Brand- und Unfallereignisse der Woche

Brand- und Unfallereignisse der Woche

900 501 Klaus Henning Glitza

Es stellt sich Frage: Sind am Ende Entsorgungsaufgaben gefährlicher als Sprengstoffe herzustellen?

 

Was ist risikoreicher: In einer Sprengstofffabrik zu arbeiten oder für einen Entsorgungs- oder Recyclingbetrieb tätig  zu sein. Diese Frage lässt sich schwer beantworten, aber Faktum ist: in Betrieben der Entsorgungswirtschaft brennt es nahezu täglich, während Brandereignisse bei Sprengstoffherstellern zum Glück sehr viel seltener sind,.

Das könnte darin seinen Grund haben, dass letztere Unternehmen definierte und sorgfältig geprägte Grundstoffe angeliefert bekommen, während Entsorgungs- und Recyclingunternehmen oft vom Goodwill der „Lieferanten“, sprich der Müllkunden angewiesen sind. Ein Teil dieses Personenkreises handelt leider nach dem Motto: Weg ist weg- ohne an die Folgen zu denken.  Die Stoffströme im Detail zu überprüfen, ist kaum möglich.  So führen sogenannte Fehlwürfe immer wieder zu Brandereignissen.

Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über die Brände dieser Woche und schildert auch einen Verkehrsunfall, bei dem ein Lader schwer verletzt wurde.

Brand auf Friesenheimer Insel

In einem im Mannheimer Hafen ansässigen Abfallbeseitigungsunternehmen ist am gestrigen Mittwoch ein großer, hauptsächlich aus Sperrgut bestehender Müllhaufen in Flammen aufgegangen.

Das Feuer griff in kurzer Zeit auf weitere Müllberge über. Zum Glück wurde niemand verletzt.  Es entwickelte sich eine von weitem sichtbare schwarze Rauchwolke, die in Richtung Ludwigshafen zog, Die Bürger wurden gebeten, ihre Fenster und Türen aufgrund der Schadstoffe und des Rauchs geschlossen zu halten. Zudem sperrte die Polizei wasserseitig den Ölhafen und die Straßen im umliegenden Bereich. Eine Gesundheitsgefahr habe aber nicht bestanden, heißt es.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Einsatz (Göppingen)  und  des Polizeipräsidiums Mannheim ging gegen 10:45 Uhr  die Mitteilung über den  Brand auf der Friesenheimer Insel im Hafengebiet ein. Die für das Hafengebiet zuständige Wasserschutzpolizei sowie starke Kräfte der Feuerwehr Mannheim waren kurze Zeit später vor Ort und begannen mit den Ermittlungs- und Löscharbeiten. Mit Hilfe des Feuerlöschboots wurde vom Wasser aus das Löschen einer brennenden Böschung am Ufer übernommen. Zirka zwei Stunden später war das Feuer unter Kontrolle. Es folgten Nachlöscharbeiten, die sich noch Stunden hinzogen. Ein Polizeihubschrauber des Polizeipräsidiums Einsatz sorgte für eine Bildübertragung an die Einsatzleitstelle.

Nach jetzigem Stand entstand bei Verladearbeiten mittels eines Baggers eine Stichflamme, deren Ursache noch unklar ist. Es wurden keine Personen verletzt. Der Sachschaden ist bislang noch unbekannt.  Die Ermittlungen der Wasserschutzpolizei dauern an.

„Ich danke allen Feuerkräften und Hilfsorganisationen, für die der Einsatz bei diesen hohen Außentemperaturen in der prallen Mittagshitze eine enorme Belastung war. Es waren alle drei Wachen der Berufsfeuerwehr sowie sämtliche Abteilungen unserer Freiwilligen Feuerwehr eingebunden, so dass wir den Großbrand schnell bekämpfen und gleichzeitig den Stadtschutz sicherstellen konnten. Dies zeigt einmal mehr, wie wichtig auch unsere Ehrenamtlichen sind“, lobte Erster Bürgermeister und Feuerwehrdezernent Christian Specht, der sich aus seinem Urlaub fortlaufend über den Brand in Mannheim informierte.

Bei dem Einsatz waren insgesamt 90 Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort, sowohl von allen drei Wachen der Berufsfeuerwehr als auch von sämtlichen Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Mannheim, ebenso wie fünfzehn Kräfte der Hilfsorganisationen DRK, Malteser, Johanniter und ASB.

PP Einsatz /PP Mannheim/Stadt Mannheim/rd

Oberstes Foto: Aufgenommen in einer fortgeschrittenen Phase des Großbrandes. Rauchwolken über der Friesenheimer Insel. Foto: Stadt Mannheim/Region   

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Müllwerker schwer verletzt

Ein schwerverletzter Müllwerker und Sachschaden in Höhe von mehreren tausend Euro sind die Folgen eines Verkehrsunfalls, der sich am Montagvormittag auf der Werastraße in Nürtingen (Landkreis Esslingen, Region Stuttgart, Baden-Württemberg) ereignet hat.

Der Unfallhergang: Gegen 9.40 Uhr hielt ein 85-Jähriger mit seinem VW Polo zunächst hinter einem Abfallsammelfahrzeug an, dessen Besatzung  Müllfahrzeug auf Höhe der Planckstraße Mülltonnen entleerte. Kurz darauf setzte der ältere Mann zum Überholen des Lkw an und übersah hierbei eine von hinten herannahende 54-Jährige, die mit ihrem Suzuki Swift an den beiden Fahrzeugen vorbeifahren wollte. Dabei kam es zur Kollision zwischen dem Polo und dem Swift. Anschließend scherte der 85-Jährige wieder nach rechts ein und kollidierte mit einem 55-jährigen Lader, der sich hinter dem stehenden Sammelfahrzeug befand.  Dadurch stürzte der Müllwerker, verletzte sich schwer und musste vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht werden.

Bei der Unfallaufnahme ergaben sich Hinweise, dass die 54-jährige Fahrerin des Suzuki Alkohol konsumiert hatte. Da ein Alkoholtest einen vorläufigen Wert von über drei Promille ergab, musste die Frau nicht nur eine Blutprobe, sondern auch ihren Führerschein abgeben.

km/Polizeipräsidium Reutlingen/rd

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Feuer in Homburg-Erbach

Brand bei der MC Rohstoffrecycling GmbH in Erbach (Stadtteil von Homburg, Saarland), In den Rohrwiesen. Am Dienstagmorgen  ist es zur Entzündung mehrerer Schrotthaufen  gekommen. Verletzt wurde niemand.

Der gegen 8.30 Uhr alarmierten Feuerwehr gelang es,   den Brand einzudämmen und einen Überschlag auf die nahe Bahnstrecke und ein Waldstück zu verhindern.   Bei den Löscharbeiten  wurden die Brandschützer von Mitarbeitern des betroffenen  Unternehmens unterstützt, die laut Einsatzbericht mit einem großen Greifbagger “das  brennende Material zum Ablöschen umschichteten”.  27 Wehrleute aus Homburg bis 11.30 Uhr im Einsatz.

Feuerwehreinsatz in Homburg-Erbach. Fotos von der Brandstelle wurden nach Absprache der Feuerwehr mit dem Betreiber nicht veröffentlicht. Foto: Freiwillige Feuerwehr Homburg/Saar

Während des Brandes kam es zu einer erheblichen Rauchentwicklung und einem beißenden Geruch.  Zunächst wurde deshalb  eine Bevölkerungswarnung ausgegeben. Gesundheitsgefahren hätten aber nicht bestanden. so die Polizei Homburg.

Die Brandursache ist ungewiss. Selbstentzündung wird laut Feuerwehr  nicht ausgeschlossen. Im August 2021 war es auf dem Betriebsgelände schon einmal zu einem allerdings viel größeren Brand gekommen.

FFW/EM

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Weißer Rauch in Mainz

Als weißer Rauch aufstieg, war das alles andere als ein gutes Signal. Ausgangspunkt war am Dienstag dieser Woche  ein Abfallsammelfahrzeug der  Entsorgungsbetriebe der Stadt Mainz.

Nachdem die Besatzung des Lkw vor einem Hotel an der Paul-Deniz-Straße, einer relativ engen Sackgasse,  gegen 6.30 Uhr Müllgroßbehälter geleert hatte, war ein Knall zu hören. Es roch plötzlich angebrannt und es trat die Rauchentwicklung auf. Offenbar war es zu einer Verpuffung gekommen. Der Fahrer reagierte  prompt und geistesgegenwärtig. In hohem Tempo fuhr er aus der Sackgasse heraus auf die breitere Fritz-Kohl-Straße und kippte den brennenden Müll auf die Fahrbahn. Dort konnte die Feuerwehr schnell aktiv werden.

Dem Arbeitsgeber blieb dank des umsichtigen Verhaltens des Fahrers ein sechsstelliger Sachschaden erspart. Wie BYC News berichtet, handelt es sich bei dem Lkw um einen nagelneuen Mercedes Econic, Neuwert zirka 300.000 Euro.  Das Fahrzeug blieb unversehrt. Die Brandursache ist  bislang unklar.

EM

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Ladung in Brand

Feuer gefangen hat  am Montag die Ladung eines Abfallsammelfahrzeugs am Riebeckplatz in Halle (Saale).

Der Müll wurde schnellstens abgekippt und konnte von der Feuerwehr rasch gelöscht werden. Verletzt wurde niemand.

„Es gibt einige Gründe für ein solches Ereignis. Beispiele sind alte Batterien, die über den Hausmüll entsorgt und durch die mechanischen Prozesse im Müllfahrzeug explodieren und einen Brand auslösen“, so schreibt  „Du bist Halle“.

EM

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