschöpfungskette zu berücksichtigen. Damit könne sehr viel Müll vermieden werden. „Und ich bin auch absolut der Auffassung, dass wir bei den Kunststoffanteilen in Waschmitteln und Reinigern hier endlich eine Schranke setzen müssen, um diese wirklich völlig unnötigen Belastungen unserer Gewässer zu vermindern“, so die Politikerin des Bündnis 90/Die Grünen.
Plastik im Meer und in den Gewässern sei inzwischen eine riesige Herausforderung. Dies gelte im Übrigen „nicht nur für die Frage der Qualität der Gewässer, sondern vor allem auch für unsere Kommunen, die die Kläranlagen betreiben“, brachte Olaf Lies, Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz des Landes Niedersachsen, einen weiteren Aspekt ein. Es stelle sich die Frage, „warum denn immer noch in Kosmetika Nanopartikel sind, die wir kaum rausfiltern können und die zur erheblichen Belastung werden, aber am Ende immer noch nicht in der Lage sind, das auch zu verhindern“. Das werde eine große Aufgabe sein, so der Sozialdemokrat. „Wir können nicht Kläranlagen bauen, die alles rausholen, was wir da vorher unnötig reingekippt haben. Das kann nicht die Botschaft einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Politik sein. Da werden wir sehr intensiv handeln müssen“, rief der sozialdemokratische Politiker aus.
„Auf Kunststoffpartikel in Wasch- und Reinigungsmitteln und Kosmetika verzichten“, forderte auch Dr. Joachim Lohse, Senator für Umwelt, Bau und Verkehr des Landes Bremen. Die mikrofeinen Inhaltsstoffe in Shampoos oder Zahnpasten, die nicht abgebaut würden und sich überall ausbreiteten, würden von den Nutzern oft gar nicht bemerkt. Dennoch gingen diese Stoffe durch die Kläranlagen direkt in die Gewässer, sagte der Politiker des Bündnis 90/Die Grünen, der amtierender Vorsitzender der Umweltministerkonferenz ist.
„Es ist auf der einen Seite völlig unnachvollziehbar, wenn wir uns hier über Recyclingquoten den Kopf zerbrechen, gleichzeitig aber beim Duschen irgendein Peeling oder beim Zähneputzen das wie selbstverständlich als normalen Weg sehen, das einmal zu benutzen und dann über den Abfluss in unseren Vorfluter und damit in die Umwelt zu entlassen“, äußerte sich Dr. Marcel Huber, Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz in ähnlichem Sinne.
Allerdings sei das kein Grund, „Plastik als per se aus dieser Substanz heraus resultierende Gefahr zu betrachten“. „Nicht jedes Teil aus Kunststoff oder Plastik ist schlecht. Im Gegenteil – viele medizinische Anwendungen, viele hygienische Dinge haben wir heute, weil wir Kunststoff zur Verfügung haben“, machte der Politiker der Christlich-Sozialen Union (CSU) seine Position deutlich. Es gelte genau hinzuschauen, dass „dieser Kunststoff nicht in die Umwelt gerät und dann damit außer Kontrolle gerät und zum Schaden wird.“ Es ginge darum, „in Summa weniger nützliche Kunststoffgegenstände herzustellen, sondern dort zu sparen, wo es nicht notwendig ist- also bei Verpackungen, die einfach nur der Zierde dienen“. Vor allem müsse der Druck auf das Recycling erhöht werden. Denn nicht der Kunststoff sei schädlich, sondern der nicht recycelte Kunststoff, der in der Umwelt landet, sei es.
Anne-Katrin Wehrmann (Mitarbeit), khg

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