Brancheninfo aktuell 67-09/2020

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Brancheninfo aktuell 67-09/2020 150 150 Klaus Henning Glitza

VEOLIA-SUEZ: Kleinaktionär AMBER spricht sich indirekt für Fusion aus

 

 

Im Kampf um die Übernahme von SUEZ durch VEOLIA hat sich AMBER Capital zu Wort gemeldet. Der Fonds hat den Energiekonzern ENGIE in seinen Bedenken gegen das erste „unzureichende Angebot“ von VEOLIA bestärkt, sich aber gleichzeitig für die „Schaffung eines Europameisters für die Umwelt“ und damit indirekt für die Fusion ausgesprochen. AMBER Capital ist sowohl an ENGIE als auch an SUEZ im kleinteiligen Bereich beteiligt.

In seinem Statement gibt der in London. New York und Mailand residierende, aber von dem Franzosen Joseph Oughourlian gegründete Fonds seiner Sorge über „feindliche Methoden des SUEZ-Managements“ Ausdruck, das französische Wassergeschäft (Suez Eau France) in eine niederländische Stiftung auszugliedern.  Das Management von Suez diene „nicht den besten Interessen seiner Aktionäre”, so AMBER Capital.

Der Fonds war bereits am 18. Juli 2019 in spektakulärer Weise in Erscheinung getreten. In einem öffentlich gemachten Schreiben an SUEZ forderte AMBER vor dem Hintergrund des damaligen Vorstandswechsels zu einer geänderten Strategie auf. SUEZ habe zu lange auf Wachstum gesetzt, doch dabei die Rentabilität und den Mehrwert für die Aktionäre vernachlässigt, hieß es sinngemäß. Seinerzeit war der Fonds mit 1,9 Prozent an SUEZ beteiligt.

AMBER Capital ist ein so genannter aktivistischer Investor. Das bedeutet, der Aktienbesitz wird aktiv genutzt, um auf die Strategie des Beteiligungsunternehmens Einfluss zu nehmen.

ENGIE wird sich nach EM-Informationen voraussichtlich am heutigen Mittwoch mit dem neuen VEOLIA-Angebot, 29,9 Prozent der Anteile des Energiekonzerns zu übernehmen, befassen. Es ist davon auszugehen, dass die nachgebesserte Offerte das von ENGIE als unzureichend abgelehnte Erstangebot über 2,9 Milliarden Euro nicht nur übersteigt, sondern auch umfassendere Garantien bezüglich der sozialen Folgen einer Fusion abgegeben werden.

Welchen Einfluss die strukturelle Verschlankung von SUEZ auf den neuen Kaufpreis hat, ist derzeit nicht absehbar. Bekanntermaßen trennt sich SUEZ erklärterweise von seinen Entsorgungs- und Recyclingaktivitäten in Deutschland, Schweden, Niederlande, Polen und Luxemburg. Allein durch den bereits eingefädelten Verkauf in Deutschland, Polen, Niederlande und Luxemburg werden nach zuverlässigen Angaben 1,1 Milliarden Euro in die SUEZ-Kassen gespült. Ein enormer Schub für die Liquidität und den Börsenwert.

khg

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